Unlebbares Leben

Guten Morgen, ihr Lieben,

man könnte auch schreiben:
Nicht erfüllbare Träume und Wünsche
Dinge, die ich verpaßt habe und/oder nie tun werde
Wer bin ich und was mag ich?
Wer wäre ich, wenn ich KÖNNTE?

Träume in den 80gern…..
Teenager-Träume.
Und Hoffnungen.
Das Gedicht war mir für Jahre ein großer Trost und Ansporn.

Der Mann hängt zur Zeit sehr oft fest in seiner Wehmut.
Wehmut über Erfahrungen, die er nie hatte machen können.
Erfahrungen, die er auch nie mehr machen (können) wird.

Er weint über den Verlust einer Teenager-Liebe.
Nie gemachter sexueller Erfahrungen.
Nie erlebtes Petting mit 14 oder 15.
Unsicheres, kicherndes Gefummel mit einem ebenso jungen Mädchen.
Den Gewinn von Selbstvertrauen und Übung.
Wissen über seinen Körper und sich selbst.

Das ist niemals nachholbar.
Niemals im Leben wird er nochmal 15 sein.

Ich war seine erste Frau.
Die einzige.
Und werde es vielleicht auch bleiben.

Sicher… als ich vor einigen Jahren selbst noch anders war,
hatte ich ihn ein Mal in einen Swingerclub mit genommen.
Es hatte ihn sehr viel Mut und Überwindung gekostet und wir hatten auch keinerleii Fremdkontakt.
Dennoch ist er froh darüber, diese Erfahrung hatte machen zu können.
Wir hatten einen sehr schönen Tag dort zusammen.
Zumindest hatten wir das seinerzeit noch so empfinden können – und wahrscheinlich war es das auch tatsächlich.
Heute jedoch könnte ich es mir nicht mehr vorstellen.
Für MICH; wegen MIR.
Weil sich mein Bezug zu Swingerclubs so vollkommen verändert hat.

Genauso, wie wir 2x beim Tantra waren.
Und mein Mann somit zumindest die Erfahrung machen konnte, von anderen Frauen berührt zu werden.
Passiv liegend und fühlend; ohne die Möglichkeit, die Frauen zu berühren.

Ich verstehe ihn durchaus in seiner Wehmut.
In diesem Lebensbereich bin ich ihm weit voraus.
Ob das nun gut oder schlecht ist…. bin ich mir nicht sicher.

Jedenfalls läßt dieses Thema des Mannes
und auch schon mancher Beitrag hier in den Blogs immer wieder in mir das Thema schwingen:

Wer wäre ich, ohne Trauma?
Wie wäre mein Leben verlaufen?
Was könnte und wöllte ich? – ohne all die Gefühle der Scham, Angst und Geringwertigkeit?
Würde ich mich trauen….. einfach zu SEIN?

Ich hatte als Teenager mal den Traum,
mit einem Interrail-Ticket ganz Europa zu durchreisen.

Ich wollte mindestens 6 Sprachen lernen (Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, … – den Rest weiß ich nicht mehr)
wollte Dolmetscherin werden.

Oder auch Biologie studieren, Chemie, Pädagogik, Philosophie,
Oder auch Architektur
Oder Innenarchitektin werden
Oder auch Reiseführerin
Oder irgendwas mit Autos.

Ich fand Menschen spannend und interessant.
Wollte immer irgendwas mit Menschen machen.

Ich wollte Fallschirm-Springen.
Vielleicht auch Gleitschirm.

Ich wollte die Welt sehen.
Mich freuen und glücklich sein an/mit der Vielfalt unserer Welt.

Ich wollte Bauchtanz lernen und Steppen.

Ich wollte so viel und alles zugleich.
Konnte mich nie festlegen und entscheiden.
Es gab so unsagbar viele tolle Dinge, die ich am Liebsten ALLE getan, erlebt, erfahren hätte.

In mir schien irgendwas platzen zu wollen und sich verströmen in die ganze Welt.
Und alles in mich aufsaugen, um mich daran zu freuen.

Da war noch so viel Lebenssehnsucht in mir und Kraft.

