Es ist halb 9

und noch immer dunkel.
Der Himmel hängt voll von schweren weiß-grauen Schneewolken und kleine Miniflöckchen schweben herunter.
Wenn es nicht so duster wäre, würde mir der Schnee fast gefallen.

Der Mann ist schon ewig weg und ich hatte hier gehockt und bissi mein Spiel gespielt.
Gestern hatte ich einen Blog gefunden, als ich im Reader versuchsweise nach „Nordsee“, „Küste“, „Norddeutschland“ gesucht hatte.
Man findet haufenweise Fotoblogs, die mir aber nix nutzen.

Ich weiß ja, dass es dort oben SCHÖN ist.

Aber ich würde sehr gerne mehr darüber lesen,
wie es sich wo im Norden LEBT.
Ich will nicht als Tourist kommen,
sondern als jemand, der bleiben mag.

Und so blieb ich wegen einem gefundenen Beitrag an einem Blog hängen, wo es wohl tatsächlich über den Norden ging.
Genau weiß ich es garnicht mehr, weil ich – wie meist – erst die „über mich-Seite“ und danach zum 1. Beitrag des Blogs gegangen bin.
Hab ihn gespeichert für „später“ und heute Früh nun drin gelesen.

Gut – es geht wohl NICHT über Norddeutschland.
Aber es geht über ein Leben; einen Beruf.
Über´s Mensch-sein und Deutschland.
Und ich bin überrascht nicht mehr weg gekommen – auch, wenn ich von Marketing keine Ahnung habe.
Oder vielleicht gerade deshalb.

Manchmal staune ich doch sehr.
Weil es ja DOCH Menschen gibt, die noch Hoffnung machen.
Die neugierig machen und das Gefühl, dass Klugheit, Offenheit oder Interesse
Toleranz, Aufgeschlossenheit, Zugewandtheit
Anstand, Werte, Zuverlässigkeit
und andere Dinge
durchaus in der Menschheit noch vorhanden sind.

Menschen,
die mich in meiner lähmenden Angst vor unserer Gesellschaft,
in meiner Befürchtung, Gewalt würde uns überwältigen,
die „große Dummheit“ unser Land auffressen
und das Gefühlssterben seelentote Arbeitszombies aus den Menschen machen
auffangen
und die mir zeigen, dass es noch ANDERE gibt
die sehen, hin zeigen und mahnen.

Womöglich gar Mittel und Wege wissen,
wie das alles auch anders geht.
Oder zumindest darüber nachdenken.

Jedenfalls bin ich schon wieder gespannt, weiter zu lesen.

Auch der Autorenhund hat heute mit seinem Thema „Leben, Sterben, Tod und Jenseits Teil 1“
etwas angesprochen, das mich warten läßt auf weitere Teile.

Wie und warum SIND wir?
Menschen….

Gut, wenn man zumindest selbst hin und wieder darüber nachdenkt.

Der Mann hatte gestern Thera.
Und selbst SIE ist wohl inzwischen an dem Punkt, wo sie ihren Patienten gegenüber „zugibt“,
spätestens im Sommer würde auch SIE nicht mehr können.

WAS kann sie nicht mehr?
Hoffen?
Glauben?
Vertrauen?

Dass unsere Politiker Versprechen halten und Zusagen?
Es ehrlich meinen und ernst?
Bei irgendetwas mal die Wahrheit sagen?

Sich weiter motivieren?
Gegen die zunehmende, allgemeine Welt-Depression ankämpfen?
Weiterhin positive und hoffnungsvolle Sitzungen geben?
Ermutigen und stärken?

Daran glauben, dass *irgendwann* das Boot wieder aufrecht im Wasser steht?
Ohne Sturm?
Ohne Anlass, womöglich zu kentern und unterzugehen?

Wo steuern unsere Politiker unser Boot denn hin?
Derzeit weht ein heftiger Sturm das Boot auf die Seite.
Unablässig ist Wasser im Bug und man droht irgendwo im Meer zu ertrinken.
Während ein Großteil der Menschen in diesem Boot da sitzen mit leerem Blick und abwartend; gelähmt?
Am Rande jedwelcher Möglichkeiten nur zu existieren?
Kein Leben mehr; kein Arbeiten; kein Geld; keine Hoffnung?
Existenzängste, Verluste und große Not?

Ja, der Mann und ichwir WISSEN,
wie gut es uns geht im Vergleich zu so Vielen.
Zumindest all diese Corona-Ängste müssen wir nicht auch noch tragen – zusätzlich zu all der anderen Angst, wie wir schon vorher hatten durch Gewalt.
Und doch ist Angst Angst ist Angst ist Angst…….

