Grauer Tag

Draußen ist dunkelwolkig und regnerisch.
Angenehm temperiert.

Ich glaub, ich war wieder wach so gegen halb 4 – so genau, weiß ich das garnicht mehr.
Hab dann auch schon angefangen, was zu schreiben.
Mich aber derart verfranzt, dass selbst die „Einleitung“ ausgedruckt gewiß schon 4 Seiten lang war.
Hab´s dann wieder gelöscht.
Gefühlsgeschwurbel.

Das Thema Gewalt, Grenzen und Beziehung beschäftigt mich.
Wie es dazu kommt, dass Gewalt so normal wird.
Dass man dann irgendwann garnicht mehr FÄHIG ist, Gewalt zu merken.
Weil – schließlich ist sie NORMAL.

D.
Ja, es geht mir nach.
Diese Erkenntnis darüber, dass ich sie völlig verdrängt hatte.
Einerseits.
Andererseits gab es welche, die durchaus hin und wieder auf facebook nach ihr sahen.
Sehnsuchtsvoll.

Aber genau genommen
wenn ich es nüchtern betrachte
war sie eine logische Folge der Gewalt.

Ich erkannte sie nicht.
KONNTE garnicht.
Weil sie war, wie alles.

Getarnt wie ein Chamäleon verschwand sie in den Farben meines (gewaltvollen) Lebens.
Verschmolz darin.

Und wie auch meine Männer; meine „Partner“, war sie
schlicht gesehen
einfach BESSER ALS ZUVOR.

Sie war GUT.
Nicht, weil sie gut war.
Sondern
weil sie nicht ganz so schlimm war, wie das zuvor Dagewesene.
Vielleicht war sie auch einfach anders-schlimm.

Jedenfalls erkannte ich sie nicht.

Da war nur immer dieses Gefühl.
Dieses merkwürdige Gefühl, für das man immer keinen Namen weiß.
Das man auch nicht ernst nimmt; nicht KANN.
Eben, weil es keinen Namen hat
Weil es zu diffus, zu unklar ist
und
weil man ja bereits sein gesamtes Leben lang gelernt hat
dass die eigenen Gefühle grundsätzlich falsch sind.
Dass man übertreibt, sich was einbildet, hysterisch ist oder zimperlich
wehleidig oder schlichtweg dumm.

SIE zumindest sagte, dass sie es GUT MEINT.

Mit welchem Recht also hätte ich es anders sehen dürfen.

Und so ging es mir mit sehr vielen Menschen.
Damals und noch viel länger.
Mit Frauen und Männern.
Näheren oder entfernteren Menschen.
Und Freiern.

ALLE meinten es immer nur GUT mit mir.
Nur ICH….
ICH war zu blöd, das zu kapieren.

Ich dachte immer, es läge einfach an mir.
Daran, halt blöd geboren zu sein.
Nix zu lernen oder zu begreifen.
Irgendwas an mir war halt kaputt.
Funktionierte nicht richtig.

Und so kommt es wohl,
dass dich solche Menschen
viel zu lange unter Kontrolle halten (können).

Weil Du es so gelernt hast.
Anderen MEHR zu glauben, als dir selbst.

Vielleicht ist DAS der Punkt.

Der Punkt, der dazu führt, dass man entkommen kann.

Dass man damit anfängt, sich SELBST zu glauben.
Sich SELBST zu vertrauen.
Sich ernst nimmt.

Scheiß egal, wie diffus, eigenartig und unlogisch oder nicht-begreifbar all dieses Selbst auch sein mag.
Hauptsache, man fängt an, danach zu leben.
Vielleicht.
Wenigstens ein bißchen und ab und zu.
Oder es zumindest wahrzunehmen; irgendwas damit zu machen – statt es nur zu verdrängen.

Solange man sich selbst für einen ausgemachten Idioten hält,
halten *die* dich fest.

Egal, ob das nun sowas wie ein Kult ist
oder Familie
oder auch ein Arbeitgeber
oder falsche Freunde
IRGENDWER.

ALLE halten dich fest,
solange Du IHNEN mehr glaubst, als dir selbst.

Und Du wirst benutzt, manipuliert, belogen, versachlicht,
als DING gebraucht und benutzt.
Für DEREN Bedürfnisse und Gebrauch.

