Was ein Tag schon wieder

er hat doch noch garnicht richtig angefangen und ich könnt schon wieder ins Bett.

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Bin heute Früh wieder vom Mann aufgewacht – irgendwann gegen 5.
Jetzt ist halb 7 und er ist schon mit dem Auto weg.
Er hat heute schon sehr früh Osteopathie.
Da fährt er dann gleich vom Büro aus mit dem Auto hin.

Und ich sitz derweil hier und warte auf Päckchen.
Nachher kommt er mit dem Auto dann Heim und löst mich ab mit dem Warten.
Während dann ich zum Osteopathen fahre.
Sobald die Päckchen da sind – oder ich – geht er wieder arbeiten.

Ich bin so müde.
So endlos müde.

Ewig könnt ich nur schlafen.
Und wenn ich wach bin, schlepp ich mich so rum.
Es ist alles so anstrengend.
Und mein Körper weiß nicht, wie er irgendwas schaffen soll.
Und mein Geist auch nicht.

Mal ist mir so irre warm
dann frier ich wieder so unendlich.

Gestern hatte ich den ganzen Tag damit zugebracht, in alten Tagebüchern zu lesen – von 2002/03.

Mein Gefühl will mir erzählen, das sei garnicht lange her.
Ich bin ja noch jung.
Das war doch erst.

Irgendwer anders innen erinnert, dass die Tochter damals eben grade 11 war; 12.
Nun wird sie 30.
Und doch, das ist *lange*.
Sehr viel ist passiert in der Zwischenzeit; viel hat sich verändert.

Ewig staune ich, was ich damals alles getan hatte; wie gelebt.

Es scheint, als hätte ich nie geschlafen.

Ewig habe ich Dinge zu regeln gehabt; Telefonate und Termine.
Wegen der Schulden; auf Ämtern; wegen Unterhalt; Umzug; Trallala.

Das Geld hatte nie gereicht und ich war verzweifelt.

Und doch waren unablässig Männer um mich.
Da stehen Namen und Geschichten, die waren völlig vergessen.
Aber ja…. ich werde wohl beim Schreiben nicht gelogen haben.
Mit einigen war nichts gelaufen – die hatten es zwar versucht;
mir auch oftmals sehr geholfen und Dinge getan, die mir nutzen
hatten gebuhlt und gebaggert
aber das war eine Zeit, in welcher von Außen immer wieder das Thema GRENZEN gekommen war.
Ich solle und müsse mehr Grenzen setzen.

Und offensichtlich versuchte ich das.
Hatte sehr wichtige Erfahrungen damit.

Sollte ich hier all die Namen nochmals aufschreiben – viele hätte ich schon wieder vergessen.
Ich könnt auch garnicht mehr sagen,
wie viele Männer alleine in EINEM Tagebuch (Notitzbuch, Din A 6) über ein gutes halbes Jahr so auftauchen.
10? 20?
Ewig viele jedenfalls.
Wie Fliegen einen Haufen Scheiße.

Ich arbeitete „normal“.
Zusätzlich begann ich aus Geldnot wieder in so einem „Club“ zu arbeiten an 1 oder 2 Abenden pro Woche.
Dann all die Termine und die Tochter; Hort; Schule und Kram.
Dann noch gut 2-3 „feste“ Männer, die ich regelmäßig beglückte.
UND dann fuhr ich teils mitten in der Nacht, nach einer Arbeitsschicht noch 50km,
um irgendwo einen wildfremden Typen aus irgendwelchen Kontaktanzeigen zu treffen.

WANN bitte hab ich geschlafen?????
Ich schrieb, dass ich noch 59kg wog.
Und unablässig „Gott ist bei mir“.

Wie stolz ich war,
wenn ich einem Typen mal nur einen bließ.
NICHT mit ihm fickte.
Er mich NICHT nackt gesehen hatte.

Grenzen.
Ich übte Grenzen.

Und fuhr dennoch nachts durch die Gegend, um endlich „den Mann für´s Leben“ zu treffen.

Ich sehe tatsächlich unterschiedliche Schriften.
Verschiedene Lebensziele, Hoffnungen und Ideen.
Ständige Wiederholungen ein und desselben Irrtums.
Es ist der Wahnsinn.

Wie konnte ich so nur überleben?
Wie hab ich das nur geschafft?

Heute?
Kann ich oft noch nichtmal putzen.
Duschen.
Oder einkaufen.
Geschweigedenn, alles an einem Tag.

Was hab ich damals (????) nur gefühlt? Gelebt? Gesehnt und angestrengt?

Und geirrt.

So viel vergessen.
Ich bin fast gespannt, wie es weiter geht.
Was hab ich nur immer getan, um diese ganzen Typen wieder los zu werden????
Wo sind sie hin?
Heute ist keiner mehr da.
Weder von den Frauen, die ich Freundinnen nannte – ja, ich hatte tatsächlich etliche und wundere mich hierüber total –
und schon garnicht von all diesen fickgeilen Männern.

Alle weg.
Ich kenne davon keinen einzigen mehr.

Oft denke ich, dass ich vielleicht noch 20 oder 30 Jahre Lebenszeit vor mir habe.
Und meist verbinde ich das mit *kurz*; *nur noch* und dem Gefühl, dass es nicht reichen wird, für all die Aufarbeitung und Heilung
und dass ich vermutlich NIE dieses Ziel erreichen könnte,
GLÜCKLICH zu werden.

20 oder 30 Jahre sind nur noch so wenig; nur so kurz.
So schnell, wie die Jahre dahin rasen und vergehn….
Bald ist schon wieder Weihnachten…
Nur noch wenige Wochen.

Andererseits….
wenn ich mir ansehe, was in diesen *wenigen Jahren* seit 2002/03 so geschehen ist
was sich alles verändert hat
wie erwachsen mein „Kind“ inzwischen ist
wo ich heute stehe

Es ist so irre.

Was wird also noch alles passieren KÖNNEN
bis 2040?
Bis ich 70 bin?
Und vielleicht noch einiges drüber und länger?

Und hey…. BIN ich denn nicht längst schon glücklich?
BIN ich denn nicht oft so zufrieden?
Mit dem Leben, dem Mann und mir selbst?

Es gibt bereits so viele Tage, an welchen ich mich gut fühle.
Auch, wenn Corona nun mit all den Begrenzungen und Verboten alles dafür tut, das wieder zu zerstören.
Klein und kaputt zu machen.
Mich in der Bude zu halten, eng und gelähmt.

Aber auch Corona geht vorbei.
So, wie alles irgendwann.

Und was dann kommt, können wir nicht wissen.

Ich werde jetzt duschen gehen.
Dass ich trocken bin, falls es klingelt.
Keine Ahnung – ich glaub, UPS kommt manchmal sehr früh.
Die Docs vom Mann kommen heute.

Dann noch Wäsche waschen, abspülen und ….
hm….
weiter lesen?!

Auf Osteopathie freu ich mich wieder sehr.

Ich wünsche Euch ganz dolle viel Kraft und hilfreiche Hilfe.
Dass Euch nichts schlimmes geschieht und ihr geschützt seid.
Und ganz viel Liebe ❤


Gebloggt am 07.01.2020

Der Mann ist schon auf

4 Kommentare zu „Was ein Tag schon wieder

  1. boah ja diese Frage: wie hat man das alles geschafft und überlebt…? ich kenn das…und auch diese Müdigkeit, nicht nur körperlich, sondern seelische, sich uralt fühlen….
    aber hej: in paar Wochen ist schon wieder Weihnachten, da hab ich jetzt echt gelacht 😉
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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