Beim Mann ist noch dunkel

Es ist 6.45h.
Eben beim Rauchen denk ich so, wie verschieden wir halt DOCH sind.
In so Vielem.

Guten Morgen, ihr Lieben,

ich wär hier schon längst weg.
Der Mann sagt, er wird den Teufel tun und vorzeitig abreisen.

Ich merke immer wieder, wie sehr sich unterschiedliche Orte auch körperlich auswirken.
Welch verschiedene Lebensgefühle und Seinszustände alleine vom Lebensraum abhängen.

Es ist nicht immer „nur“ das Trauma.
Nicht immer „nur“ psychisch.
Man kann bei manchen Dingen auch einfach UMZIEHEN.
Dann löst sich das von ganz allein.

An der Nordsee z.Bsp. fühle ich die große Weite.
Nicht nur im Außen, sondern vor allem in MIR.
Mein Körper entfaltet sich und ich gehe wesentlich gerader; aufrechter.
Ich atme viel tiefer und freier.
Es ist, als würde das Meer mein Innen dehnen.
Mich AUSdehnen, entfalten und vergrößern.
Mir Flügel schenken und Freiheit.
Lebendigkeit.

Zuhause… so zugebaut von vielen Häusern
Umgeben von komischen Menschen,
kirchlicher Enge
werde ich dann wieder ganz klein und zusammen gekauert.
Traurig, depressiv und ängstlich.

Hier nun, in unserem Urlaubsort, erfährt „Zuhause“ noch eine Steigerung.

Links und rechts Berge; dazwischen ein Ort voll alter Leute.
Alles vollkommen christlich und bieder – und derart eng (auch wegen der Berge), dass Du meinst, Du verreckst.
Eingeklemmt in Müssen, Sollen und die Erwartungen anderer.
So dermaßen ekelhaft gezwungen und durch vorwurfsvolle oder angewiderte Blicke untermalt,
dass man sich in die Kindheit zurück geworfen fühlt.

Doch, ich traue diesen Menschen noch heute Züchtigungen zu.
Das Wort und die Tat paßt hier her.

Der Mann mag das nicht fühlen.
Immer wieder sagt er, er ließe sich doch seinen Urlaub nicht versauen!!!
Dann guckt er halt eben auf die SCHÖNEN Dinge.
Auch eine Möglichkeit – er verleugnet das Elend ja nicht.
Er sieht nur zur Seite.

Wir lernen voneinander.
Ohne mich wäre er garnicht HIER.
Und ohne IHN wäre ich längst wieder weg.

So konzentrieren wir uns auf das um-den-Ort-Herumlaufen und das schöne Grün.
Und auf das Essen.

Am anderen ende des Ortes gibt es ein Hotel, da würden wir vermutlich ganz andere Erfahrungen machen. Mit Schwimmbad, Sauna, Dampfbad, exquisiter Küche….
Gut, da kostet das Zimmer gut 2,5 mal soviel, wie hier.
Und wir hätten das für ZWEI Zimmer.

Dafür haben wir nun 2x dort gegessen.
Es war absolut obergenial.
Und ich muß sagen, hier gibt es wirklich viel Wild.
Und jetzt weiß auch der Mann, dass er das DOCH mag.

Er würde gerne mal zumindest für ein Verwöhnwochenende dort hin fahren.
Kaum raus gehen.
Stattdessen in der Sauna sitzen, schwimmen und massieren lassen.
Ich weiß noch nicht, ob das dann wirklich HIER sein muß.
Das wird es gewiß auch noch woanders geben.

Heute und morgen essen wir wieder eher normal.
Und die Torten hatten wir uns die Tage gespart – dafür gehn wir dann morgen oder am Abfahrtstag noch.
Die Brötchen beim Frühstück sind immer völlig unterschiedlich.
Mal trockener, mal weicher.
Dafür ist die alte, dürre Frau dort immer gleich verhärmt.
So, wie eine total giftige Frau, die sich (seeeeehr) bemüht, einigermaßen freundlich zu erscheinen.
Es fällt ihr schwer.
Und uns, es zu glauben.

Immerhin hab ich mich scheins an die Betten gewöhnt.
ich wach nicht mehr jede Stunde auf.
Aber dafür hab ich morgens unsagbare Schmerzen.
Nach ner Weile hab ich mich dann eingegroovt und kann wieder so einigermaßen gehen.

Fotos mache ich keine.
Ich hab irgendwie keinen Bock, das hier fest zu halten.
Soll es bleiben, wo es ist.

Der Mann ist auf – ich seh Licht unter seinem Vorhang.
Bald ist Frühstück; mal gucken, wie die Brötchen heute sind.

Wir hatten Glück mit dem Wetter.
Trotz anderer Vorhersagen hatten wir erst gestern Nachmittag den ersten Regen. Auch jetzt noch.
Er will es jetzt vollends langsam angehen; wir müssen ja nicht NUR rumlatschen.
Unsere Körper tun weh.
Vielleicht fahren wir mit dem Bus mal in die andere Richtung heute. Und gucken uns DORT eine Stadt an.

Schon irgendwie ein merkwürdiger Urlaub.
Ich freu mich auf´s Erholen zuhause.
Auf unsere Sessel, den großen PC und TV und auf Facebook; mal wieder spielen.
Auch auf mein Häkelzeug.

Bin gespannt, ob das an Weihnachten mit der Geburtsstadt klappt.
Oder ob unsere „Regierung“ wieder alle einsperrt und keiner mehr raus darf.
Bis dann am Ende DOCH alle kaputt sind.

Ich bin müde und gerädert; völlig erschöpft.
Meine Hoffnung auf Erholung erfüllt sich hier leider nicht.
Stattdessen so viel Wut und Abscheu.
Ekel und Angewidertsein.

Klar, ich werd auch alt.
Aber SO????
So will ich nicht alt werden.

Ich wünsche Euch viel Kraft.
Und Liebe im Herzen ❤
Laßt uns strahlend schön und leuchtend alt werden 🙂


Gebloggt am 23.10.2019

Voll gepackt

Der einzige Lohn

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