Obwohl ich schon damals all das Leid hinter mir hatte aus der Kindheit.
Aber vielleicht gerade DESWEGEN.
Um es wieder gut zu machen.
Zu heilen.
Da war ich so um die 16 und voll von Träumen.

Aber dann ging einfach nur das Elend weiter.
Mit Schulabbruch.
Mit Mobbing in der Lehre.
Dem Mann, der dann mein (1.) Ehemann wurde
Meine Psyche, die immer mehr zusammen brach
und der Prostitution.

Und klar, meinem Kind, das zwar kein „Elend“ war/ist,
das aber jedwelche Realisierung von Träumen unmöglich machte.
Zumindest schien es mir so.

Ok – ein Traum war dann irgendwann, den Taxischein zu machen und Taxi zu fahren.
Und das TAT ich auch.

Genauso, wie ich „träumte“, irgendwann wieder schuldenfrei zu sein.
Auch DAS tat ich.

Oder, ich träumte, irgendwann einen GUTEN Mann zu haben.
Auch DAS schaffte ich.

Genauso, wie ich träumte, mal ein besseres, gutes Auto zu haben.
Und auch DAS habe ich inzwischen.

Irgendwann träumte ich davon, Hilfe zu finden.
Und auch DAS habe ich geschafft – zumindest mehr, als viele andere Menschen.
Was mir sehr Leid tut für sie.
Es ist hart, als Gewaltopfer wirklich Hilfe zu finden.

Ich träumte von einem guten Verhältnis mit meiner Tochter.
Bald 28 Jahre ihres Lebens.
Auch DAS scheint sich erfüllt zu haben.

Mein Traum, irgendwann im Norden zu sterben,
hat sich geändert in „irgendwann im Norden zu LEBEN“.
Und ich hoffe weiter auf seine Erfüllung.

Und mein Traum vom Lottogewinn träumt sich seit fast 43 Jahren noch immer.

Und irgendwer in mir will schon seit 30 Jahren ein Buch schreiben und weiß nicht WIE.
Ein Traum?

Wenn Behörden in ihren Formularen so oft die Formulierung benutzen:
„Beschreiben Sie ihre Einschränkungen“
frage ich mich oft

WOHER SOLL ICH DAS WISSEN??????

Woher soll ich denn wissen, was ich NICHT kann?
NICHT bin?
NICHT tue?

Wenn ich schreibe
„Ich habe Angst vor Menschen“
können die dann WISSEN,
was das BEDEUTET????

In welch riesigem Maß man eingeschränkt ist, wenn man Angst hat vor Menschen?
Die sind ÜBERALL!!!!

Die ewige Angst, angeguckt zu werden
zu sprechen
blöd auszusehen
was dummes zu sagen
sich dämlich zu bewegen
sich bescheuert anzustellen
zu viel, zu wenig, das Falsche zu wollen – oder NICHT zu wollen

Keine VHS
Keine Vereine
Kein Chor
Keine Instrumente lernen
Kein Schwimmbad
Kein Sport
Kein Tanzen
Keine Freunde
Kein Kontakt zu Nachbarn
Schwierigkeiten beim Kaufen von allem, das man braucht
Draußen bloß nie auffallen.
Draußen nur nie was Doofes machen
Nur nie anecken
Nie was wollen oder brauchen.
Niemals eine Angriffsfläche bieten.
Immer unsichtbar sein


Aber ja, klar…..
das ist nicht IMMER so; nicht durchgehend und ständig.

Je nachdem, wer eben grad aus mir präsent ist,
kann das auch völlig anders aussehen.

Es kann auch sein,
dass eine Frau in sexy Kleid mit High Heels und Schminke im Gesicht völlig souverän und extrovertiert lächelnd im Restaurant sitzt.

Es kann auch sein, dass ein fröhliches kleines Mädchen an der Hand vom Ehemann rumhüpft, kichert und sich über Vögelchen freut.

Es kann auch sein, dass ein Kerl in Lederhose und Docs im Auto laut Onkelz brüllt und dabei Obszönitäten aus dem Fenster schreit oder mit 80 durch den Ort rast.

Es kann auch sein, dass eine romantische Frau liebevoll den Mann reizt.

