Ich hab geträumt

von einem uralten Keller, in dem ich ewig herum irrte und etwas suchte.
Bröckelnde Wände, enge, verwinkelte Gänge, niedrige Decken,
Licht, fast wie von einer Fackel; duster und staubig.

Da, hinter einer Kommode
war die Wand so komisch.
Pappe.
Man konnte die Pappe weg machen – dahinter eine alte Türe.
Mit diesen kleinen Gläsern; braun gestrichenem Holz in Kreuzen – weiß grad ned, wie die heißen.
So komisches, gelbliches Glas, das verzerrt.

Die Türe ließ sich öffnen.

Dahinter ein kleiner, dreckiger Raum.
Ein zusammen gekauertes, schmutziges Mädchen.
In einem Nachthemd, wie Frauen es früher trugen.
Einst war es wohl weiß gewesen.

Eben, als ich die Kleine gefunden hatte, stand ein Mann hinter mir.
Alt und doch bedrohlich.
Er richtete eine Waffe auf mich.

Ich war verzweifelt.
Er wollte nicht, dass ich das Mädchen finde.
Es rette.
Er schloß die Tür und machte die Pappe davor.
So, als hätte ich sie nie gesehen.

Ich sagte zu ihm,
dass er mich nicht zu erschießen braucht.
Weder ich, noch er seien Schuld.
Schuld sei jemand anderer.

Da war ein Geräusch.
Wir sahen etwas huschen.
Rannten durch die Gänge und sahen nicht.
Standen vor dem Haus und sahen uns in der Umgebung um.
Immer nur Schatten.

Da war ein Polizei-Auto.
Der Mann schoß in die Luft.
Die Polizei kam und wollte den Mann fest nehmen.
Ich sagte, das hatte er nur getan, um sie zu rufen.
Sie sollen den Schuldigen finden.
ER sei auf der Flucht.

So wachte ich auf.

Was wohl mit dem Mädchen ist?
Konnte ich sie befreien?
Nun, da ich um ihre Existenz weiß?
Hilft mir der Mann, sie raus zu lassen?
Wollte er sie nur beschützen?
Verstecken, bevor sie jemand findet?
Sieht?

Wußte er nicht, wer ich war?
Und weiß es nun?

Gestern war noch schön.

Mittags rief die Tochter an und hat sich bedankt für das Geld, das ich ihr zum Geburtstag überwiesen habe.
Sie kauft sich wohl damit einen Staubsauger für ihre neue Wohnung.
Und wir redeten ein bißchen.
Ich hab gekocht – Blumenkohl, Kartoffeln und Würstchen – und beim Essen erzählte irgendwer dem Mann von all dem Fühlen und Tränen liefen.

Der Mann sagte, ich hätte ihm ruhig sagen können, dass es eben nicht geht mit Schmusen.
Aber Schmusen hätte ja auch helfen können.
Der Mann sagte, dass *ich* es doch genauso gut wisse, wie er inzwischen.
Dass man sich selbst glauben muß.
Darf.
Und dass es schlimm sei, was gewesen war.

Wir guckten dann den Film im Ersten und haben zwischendrin weinen müssen – innendrin.
Der war so traurig.
Danach dann noch eine Folge „Dr. Klein“.
Das tut uns gut.

Kurz vor dem Bett schrieb die Tochter dann noch im Chat,
„Weißt Du, wer NICHT gratuliert hat?
Mein sogenannter Dad“

Welch ein Arschloch und Idiot.
Er versaut es sich SELBST.
Aber es könnte mich fast freuen – wenn es mir für SIE nicht Leid täte.
Es tut ihr weh. Es ist schwer, sehen zu lernen.

Schlafen war heute Nacht komisch.
Ewig aufgewacht und an der Decke geschnüffelt.
Irgendwas hat ganz eklig gerochen.
Und wir ham gedacht, vielleicht sabbern wir ewig die Decke voll im Schlaf.
Vielleicht ham wir aber auch derart Blumenkohl gepupst, dass wir hiervon aufwachten.
Vielleicht warns aber auch nur die Töpfe in der Küche, die so rochen.

Und dann dieser Traum.
Zum Aufwachen um 6.

Inzwischen stehen hier alle Fenster offen.
Der Abwasch ist getan.
Jetzt kann es aufhören, so zu riechen.
Bis heute Abend – da gibts Reste.

Nachher ist Osteopathie.
Un wir zin des erste mal die teure tschogginhose an.
Der Mann sagt, dass unser Osteopath das sicher nicht merken wird.
Wir denken, weil wir ihm genauso lieb damit sind, wie in der alten, verwaschenen Hose.

Aber trotzdem freun wir uns ganz doll 🙂
Weil wir sonst immer mit so billigen Schlamperhosen hier rum hängen.

Es ist sooooo schön, dass die Sonne scheint.
Dass man Fenster auf machen kann.
Wir schlafen wieder mit T-Shirt. Langärmelig ist zu warm.

Ich mag so gern daran glauben, dass jetzt alles wieder gut wird.

Im Radio laufen Nachrichten, dass besser geimpft werden soll.
Und dass nun bald Lockerungen im Lockdown kommen.
Ah – und mit diesen Selbsttests, die es dann geben soll, kann man dann ins Kino gehen.

Gut – das ist besser, als Impfungen beweisen zu müssen.
Der soll ja nur 1€ kosten.

Ich wünsche Euch einen schönen, sonnigen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 25.02.2020

Ich bin auch so müde im Moment

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