Vorwärts oder rückwärts leben?

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Es ist kurz vor 8 und der Mann ist eben weg.
Eben hatten wir ein Gespräch, das zu dieser Überschrift paßt.
Schon irre, was wir morgens – teils schon um 5 – so reden.
Gut, zur Zeit nicht ganz so früh. Wir sind fertig, erschöpft, schlapp und ewig müde.

Der Mann hat keinen Bock auf garnix und ichwir auch nicht.
Man tut, was man tun MUSS – und weil.

Aber Lust?
Freude?
Spaß?
Energie?
Kraft?
Irgendwas Gutes?!

So langsam reicht es einfach.
Mit diesem scheiß Corona-Wahnsinn.
All der Angst, Einschränkungen und Verboten.
Mit diesem KRIEG.

Polarität ist wieder Thema.
Und Anziehung.

Es waren rein logische Gründe, warum wir in diesen Ort und diese Wohnung zogen.
Und vielleicht war es Vorsehung.
Ein Teil unserer Aufgabe.
Wichtig.

Um zu fühlen, was/wer man NICHT ist.
Um zu fühlen, wohin man NICHT gehört.
Um zu fühlen, was man NICHT will.

Wir zogen hier her, als unser Geld sehr knapp war.
Weil der Mann hier zur Arbeit laufen kann.
Man Sprit spart.
Die Miete human ist.
Und man nicht wußte, wie man noch Benzin kaufen soll.
Es war teuer seinerzeit und wir hatten nur sein Gehalt.

Inzwischen sind wir nun – wenn ich nicht irre – 4 Jahre hier.
Und so unsagbar viel hat sich geändert.
In uns.
Und um unser Leben herum.
Die Umstände, Bedingungen und das Fühlen ohnehin.

Wir sprachen darüber, dass ich oft schon wütend auf ihn war.
Aus verschiedenen Gründen.
Einer davon war, dass ich mich von ihm immer so negativ „geimpft“ fühlte.
Dass er immer wieder davon redete, wie schlimm und gefährlich die Menschen hier seien.
Der große Anteil an Immigranten.
Der große Anteil an völlig verklebten Kirchen-Anhängern.
Der große Anteil unverschämter, selbstherrlicher, machthungriger, engstirniger, dummer, unreflektierter und nichtfühlender Menschen.
Zu viel Gewalt.

Dass ER es war, der ein Angst-Problem hat, wußte er (noch) nicht.
In mir drin jedoch war jemand, der/die immerzu weinte.
Weil es sich eingepfercht, in Angst versetzt und seiner Kraft beraubt fühlte.
Das bißchen Mut, das wir gehabt hätten, nahm er uns hiermit auch noch.

So blieben wir angsterfüllt drin.
Kaum noch gingen wir aus der Wohnung.
Das war schon im Ort vorher schwer.
Aber hier nun ist es ganz schlimm geworden.

Nur noch zur Thera und einkaufen.
Oder in seiner Begleitung.
Aber er will ja nicht (mehr).

Eigenartigerweise ist das Rausgehen kaum schwer,
wenn wir woanders hin fahren.
Zur Tochter oder eben auch in Urlaub ist das Rausgehen kaum ein Problem.
Gut…. – jedenfalls viel weniger.
Im Norden überhaupt nicht.
Bisher.

Und so redeten wir über Anziehung – dass sich der gleiche Menschenschlag irgendwie zusammen findet.
Dass deswegen in verschiedenen Gegenden verschiedenartige Arten von Menschen zusammen leben.
Dass die, die nicht *reinpassen* früher oder später gehen – während *passende* dazu finden.

Und, dass es einfach Zeit wird,
vorwärts zu leben.

Dies hier ist ein Ort zum rückwärts leben.
Ein Ort, um anzusehen, was man WAR.
Und weshalb, wieso und wodurch.

Dies hier ist ein Ort, um das Fürchten zu lernen.
Den Schrecken.
Den emotionalen Mißbrauch zu erforschen und zu entlarven.

Dies ist ein Ort, um das Gestern zu begreifen.
Und um zu fühlen,
was man NICHT (mehr) will oder ist.

