Same as yesterday

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Da sitz ich wieder mit dem Mann im Rücken und er spielt Fußball.
Aufgewacht gegen 7 – er ne halbe Stunde später.
2 Tassen Tee und nun der erste Kaffee.
Es ist kurz vor 9.

Wir hatten uns schon ausführlich über seine Eltern unterhalten.
Wobei…. „unterhalten“? „Unterhaltung“?
Stimmt nicht so ganz passend.

Jede Nacht träumt er von ihnen und der restlichen Familienbagage
räumt gewaltig und intensiv sein Innen auf.
Sieht immer mehr und mehr all dieser Gewalt, die sie an ihm verbrochen hatten.
Und es noch IMMER versuchen.

Was für eine Scheiße auch mit seiner Mutter…

Ich hatte erzählt von meinen Überlegungen gestern.
Mit dem System-Sprenger.

Auch, dass ich mich wirklich frage,
WER eigentlich der Oberste in diesem System ist?
WER eigentlich „gemacht“ hat, dass es diese Schubladen überhaupt gibt?
Wo kommt das denn eigentlich her????
Dass immer alles irgendwo REINPASSEN muß?

Unsere gesamte Bürokratie; der Staat; die Gesetze; die Ämter; … ALLES.
Menschen müssen IMMER irgendwie in ein System passen.
In Akten, Vorgänge und Muster.

Weil es für jede Schublade ein gewisses Vorgehen gibt; ein Programm oder eine Lösung.
Eine Anleitung.

Menschen sind derart unbeweglich,
und auch eingeschränkt im Denken
dass sie es brauchen.
Für jeden „Fall“ im Ordner ein „Standard-Vorgehen“ zu finden,
nach dem sie verfahren können.

Was für eine traurige Welt.

Ich rede jetzt nicht von einer Steuererklärung oder dem Kauf eines neuen Autos.
Ich rede ausschließlich über
ARBEIT MIT MENSCHEN.

Egal, ob schon im Kindergarten oder auch im Altenheim – das Mensch-sein fehlt.

Warum?
Weil man oft vor lauter studieren von üblicher Vorgehensweise
oder
dem Ausfüllen all der bürokratischen Fragekataloge
weder Zeit noch Energie hat,
MENSCH zu sein.
Zum ANDEREN – aber auch zu sich selbst.

Welch ein Irrsinn.

Und wer LIEST die ganze Scheiße dann überhaupt?
Die da in Aktenordnern abgeheftet vor sich hin staubt?

Ich hab´s ja sogar selbst gemerkt, wie gut das alles klappt.
Mit dem Datenschutz und dem Vernichten von Akten nach 10 Jahren – oder waren es 20?
Wobei es für mich sogar ein Vorteil war.
Weil sie vom OEG tatsächlich noch Papiere ausgegraben hatten – keine Ahnung, woher, – die über 30 Jahre alt waren.

So viel Papier.
Geschrieben vom DRAUFsehen.

DRAUF auf einen (kleinen) Menschen.
Beurteilt, bewertet und vermerkt nach jenem, das der ANDERE in und an ihm sieht.
Das kann ja nur fehler- oder lückenhaft sein.
Man kann im Anderen immer nur sich SELBST erkennen.

Ich will nicht wissen,
wie oft ich für andere einfach nur rebellisch, unerzogen und bösartig war.
Immerhin kam ich ins Heim wegen VERWAHRLOSUNG.
Da stand nichts von Gewalt.
Schon garnicht von sexuellem oder emotionalem Mißbrauch.

Ich war nur unerzogen.
Ein kleines, wildes Tier.
Dreckig und frech.

Komisch.. – wie komm ich denn jetzt hier drauf?!
Ich war doch beim Mann?
Und dann bei Schubladen?

Hey, ich hab gestern den Bär fertig gekriegt und danach dann der Tochter noch ne Riesen-Hummsi gehäkelt.
Die wollte sooooo gerne eine Flausch-Hummel haben.
Und sie ist süß geworden.
Der Mann hat sie gehalten, damit ich sie fotografieren konnte:

Die Anleitung vom Bär gibt (oder gab?) es kostenlos bei Lacritza 🙂
Die von der Hummel war kostenlos vom NABU.

Ich weiß auch nicht…
irgendwie krempelt sich das ganze Leben auf Links.
Was man so alles kapiert, erkennt und begreift.
Worüber man so alles erschreckt und erschüttert ist.

Das sind so viele, verschiedene und oft so kleine Dinge,
die man nicht aufschreiben könnte
die aber, wie am Sandstrand gemeinsam doch etwas Großes ergeben.
Viele kleine Bröselchen.

Der Mann und ichwir haben jeden Tag irgendwelche „Offenbarungen“.
Nicht immer nur schöne.
Aber am Ende braucht man auch die schlimmen,
um am Ende den Weg ins Licht zu finden.
Woher sonst könnte man wissen, wo es dunkel ist?!

Ich hab heut wieder bissi Kopfweh.
Zwischen den Augen oben an der Stirn.

Jetzt hab ich nur die Jacke zu häkeln im Moment.
Muß noch warten auf die Frottee-Wolle für´s Schaf 🙂
Hab so eine Art Milchkaffee-Farbe bestellt.
Ein braunes Schaf.

Ich wünsche Euch einen schönen, sonnigen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 08.11.2019

Was ist das bloß für eine Müdigkeit

Wieder mal allein

7 Kommentare zu „Same as yesterday

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