Selbst-UN-Winksamkeit

Eigentlich putze ich grad.
Zumindest versuch ich´s.

Eben war ich rauchen.
Saß betroffen auf dem Balkon.
Bedröbbelt.
Und sinnierte über unsere Gesellschaft.
Gesetze
Gerichte
Politik.

Über Menschen
„Das Volk“
Über mich selbst.

Darüber, wie das alles eigentlich so ist.
Mit der Alltagsgewalt.
Dem Wegsehen.
Dem Du-bist-doch-selbst-Schuld
Der Schuldzuschreibung an Opfer

Und dann komm ich wieder rein und die Sturmreiter fragten:
„Und Du denkst, Du hast nichts zu sagen?“

JA.

Frauen haben nichts zu sagen.
Opfer haben nichts zu sagen
Kinder haben nichts zu sagen
KEINER HÖRT ZU

Warum war das alles, wie es war?

Warum war ich solch eine Mutter?
Warum KONNTE ich garnicht anders?
als das, was ich tat?

Wie oft hört man Menschen Unsinn reden wie
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nicht mehr“
oder
„Was? Wenn Du das JETZT noch immer nicht kannst/weißt/bist, dann brauch ich mit DIR da drüber ja garnicht erst zu reden!!!“

Oder Männer
die völlig bescheuert nur mit dem Schwanz denken.
Hauptsache, der kurze Fick da eben wird schnell mit genommen.

Alles völlig egal.
WARUM die Frau das tut
WARUM da ein Kind rum rennt und zuguckt
WARUM da der Ehemann beim Kaffee über den Sex mit der Frau reden will; mit dem Freier von eben
WARUM dieser Ehemann Pornofotos zeigt – dem Stromableser, Postboten, Nachbarn, Kollegen; während die Frau daneben hockt und sich schämt
WARUM eine Frau ständig Sex will – und wieso sich das in Wahrheit irgendwie komisch anfühlt



Mein jetziger Mann ist in meinem gesamten Leben der ALLERERSTE Mensch gewesen,
der jemals zu mir gesagt hatte
„NEIN!!! Ich mach da nicht mit!!! Das fühlt sich ungut an.“
Da war ich 40.

Und der hinterfragte, was mit mir los war und warum ich war, wie ich war.

Alle ANDEREN Menschen waren meist sehr schnell dabei
einfach mal schnell die Chance zu nutzen (kurz mal zu ficken)
mich auszunutzen
zu BEnutzen

und/oder

mich zu verurteilen
zu bewerten
in den Dreck zu treten
mich zu verachten
mir Vorwürfe zu machen
mich auszulachen
zu verletzen

Keiner fragt danach,
WARUM man ist, wie man ist
und
WAS MAN TUN KÖNNTE, um zu helfen oder nutzen
verändern helfen oder verstehen
lernen

Noch nichtmal als Kind können Menschen dir helfen.
Schon als Kind bist Du nichts als Dreck.
Gebrauchsgegenstand für die Einen
verachtenswert für die Anderen.

Und je älter Du wirst
und Du noch immer zu blöd bist, um endlich was gelernt zu haben
desto mehr und mehr sehen sie weg.
Und überlassen dich den Fehlern, die Du weiter machst,
aus Unwissenheit.

*Unwissenheit schützt nicht vor Strafe*

Aber von WEM sollst Du lernen?
Wenn alle nur weg sehen?
Und sich abwenden?

Selbst-UN-wirksamkeit
ist das Einzige, das man gelernt hat.

Man weiß nichts, kann nichts, ist nichts.

Und so hat das zu bleiben
weil dann bist Du am besten nutzbar.

Und wehe, Du muckst auf.
Dann kommen Männer und männerloyale Frauen
und werfen dich zurück in den Dreck.
Mit ihren männerfreundlichen Gesetzen
täterloyalen Sichtweisen
gewaltakzeptierenden Ansichten

Ist doch alles nicht so schlimm.
Jetzt hab dich halt nicht so
Geht schon wieder von alleine weg.
Das muß man halt ab können, in unserer Zeit.
Bist halt zu weich.

Und das darf man nicht so eng sehen
war doch nur ein Versehen
nicht so gemeint, wie Du´s verstanden hast
Du hast es doch gewollt
Nicht deutlich NEIN!!! gesagt
warst halt mißverständlich
selbst Schuld

Alles ist zu wenig, zu gering, zu harmlos.
Alles reicht nicht
um zu helfen.

Aber zum Treten ist es gut genug.

Wie oft im Leben soll eine Frau es aushalten?
Fleisch zu sein?
Titte auf 2 Beinen?
Frischfleisch?
„Unbeabsichtigte“ Berührungen? Ein Versehen?
Anzügliche Blicke und obszöne Bemerkungen?
Nur gut genug zu sein für das, was Männer eh nicht tun wollen?
Aber nicht für das, auf das ER schon scharf ist?

Stell dich nicht so an, Süße…..

Zum Wehren reicht es nicht.
Steck´s weg….
Das mußt Du halt ab können….
Nicht schlimm genug.

Wieder, wieder, wieder und wieder….
Nicht schlimm genug.

Nein, ich glaube, ich hab nichts zu sagen.
Die, die es ANGEHT
die es BETRIFFT
hören nicht zu.

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6 Kommentare zu „Selbst-UN-Winksamkeit

  1. Das bedeutet am Ende aber nur, dass Leute wie wir lauter merken müssen. Mit dem, was wir zu sagen haben!
    Denn wir haben alle was zu sagen und sollten deswegen auch was zu sagen haben.
    Verschwurbelter mist. Versteht das jetzt einer?

    Gefällt 4 Personen

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