Und wahrscheinlich hat er durchaus Recht,
wenn er für sich selbst entscheidet,
dass es hier noch Dinge abzuschließen gilt.

Und er hat gewißlich auch Recht,
wenn er sagt,
dass wir zuerst einmal schauen, prüfen und fühlen sollten,
wo wir STATTDESSEN leben mögen.

Aber es wird Zeit.
Zeit, dass dieses scheiß Corona uns das auch ermöglicht und erlaubt.

Zu prüfen, zu fühlen, zu schauen und zu versuchen.
ANDERE Orte.

Dass wir irgendwann (bald) und irgendwo einen anderen und besseren Ort für uns finden.
Wo es weniger Grund gibt für Angst.
Und Menschen, die offener, netter und freundlicher sind.

Nicht so viel Kirche.
Jedenfalls nicht so, wie hier.

All diese „Christenmenschen“ hier haben vergessen, was Nächstenliebe bedeutet.
WIRKLICH bedeutet.
Weil sie sich ja noch nichtmal SELBST lieben.
Und feste daran glauben, dass all ihr Ehrenamt für ANDERE sei.
Während sie ihre Opfer aussaugen wie Vampire.
Aus diesem elenden Hunger nach Anerkennung.
Sinn im Leben.
Einer wertvollen Aufgabe, die ihrem leeren Leben Zweck verleiht.
Und sie ihre Opfer zu ihresgleichen machen wollen.
Und alles, das dem widerspricht, in die Gosse treten.
Abschaum.
Undankbare Ungläubige.

Und ihre Gesichter schreien vor Unzufriedenheit, Bitterkeit und Elend.
Unbesehen, von sich selbst.

Ich muß hier weg.
Bevor ich noch genauso werde.

Fast kommt es mir so vor, als sei DAS der *wahre Virus*.
Nicht Corona.
Nein, der Hass.
Die Wut, Unzufriedenheit, Neid und Gier.
Die Unreflektiertheit und der nackte Finger, mit dem sie fuchteln und auf dich zeigen.
DU BIST NICHT, WIE WIR!!!!!

Dein Lächeln entlarvt dich.
Schau nur nicht glücklich.
Sonst holen wir dich!!!

Man hat es mir abgewöhnt.
Schon in dem Ort, wo ich mein Arbeitsappartement hatte.

Alles hier ist nah beieinander; die Orte.
Alles in 20km aneinander.
Und lächeln ist hier verboten.
Freundlichkeit.
Das fällt hier auf.
Besser, Du bist ein mürrisches Arschloch.
DANN bist Du Willkommen.

Naja, jedenfalls kam mir das so.

Dass das Hierbleiben ein Rückwärtsleben bedeutet.

Vorwärts geht es nur woanders.
Vorwärts in Freude, Zufriedenheit und Offenheit.
Vorwärts in Zuversicht und Vertrauen.

Weg von Angst und Enge.
Von Müssen und Sollen.

Ich wünsche mir, dass man bald wieder urlauben darf.
Wenigstens innerdeutsch.

Woanders wollen wir eh nicht hin.

Wir merken, dass so langsam sogar das Einkaufen immer schwerer wird.
Keiner will mehr raus.
Und irgendwie wird die Not aber größer – weil man doch so gerne laufen würde.
Frische Luft; Bewegung; Lebendigkeit.

Stattdessen sitzt man unentwegt drinnen.
Wird krummer, schiefer und steifer.
Schmerzen.

Alles fällt schwerer.
Überwindung kostet Kraft.

Gestern hat man nun doch die Augenbrauen gezupft.
Eigentlich hatten wir entschieden, *das nie wieder zu tun*.
Prostitution ist rum.
Ansprüche, wie eine Frau zu sein hat, gibt es nicht mehr.
Forderungen von Freiern nach Gepflegtheit; Rasiertsein überall, Solarium, Diät o.ä. existieren nicht.
Männer haben kein Recht mehr, über mich zu urteilen!!!!
Rebellion!!!!