Es kann auch sein, dass eine 60-jährige, vom Leben verbitterte, zerfleddert und ungepflegt aussehende Alte beim Putzen laut vor sich hin schimpft.

Es kann so vieles und so viel MEHR sein.

Inzwischen,
ganz selten mal,
kann es sogar sein,
dass irgendwer hier mit dem Mann im Wohnzimmer rum tanzt und dabei lacht und knutscht.

Ganz selten mal
murmelt auch irgendwer den Vorschlag,
wir könnten hier doch mal Headbangen zumindest?
Oder vielleicht DOCH auch mal situps machen?
Irgendwas? Mit Bewegung? Außer putzen?

Manchmal will auch jemand gerne einen „Einkaufsbummel“ machen…. Hmpf.
Aber gut – wenn´s grad mal geht, dann latschen wir im Einkaufszentrum rum.
Ist hier ja nicht viel.
Drogerie, Baumarkt, Supermarkt, Schuhe, Bettenhaus, Billigklamottenladen.
Ok….
Wenn mal wieder offen ist.

Aber:
WER WÄRE ICH GEWORDEN, OHNE TRAUMA?

Habt IHR Träume?
Habt ihr euch schon welche erfüllt?

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤
Und dass sich Träume erfüllen ❤


Gebloggt am 02.02.2020

Kein Schreibbedürfnis

22 Kommentare zu „Unlebbares Leben

  1. Die Fragen stellen sich mir/uns selten. Die Vergangenheit ist so gewesen. Den Enkelkindern hätte ich auch eine bessere Mutter gewünscht. So haben sie gelernt, früh Verantwortung für sich zu übernehmen und Papa und der Rest der Familie geben Liebe und Halt.
    Wir haben durch unsere Vergangenheit Dinge gelernt, die wir anders sicherlich nie gebraucht hätten. Viel Kreativität und Mitgefühl für andere Menschen. Wir konnten andere nie leiden sehen, weil wir wussten, wie weh das tut.
    Es ist doch gut, Träume zu haben. Und ja, das Leben führt uns oft andere Wege, als wir erhofft haben.
    Zum Beispiel sind wir heute froh, dass die Wohnung im Norden nicht die richtige war. Der Mann wäre eventuell viel zu spät zur Diagnose gekommen.
    Tanzt und singt zu Hause und genießt es, mal kleines Kind, mal Supermacho zu sein.

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    1. Die Frage meine ich aber eigentlich nicht so.
      Nicht so in Bezug auf "ohne Trauma hätte ich ein besseres Leben gehabt" oder "… wäre ich Proffessor geworden".
      Sondern viel eher dahin gehend,
      wie ich wäre, ohne all die Scham und Angst?
      Ohne all diese Gefühle und Gedanken rund um "was andere denken, vielleicht tun könnten, gefährlich sein könnten".
      Wenn ich mich einfach TRAUEN könnte?
      Was von mir liegt UNTER DER ANGST?

      Ansonsten stimme ich dir zu.
      Ich mache aus dem, was ich habe, das Beste das ich kann.
      Und oft ist das vermeintlich Schlechte sogar eine Stärke.
      Alles Liebe Euch ❤

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      1. 🙂
        Ich mußt ganz schnell wieder vom PC weg und hab da mal „kurz geantwortet“….
        Doch, klar kommen auch all diese Gefühle vom Trauma. Aber die kann man vielleicht be- und verarbeiten und verändern.
        Vielleicht irgendwann, wäre jedenfalls schön.

        Das Trauma und die Vergangenheit würde ich tatsächlich nicht ändern wollen – so *schnipps* – weil dann wäre ich ganz sicher ein völlig anderer Mensch. Nehme ich an.
        Und ich mag mich ansich ganz gern inzwischen.
        Vielleicht sogar schon immer. Weil so *anders* will ich ja garnicht sein.

        Nur manchmal… da wäre ich so gern viel mutiger und freier.
        Würde viel lieber kapieren, dass wohl auch die ganzen anderen Menschen oft mit ihren Gefühlen kämpfen und ach….
        Manchmal bin ich wohl einfach traurig.