Wo ist all der Mut hin und die Hoffnung?
Die Zuversicht und Freude?
Die Lebendigkeit?

Aushalten
Ertragen
Abwarten
Erdulden

Corona ist im Prinzip ein Spiegel meiner Kindheit – nur anders.

Corona läßt nun ALLE fühlen,
was Gewaltopfer sonst einsam und isoliert fühlen.
Heimlich und verborgen.
Eine unerträgliche Not und Ohnmacht.
Das nicht-Dürfen und nicht-Können.
Und die Unsicherheit, wann und ob das wohl jemals ein Ende hat.

Und meine Thera hat Recht.
Corona ist ein riesiger Trigger an damals.
Ohnmacht.
Fremdbestimmung.
Verbote.
Staats-GEWALT.
Gefühlt ein Mißbrauch; emotionale Gewalt.
Das, was Täter Tag für Tag an Kindern, Frauen und Männern verbrechen.

Die Menschen haben Glück.
Diese Corona-Regeln werden niemals so lange dauern,
wie Gewalt und Mißbrauch an Kindern.
In viel zu vielen Fällen.
Unsere Regierung KANN das keine 10 oder 15 Jahre so aufrecht erhalten – Gewalttäter aber schon.
Auch länger.

Was ein Thema….
War grade rauchen.
Keine Ahnung, wie ich drauf komm – aber ich laß das jetzt so stehen.

Wir waren gestern Abend nicht laufen.
Der Mann kam spät und es hat geregnet und war eisekalt.

Heute mach ich Rosenkohl.
Mit Kartoffeln und nix weiter.
Ich freu mich trotzdem drauf – auch, wenn ich gern Würstchen dazu hätt.

Gestern hatte die Tochter mal wieder angerufen.
Wir sprachen über unsere Sehnsucht, uns zu treffen.
Mal wieder nen Kaffee trinken irgendwo.
Eine schöne Zeit zusammen zu haben.

Ihre Sehnsucht nach Urlaub.
Auch meine.

Inzwischen hat sie genug Geld gespart, um sich sterilisieren zu lassen.
Aber nun ist sie sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie das wirklich will.
Ich sagte: „Auch DAS ist schon die Entscheidung, oder?“
Wer unsicher ist, will es nicht sicher.
Und sie kann es ja auch in 2 oder 3 Jahren noch tun, wenn sie dann vielleicht wieder sicher sei.

Klar – sie hatte mit Männern immer ins Clo gegriffen.
Klar, dass sie unter all diesen Umständen sicher gewesen war, kein Kind zu wollen.
Alleinerziehend mit ihren Erfahrungen? – verstehbar.

Aber nun? Ist sie glücklich.
Ihr Freund könnte tatsächlich ein guter Ehemann werden.
Es ist noch zu früh, das sicher zu wissen und er ist noch jung; eben 26 geworden.
Aber er WILL gern Kinder.
Und er will SIE.
Das weiß er schon jetzt, nach gut 3 Monaten – oder ist es schon länger?

Die Zeit wird es zeigen.
Ich bin gespannt.
Womöglich gibt es ja doch noch ein Kapitel „Oma“ in meinem Leben, das GUT wird?
Wer weiß.
Ich kann da auch mich nicht einschätzen.

Es wäre eine Chance, zu heilen.

Ok – irgendwie weiß ich nix mehr.
Wie abgeschnitten.
Ich hör jetzt auf.

Wünsche Euch einen guten, schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 27.01.2020

#Thema Wahl und Orientierung

Sie hat wieder gewinkt

2 Kommentare zu „Es ist halb 9

  1. Viel Kopfnicken hier grade.
    Und naja, wir mögen uns ja grade selbst nicht so, ne? aber im Innen war: Dann sehen die wenigstens mal WIE scheiße das Leben mit gewalt ist. Und die jammern jetzt nach nem knappen Jahr schon rum…
    Das ist fies und gemein, aber manchmal ist das einfach so.

    Wir wünschen euch einen guten Tag und ganz viel gute Momente ❤

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, das denkt es hier auch öfter innen.
      Blöd ist ja nur, dass das nichts besser macht.
      Bloß, weil *andere* das nun *auch* fühlen.

      Es wird ja auch nichts daraus gelernt oder begriffen, damit es zukünftig Gewaltopfern dann besser gehen dürfte.

      Corona ist für „das Volk“ eine *außergewöhnliche Belastung* und *unzumutbar*
      Für Gewaltopfer ist es *Alltag*.
      Und kaum einer sieht hin.

      Auch Euch viele gute Momente ❤
      Ich sortier grad Papiere und fang bissi mit Steuer an.
      *umärmel*

      Gefällt 3 Personen

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