Aber es hat uns nun doch genervt.
Nach über 20 Jahren zupfen,
war der sehr dünne Streifen von früher gut *erzogen*.
Feine Häärchen, ordentlich und gut liegend.
Aber all die anderen?????
Die, die Jahre herausgerissen wurden????

Große Löcher dazwischen, wo nix mehr wächst.
Und die, die wachsen, gleichen das dann aus????
Indem sie schwarz (!!!), doppelt so dick und lang wie alle anderen
kreuz und quer
wie Antennen mit 2cm im Gesicht herum stehen????

Es war einfach nicht zu schaffen,
in den letzten Jahren der „Rebellion“
hier Ordnung rein zu kriegen.
Waigel läßt grüßen.
In meinem Gesicht.

Nun war Schluß mit Lustig.
Dann kommen sie hat doch wieder weg.
Dann sieht das wenigstens ordentlich aus.
Ist doch grausig.

Genauso mit den ewig langen und vielen dunklen Haaren an den Waden.
Die Tochter war völlig von den Socken, als sie an Weihnachten unseren Pelz sah.

Wir sind unentschieden, ob wir es nicht DOCH mal mit der Blondierung versuchen wollen?
Oder ob sie halt notfalls nicht doch wieder ganz ab sollten.
Mit Kleid kann man so nicht rumlaufen.
Obwohl ich die PsychSozFrau seinerzeit bewundert hatte, mit welcher Selbstverständlichkeit sie ihren (Bein-)Pelz zum Kleid trug.

Aber nein, wirklich schön ist das nicht.

Auch der Plan, die Haare wieder wachsen zu lassen, ist inzwischen dem Friseur mitgeteilt.
Wir hatten eine Haarkur dort abgeholt, die wir vor dem Lockdown bestellt hatten.
Sie war baff erstaunt, wie schnell das bei uns immer wächst.
Und wir denken, dass es so lange nicht dauern wird – dann hat der ganze Kopf wieder Frisur.

Irgendwer strebt zum Frau-sein.
Weg, von all diesen männlichen oder einfach wilden Attributen.

Es ist schön,
wenn man in den Spiegel sieht
und sich schön findet.

Es ist anders,
wenn man hinein sieht und denkt
„so bin ich halt“.

Ich muß nicht sein, wie ich halt bin.
Ich kann auch sein, wie ich sein möchte.

Ist vermutlich BEIDES Freiheit.
Nur eine unterschiedliche.

Irgendwer in mir schreit auch nach Bewegung.
Nach dem Motto:
„Wenn Du schon nicht raus gehst, dann hampel wenigstens Zuhause“.
Es ist scheiß egal, ob ich nun irgendein „Sportprogramm“ mach, oder hier rum tanze oder hüpfe oder Purzelbäume versuch.
Hauptsache, ich sitz nicht ständig nur im Sessel.

Ich krieg schon wieder diese braunen Flecken an die Wade
vom ständigen Beine-übereinander-legen“.
Druckstellen und Hornhaut, weil die linke Wade auf dem rechten Knie drückt.
Es ist SCHEISSE!!!

Irgendwas Gutes muß passieren.
Sich verändern.

Ewig nur hier rum zu gammeln,
bringt uns um.
Früher oder später.
Ich will hier weg!!!!

Naja…
vielleicht putz ich heut ein bißchen.
Und vielleicht kommen endlich die Pflanzen, die ich am 18.12. bestellt hatte.
Und die angeblich letzten Montag weg geschickt wurden.
Ich glaube nicht mehr dran.

Da muß ich mich auch drum kümmern.

Wenigstens kommt heute der 2. Rollo für die Küche.
Der 1. war schon Samstag da.
Doppelfenster.
Da kann ich dann heute schöne Blumen-Rollos hin bauen und die alten grau-weißen weg.
Ein bißchen Fröhlichkeit 🙂

Ich wünsch Euch was.
Alles Liebe und viel Kraft ❤


Gebloggt am 10.01.20

Dieses verzweifelt weinende…

Ach, es ist doch elend

Kein Daheim

11.01.2020

Ich hab noch nie

2 Kommentare zu „Vorwärts oder rückwärts leben?

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