Vorhin ging mir durch den Kopf,
dass es bei Täter-Menschen Unterschiede gibt.

Jene, die UNbewußt ihren verdrängten und ungeliebten Sehnsüchten; ihrem Hunger nachgeben
und durch das Unbewußte oft garnicht kapieren, dass sie sich wie hungrige, triebgesteuerte Tiere benehmen.
Sie sind sogar sich SELBST hirnlos ausgeliefert und könnten nie erklären, weshalb sie tun, was sie tun.

Und die Anderen.
Die, die Freude daran haben und Gier danach.
Nach Macht, Geld und diesem Gefühl, tun zu können, was immer sie WOLLEN.
Die absichtlich und gezielt Gewalt ausüben um Überlegenheit zu zeigen.
Zu fühlen.

Und trotzdem ist es bedeutungslos für die Opfer.
Gewalt ist Gewalt ist Gewalt.
Schmerz bleibt Schmerz.

Ich merke ja selbst, dass es nicht einfach ist.
Nicht leicht, sich bewußt zu werden.
Über sich selbst
die innere Dunkelheit
den Schmerz und Hunger; die Sehnsucht.
Auch den Zorn und die Wut; den Hass.

Wie schnell geht es,
dass solche unbewußten Kräfte und Mächte
einfach heraus brechen und sich
wie Raubtiere
koste es, was es wolle
einfach holen, was sie brauchen.

Man erschrickt vor dem eigenen Selbst.

Hinzusehen
in das eigene dunkle Loch
zu den inneren, wilden Tieren
kann sehr weh tun.

Aber ist es nicht ein kleines bißchen wie beim kleinen Prinzen und dem Fuchs?
Wie der Fuchs zum Prinzchen sagt:
„Zähme mich!!!! Mache dich mit mir bekannt!“

Auch innere Freunde gewinnt man nur, indem man sich mit ihnen beschäftigt.
Und sich einläßt.
Offen und liebevoll.

Manchmal denke ich,
die eigene Selbstignoranz
die Ablehnung des Eigenen
zieht Tätermenschen an.
Und sie fördern und forcieren das. Immer mehr.
So, wie sie selbst oft nicht hin sehen, sollst auch Du nicht hin sehen.
Es muß dunkel bleiben.

Das Licht verscheucht sie.

Der Mann sagt zur Zeit recht oft,
dass es ihn heftig erschreckt
immer besser sehen zu können
und all diese Menschen zu erkennen
die da blind im Dunkel hocken.

Aber – und das sollten wir nicht vergessen –
auch WIR kommen dort her.
Und auch, wenn wir hofften und wünschten es wäre bereits hell
wir sitzen gewiß noch selbst im Schatten.
Gut – eine Taschenlampe haben wir gewiß bereits gefunden.

Schattenwesen wuseln verschreckt in dunkle Ecken.
Man merkt sie huschen….

Tja…
und dann erzählt die Tochter vom Treffen gestern mit ihrem Vater.
Wie er nichts anderes zu tun oder sagen wußte,
als zu lamentieren über MICH.
ICH bin Schuld, dass…
ICH bin blaschwätzsowieso….
Wenn ICH nicht, dann …..


Sie ist ihm wohl übers Maul gefahren.
Hat ihm gesagt, dass keineswegs ICH Schuld sei, dass er sie so lange nicht gesehen hätte.
Sondern ER SELBST.
Weil er ist, wie er ist.
Sich verhält, wie er sich verhält.
Und dass es IHRE Entscheidung war.

Und wenn er es nicht schafft, das nach 25 Jahren endlich mal ruhen zu lassen
die Fresse zu halten
sein Leben zu leben
dann sieht er sie halt bald WIEDER nicht.

Ich bin stolz auf sie.
Und dankbar.

Er hat noch immer nichts gelernt.
Damals nicht in unseren 8 Jahren.
Und den 25 danach, auch nichts.

Trauriger, armer Kerl.
Idiot.

Tätermenschen wollen kein Licht.
Im Dunkel.

Euch viel Kraft und alles Liebe.
Ich bin dann mal wech.


Gebloggt am 29.06.2019

Vertrauen?!

2 Kommentare zu „Grauer Tag

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