Ich habe wirklich großes Glück

dass mein Körper so gut darauf anspringt und offensichtlich auch meine Psyche das erlaubt.
600er Ibu – meine Lebensretter.
So einfach – und es wirkt.
Nicht immer, zugegeben.
Aber oft.

Vordergründig würde ich nun sagen – gut 2 Std. nach der Einnahme – die Schmerzen sind weg.
Hintergründig habe ich immer das Gefühl, als seien sie trotzdem da.
Nur abgespalten, verborgen, nach hinten gedrängt.

Der Körper zittert und bebt noch immer.
Nebelgefühle im Kopf.
Brennen in den Muskeln – aber nur noch ganz leicht.
Irgendwie, als zöge man sehr stark etwas lang, das man aber eigentlich nicht ziehen kann.
Widerstand.

Es ist weg und da zugleich.
Irgendwie.

Mein Kopf juckt unerträglich.
Die Haut schuppt, als sei es Winter.
Schneeflocken aus Haut.

Auch nach 50 Jahren habe ich noch immer nicht verstanden, was meine Kopfhaut mir sagen will.
Haut steht lt. Dahlke für (Außen-)Kontakt und Kommunikation.
Der Kopf, als „Krone“ deutet zum Spirituellen; zum Göttlichen.

Vertrocknet mein Kontakt zu Gott?
Lasse ich ihn verkümmern?
Ehrlich gesagt, redet es in meinem Kopf seit der Diagnose DDNOS viel häufiger mit sich selbst, als mit Gott.
Andererseits:
Wenn in jedem von uns etwas Göttliches steckt; der Atem Gottes; sein Odem – ist das dann am Ende nicht das Selbe?!

Uiuiu….. was für Themen.

Vorhin bin ich echt erstaunt und erschrocken, weil mich das echt mitnimmt, dass ich auch letztes Jahr am 20.06. solche Schmerzen hatte.
Die Vorjahre habe ich mir (noch?) nicht angesehen.

Gibt es womöglich auch in meinem Leben irgendwelche Dinge, die an solche merkwürdigen Tage gebunden sind?
Ich weiß nicht sicher, ob in anderen; in EUREN Leben am 20.6. auch irgendsowas ist?!

Vorhin, als der Mann aufstand und heraus kam, schaute er schon recht ernst und irgendwie „schwer“.
So, als ginge es ihm nicht so gut.

Trotzdem konnte eins in mir den Mund nicht halten.
Ein Reizthema ansprechen – obwohl wir wissen, dass er darauf sehr sensibel ist.

Ich hatte vor wenigen Tagen zufällig einen Blog gefunden.
Von Peter.

Ich mag seine Art zu schreiben.
Und Ironie, Sarkasmus, Zynismus und sowas sind mir sehr nahe.

Wie das bei mir immer so ist, lese ich komplett von vorne.
Und ich hatte viel zu schmunzeln und zu freuen.
Danke hierfür.

Sollte es dir, Peter, aufgefallen sein, dass deine Statistik steigt – das bin ICH.
Ich dränge mich offensichtlich noch immer ungern auf.
Kommentare in älteren Beiträgen liegen mir nicht.
Auch habe ich Furcht, dass ich mit meinen eigenen Themen in fremder Blogs nicht wirklich Willkommen bin.
Und halte mich lieber diskret zurück.

Ist nicht jedermanns Sache.
Gewalt und Mißbrauch und alles, was da dran hängt.
Aber ja – ich interessiere mich ja trotzdem auch für andere Menschen.
Und deren Themen.

Jedenfalls hatte ich dem Mann vorhin kurz von jenem Blog erzählt.
Und wie sehr es mich erschüttert, dort nun von der Behandlung seiner an Krebs erkrankten Frau zu lesen.
Von all der Hoffnung.
Auch der Art, wie Krankenhäuser und Ärzte so sind.
Der Schwere solchen Weges.
Wenn ich doch bereits weiß, dass der Kampf verloren wurde.

Es tut mir sehr Leid um deinen Verlust, Peter.

Und doch regen derartige Lebensgeschichten natürlich auch an, sich um dieses Thema für das eigene Leben Gedanken zu machen.
Zumindest mich.

Ich weiß nicht wirklich, weshalb das so ist.

Weil eigentlich ist innendrin etwas völlig sicher und überzeugt davon, dass das Thema Krebs in meinem Leben niemals vorkommen wird.
Nicht in diesem Körper.

Allenfalls im Umfeld.

Weil – ich schrieb es schon öfter – in unserer Familie kein Krebs existiert.
Wir haben stattdessen alle „Psyche“.
Es gibt Suizide zu Hauf.
Aufenthalte in Psychiatrien.
Hautkrankheiten vielleicht.
Aber sonst?!

Psyche ist schon schlimm genug.
Zumindest in jener Art, wie bei UNS.

Trotzdem wird nachgedacht.
Sinniert.
Über das Leben und Sterben.
Wo ist man näher?
Was würde man tun?
Könnte man es aushalten und ertragen, einen solchen Weg – noch zusätzlich – zu gehen?
Zu überstehen?
Wäre man bereit, für dieses Leben, wirklich einen solch hohen Preis zu zahlen?

Klar – der Mann sank in sich zusammen.
Dem Mann macht das Angst.
Der Mann will michuns nicht verlieren.
Der Mann fürchtet, wir würden einfach nichts tun und gehn.

Dabei…. und da kriege eher ICH Angst, liegt der Krebs fast zuhauf in der Familie des Mannes.
WENN, dann hätte vielmehr ER das Risiko.

Sehr schweres Thema.

Jedenfalls sitzt er nun hinter mir mit hängenden Schultern und ernstem Gesicht.
Redet nicht.

Es ist wagemutig – und dumm? – solch ein Thema anzusprechen.
Es hat immer Konsequenzen.

Dabei denke ich, dass es auch nicht hilft, zu schweigen.

Muß man sich nicht auch mal Gedanken machen (dürfen)?
Ich hab zumindest schon eine Versorgungs-Vollmacht – oder wie das heißt.
Er eiert lieber drumherum. Aus Angst.
Und am Ende habe ich keinerlei Einfluß und irgendein Fremder hat Rechte über IHN.
Bestimmt, was gut für ihn ist.

Will er das wirklich?!

Schwierig.

Mal gucken, was der Tag heute noch bringt.
Ich bin froh, dass ich nun doch gut genug stehen kann, dass ich duschen kann.
Dann werden noch Getränke geliefert.
Und heute Mittag kommt glaub Fußball.
Vielleicht schlafe ich ein bißchen.

Gestern hatte ich noch kurz mit der Tochter gechattet.
Sie kommt Anf. Juli mit ihrem Mitbewohner zu uns.
Ich werde kochen.
Sie hat Sehnsucht.

Und wir wundern uns beide – und sind doch erfreut – dass wir uns tatsächlich nach erst 2 Wochen schon wieder so vermissen.
Wir fehlen einander.
Verrückt.
Und soooo schön.

Alles Liebe Euch ❤

3 Kommentare zu „Ich habe wirklich großes Glück

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