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  2. Ein Teil von uns definiert sich durch unser Ich. Das steht fest, bleibt, bestimmt, wie wir Dinge interpretieren, wahrnehmen, fühlen. Der andere Teil von uns wird durch Erfahrungen, von außen, bestimmt. Zwei Seiten einer Medaille. Das Zusammenspiel ist das, was uns ausmacht. Mit Medikamenten oder Alkohol und anderen Drogen kann man den einen oder den anderen Teil betäuben, kurzzeitig ausschalten. Dann sind wir „jemand anders“ und doch wir selbst. Aber eben nicht „ganz“. Hättest du deine bisherigen Erfahrungen nicht gemacht, wären es andere gewesen. Die Frage bliebe jedoch die selbe. Man kann leider nicht „neu laden“. Ich mag dieses Thema sehr und habe sehr lange nach einer für mich halbwegs zufriedenstellenden Antwort gesucht.

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      1. Der Geist, die Seele? Kommt drauf an, wie man es nennen will. Als Jungianer wird man das anders nennen als etwa ein Buddhist oder Christ. Geht man wissenschaftlich ran? Religiös? Philosophisch? Ich bleibe beim „Ich“ oder bei „Seele“.

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    1. Ok – ich glaube, das *Ich*, das Du meinst, ist für mich mein *Selbst*; der Kern.
      Das, das man mitbringt bei der Zeugung; was dir vorgesehen ist.
      Oder auch das, von dem ich glaube, das man es sich als Lebensplan vielleicht sogar selbst aussucht.
      Die Idee, eine ganz bestimmte Aufgabe zum Wachsen zu finden; eine Erfahrung. Indem man sich ggf. selbst die Eltern, den Lebensraum und die „Rasse“ (Tier, Pflanze, Mensch) aussucht mit der größten Chance auf ebendiese Erfahrung.
      Das kann man vielleicht halbwegs einschätzen – aber niemals zu 100%

      Weil dann eben tatsächlich noch *die Anderen* eine Rolle spielen und den guten Plan vielleicht einfach umschreiben.

      Schwierig an Trauma und dem Viele-sein ist leider,
      dass die Gewalt ebendieses Selbst zersplittert.
      Und man dann selbst nicht mehr weiß, wer man eigentlich ist.
      Das Selbst ist zerbrochen in viele Teile von Persönlichkeiten. Und man hat durch Dissoziation und all den Symptomen der PTBS oft Schwierigkeiten, ein *Ganzes* zu erkennen.
      Man ist ja schon froh, wenn man von den Innens wenigstens das eine oder andere „kennt“. Oder kennen lernen kann.

      Ich habe es zum Glück in meinem Leben geschafft, frei von jedwelchen Drogen oder Betäubungsmitteln zu bleiben, was es mir gewiß noch mehr erschweren würde, mich irgendwann klarer zu sehen und zu fühlen.

      Aber es wäre halt einfach schön, nicht nur Angst und Co zu fühlen,
      sondern öfter auch mal frei (davon) zu sein.
      Aber klar… vielleicht braucht das auch alles noch mehr Zeit und Heilung und ist garnicht so weit weg, wie es sich manchmal anfühlt.
      Ein Anreiz, den Weg weiter zu gehen.

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      1. Hab ich den vierten Teil von Leben, Sterben, … schon veröffentlicht? Genau so sehe ich das „Ich“. Inklusive Lebensplan. Aber das „Selbst“ kann nicht zersplittern. Nicht im herkömmlichen Sinn meine ich. Ich denke, dass es den Fokus verlieren kann, sich selbst infrage stellt, sich verliert und dann versucht, irgendeinen Weg zu finden, einfach weil es „muss“, denn es lebt ja jetzt. Dazu kommt dann noch, dass unsere Erfahrungen sehr intensiv sein können – und somit wohl auch sollen. Das kann ängstigen und die Wahrnehmung der Welt verzerren wie eine Linse oder besser wie ein Kaleidoskop. Schaut man durch dieses Kaleidoskop auf das Selbst, erscheint es zersplittert. Genauso sieht die Welt fremd und chaotisch aus für das „Ich“, das „Selbst“, die „Seele“. Dabei ist „nur“ ein Filter dran schuld. Zumindest sehe ich das (mittlerweile) so.

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      2. Beim Sterbe/Lebe-Thema bist Du bei Teil 2 🙂

        Schwierig… es ist in jedem Fall gefühlter Fakt, dass irgendwas innen durch Gewalt zersplittert.
        Wie man dieses Innere nun nennt, könnte ich nicht bezeichnen. Aber man zerbricht unter dem Schmerz der Gewalt, wie ein Eisberg unter einem Riesen-Pickel.
        Und man kann das fühlen.
        Gerne kannst Du, wenn Du magst, im Netz nach DIS oder DDNOS; multiple Persönlichkeit o.ä. schauen, wenn Du dich interessierst.

        Ob dieser Kern; der inner(st)e Diamant nicht zu sprengen geht, weiß ich nicht.
        Ich kenne das Gefühl während der Gewalt, dass sich genau hiervon Splitter abtrennen voller Schmerz.
        Wie eine Art schmerzvoller Geburt eines weiteren, anderen Innenlebens.
        Ich weiß aber nicht, ob andere Viele-Menschen dieses Gefühl ebenfalls kennen.

        Deine Metapher mit dem Kaleidoskop mutet an, als sei Viele-sein nur ein Knick in der Optik oder Illusion.
        Ich denke nicht, dass Du damit verletzen magst. – auch ich nicht.
        Vermutlich trifft dein Vergleich gut bei der Mehrheit der Menschen mit „verschiedenen Persönlichkeitsfacetten“ oder unreflektierter Gefühlswelt.

        Diese sind jedoch nicht vergleichbar mit einer DIS o.ä.

        Gefällt 2 Personen

      3. Nein, verletzen will ich gewiss nicht. Es ist schwierig etwas in Worte zu fassen, was im Grunde nur gefühlt bzw. erlebt werden kann. Wobei ich mir sicher bin ist, dass die Seele nicht gesprengt oder zerstört werden kann. Gleichwohl kann sie Schaden nehmen und „springen“, wie ein Riss im Porzellan. Aber dies ist nicht von Dauer und keine neue Seele. Wie beschreibe ich das, ohne falsch rüberzukommen..? Die Gesamtheit des Menschen splittert, es fühlt sich an, als gäbe es mehrere Seelen. Doch die Seele bleibt einzig, wird jedoch aufgespalten. Wie weißes Licht, das man durch ein Prisma schickt und dann rot, blau, gelb wird. Die Basis bleibt aber weiß – egal wie oft man dagegen tritt oder schlägt. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Das Thema ist hochinteressant aber auch sehr heikel. Man kann schnell was falsch oder unpräzise ausdrücken. Nicht liegt mir ferner, als das Geschilderte als Illusion hinzustellen.

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      4. Da geb ich dir Recht.
        Gefühle zu beschreiben ist schwer.
        Genauso, wie Farben – wo ich mich schon oft gefragt habe, ob tatsächlich auf ein und demselben Bild wirklich JEDER Mensch auch exakt dasselbe Grün sieht u.a.

        Ich glaub, das mit dem Prisma klingt ok.
        Man fühlt sich zerbrochen – gleichwohl könnten es auch Sprünge sein.
        DIS ist ja ebenfalls ein sehr individuelles Thema.
        Irgendetwas Heiles ist – zumindest in mir – in jedem Fall fühlbar.

        Ja, sehr interessant, dieses Thema.
        Es wäre schade, es aus mangelndem Mut unberührt zu lassen.

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      5. Das mit den Farben habe ich mich auch schon gefragt. Oder wie man einem Blinden das Sehen erklärt – oder umgekehrt (sie sehen wohl nicht „schwarz“, sondern eben „nichts“). All diese Dinge, Sinne, Emotionen und Gedanken, die das Menschsein eigentlich ausmachen, sind nicht beschreibbar. Also muss man wohl einfach leben – erleben. Ganz schön philosophisch hier heute 👍🏻😊

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      6. 🙂
        Ich mag es philosophisch 🙂
        Ich hab mal in einem Buch gelesen, dass Gott nunmal nicht *selbst* all sein möglichgemachtes Leben leben kann.
        Deswegen lebt alles Leben – um ihn teilhaben zu lassen, an allem, das existiert.

        Ich mag diesen Gedanken und das Gefühl dahinter.
        Gott liebt ALLES Leben und ist immer dabei.
        Für mich ist das tröstend und stärkend.
        Alles das ist, ist gut.

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      7. Ich nenne es nicht „Gott“ (ich habe da keinen Namen für), aber ja – genau so sehe ich das auch. Das Leben will gelebt werden, Erfahrungen wollen gemacht werden, „Gott“ gibt den Seelen die Möglichkeit dazu. Was, wie, wann liegt bei uns. Und ja: das tröstet und stärkt sehr. Schwierig dabei ist, dass es kein „gut“ oder „schlecht“ gibt. Beides „ist“. Beides sind Erfahrungen. Ich hab da irgendwo mal ein paar Kapitel zu geschrieben. Danke, dass du das verstehst. Ist nicht wirklich verbreitet…

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      8. Eine liebe Freundin hier in den Blogs, die leider nicht mehr schreibt, hatte mir da mal ein schönes Buch geschenkt.
        „Der Elefant, der das Glück vergaß“ von Ajan Brahm.

        Darin gibt es die Geschichte „Gut? Schlecht? wer weiß das schon“.
        Sie zeigt sehr gut, wie schnell sich „gut“ in „schlecht“ und auch „schlecht“ in „gut“ wandeln kann.
        Und sowohl mein Mann, als auch ich – und sicher viele auch hier – haben doch schon so oft rükwirkend; vielleicht erst nach Jahrzehnten selbst erleben dürfen, wie sich zurückblickend Dinge völlig anders darstellen.

        Oft denke ich, unser Menschenverstand ist einfach zu begrenzt für das große Ganze.
        Genauso, wie Sicherheit oder Kontrolle nur Illusion sind.
        Wir könnten so frei sein, würden wir es schaffen loszulassen.

        *Gott* sage ich der Einfachheit halber; weil ich es so gelernt habe und sich jeder was drunter vorstellen kann.
        Aber schon in der Grundschule waren Lehrer empört, weil „Du kannst doch Gott nicht als Wackelpudding um die Erde malen!!!! Das ist doch lästerlich!!!“
        Aber wie sonst, sollte Gott überall zugleich sein können?
        Wenn er nicht wie ein Geistwesen? Luft? … gänzlich um die Welt und vermutlich im gesamten All schweben könnte?

        Und aus der Kirche bin ich ausgetreten.
        Die mögen keine kritischen Menschen.
        🙂

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      9. Ja, da bin ich auch raus. Standardantwort in meiner Kindheit war „Wenn du sowas fragst, glaubst du nicht genug“, wenn man nicht gleich ignoriert wurde. Ich bin der Überzeugung, dass uns alles irgendwie nutzt, alles einen Sinn hat. Wir erkennen es eben nur meist erst sehr viel später.

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  3. Boah als ich schon Eure Tagebuchseiten las (super Idee das zu fotografieren, danke für den Einblick!) dachte ich mir: Ui die hatte soooviele Träume? Wünsche? Vorstellungen? Bei mir war da: NIX! Ich war ab meinem 12.Lebensjahr einfach nur geschockt und paralysiert und abgespalten.
    Es kostet mich heute immer noch viel Zeit und Aufmerksamkeit im kleinen zu fühlen: Was will ich essen? (und nicht einfach irgendwas reinstopfen), was will ich heute nachmittag tun? Usw…
    Also in der Schulzeit war hervorstechend dass ich gerne was mit Sprache machte und mit Tanz/Bewegung. Ohne Traumata, hätte ich trotzdem kein Kind und vielleicht auch keinen Mann…ich hätte einen sachlichen Bürojob (aber nur Teilzeit, kein direkter Kundenkontakt) in dem ich vielleicht was organisatorisches machen würde oder so. In meiner Freizeit würde ich mehr tanzen gehen (ob frei oder Standart oder was aus der alternativen Szene is egal), ich hätte einen Hund und einige Freundschaften die schon viele Jahre halten. Ich wäre lockerer, entspannter, lebenslustiger…den Absatz über die Angst vor Menschen triffts genau, wenn das alles weg wäre…diese Angst, das würde mir mehr helfen als der Lottogewinn ;-))

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