Ich weiß nicht, wo anfangen

in mir ist Chaos.
Ich komme von der Thera – danach dann einkaufen.

Heute Früh lief mir schon die Zeit davon.
Wäsche aus dem Keller holen und weg räumen, abspülen, duschen, Zigaretten drehen.
Im Blog beim Autorenhund über Politik nachdenken.
Innendrin nur Weh und Schmerz.
Ewige Tränen hinter den Augen.
Das Gesicht müde und sterbenstraurig; leer.

Ewige Gedanken an all das, was die Woche war.
Schnell schrieb man noch Stichpunkte auf für die Thera.
Weil es einfach viel zu viel gewesen war.

Gestern Abend noch plötzlich eine Art Gedankenblitz; wie eine Erkenntnis; ein Groschen, der fällt.
Solch ein Gefühl, als hebe sich ein Vorhang und es wird Licht.

Was wäre eigentlich,
wenn ich in Wahrheit garnicht pervers und versaut bin?
Was wäre eigentlich,
wenn diese ekligen Phantasien mit Hunden,
überhaupt nicht von Hunden handelt?

Ich bin vom chinesischen Sternzeichen Hund.
Abgesehen davon, dass ich selbst mich fühle, als hätte ich eine Art von Hundeseele,
hatte auch schon der Mann oft gesagt, ich sei, wie ein Hund.

Was, wenn all diese Hundephantasien
diese unliebsamen Verknüpfungen von Hunden und Sex
in Wahrheit nicht von Hunden handelt?
Sondern von MIR?

Was, wenn die Hunde bloße Platzhalter sind?
Avatare?
Stellvertreter?
Weil es ansonsten bloß noch schwerer zu verkraften gewesen wäre,
MICH an solcher Stelle zu sehen?

Aber das kann niemand weder bestätigen, noch abstreiten.
Es bleibt nichts, als es weiter zu beobachten.

Dann konnte man sich nicht entscheiden, was anziehen.
3x haben wir uns umgezogen und letztlich trotzdem eingeschnürt und gefangen gefühlt.
Alles unbequem.
Alles Mist.
Wir sind zu fett!!!

(Auf der Waage sind es etwa 600gr. – gefühlt mindestens 10kg.
Und ich frage mich unentwegt, warum irgendwer innen immer drauf besteht, dass die Waage bei 87 steht.
In Wahrheit ist es aber 78)

Am Liebsten hätte man der Thera abgesagt.
Und stattdessen den Schrank ausgeräumt.
Wir müssen unbedingt ausmisten.
Unbedingt Zeug wegwerfen, verlkaufen oder der Tochter schenken.
Da ist so viel Zeug zu eng!!!!
Oder es zieht eh keiner an.
Kann weg!!! Kann alles weg!!!!
Und dann Neues bestellen, das paßt.
Und keine Fehler mehr machen.

Aber wir fuhren.
Beim Fahren garnicht da gewesen.
Entweder in tiefster Traurigkeit – oder beim Schrankmisten.
Was alles wohin und wie….
Hauptsache weg.

Bei der Thera wollte man dann die Notizen vom DIN A 5-Zettel vorlesen und schwupp, war die Stunde wieder um.
Warum geht das immer so schnell?
Es reicht einfach nicht; es ist nicht genug.

Der Traum….
Im Keller…
Sie fand ihn sehr spannend.
Auch, dass das Licht so war, wie es war.
„Wie ein Fackellicht“ – warm, weich und flackernd. Schön.
Aber ich kann mich nicht erinnern, eine in der Hand gehabt zu haben.
Vielleicht war ich SELBST die Fackel?
Mir mein eigenes Licht?

Man sieht nur so viel, dass man kaum was sieht.
Aber es war nichts bedrohlich.
Auch nicht der alte Mann mit der Waffe; einer Pistole.
Die er sofort senkte, als ich sagte, nicht ICH sei die Bedrohung.

Ein Bewacher.
Des Kellers.
Und Schützer.

Das Kind…
Ich frage mich, ob die Türe nicht aussah, wie damals in der allerersten Wohnung.
Dort, wo ich mit Vadder und Mama lebte, bevor mein Bruder zur Welt kam und sie zu Oma ins Haus zogen.
Dort, wo wir lebten, bis ich 2 war.
Ich erinnere mich noch an die Garage dort; Papas Taxi; eine ganz liebe, alte Nachbarin und deren Küchenbüffet.
Wie es bei ihr roch.
Ich meine, da hätte es solche Türen gegeben.

Und das Nachthemd?
Wer weiß heute noch, wie früher Nachthemden aussahen?!
Zeitlich würde es nicht zur alten Wohnung passen.
Aber bei Oma trug ich Nachthemden von anno domini….
Uralte Leinen- oder Baumwolldinger.
Ich hab gegoogelt und bei etsy welche gefunden und stibitzt.
Sowas in der Art:

Und sowas hatte das Mädchen an in dem kleinen Raum.
Sie saß am Boden mit angezogenen Beinen; die Arme um die Knie und den Kopf darauf.
Ich konnte ihr Gesicht nicht sehen.
Sie saß seitlich zur Türe an der hinteren Wand.

Die Thera sagte, dass der Mann mit der Waffe die Türe wieder verschloß.
Das sagt viel.
Oft ist es besser so.
Zu früh und zu viel.
Er paßt auf und beschützt.

Aber er ging auch mit mir zusammen raus und schoß, damit die Polizei kam.
Ob sie den Täter; die wahre Bedrohung fanden und fest nahmen, weiß ich nicht.
Aber sie verhafteten NICHT den Beschützer.

Ich fühle eine so unsägliche Traurigkeit in mir.
Meine Augen sind unentwegt feucht.
Kleinste Tröpfchen hängen in den Wimpern.
Es tut so weh.

Immerhin schaffte ich es, den gesamten Zettel zu erwähnen.
Auch, wenn zu vielem nichts Näheres gesagt werden konnte.

Danach Obstmann.
Und ja, mir geht´s gut.
Die liebe Frau dort fragt immer.
Aber ich kann ihr nicht all das Elend erzählen.

Danach noch Supermarkt.
Wir kochen wieder mal Bolognese.
Und Mohrenköpfe müssen auch IMMER im Kühlschrank sein.

Und ich hab jetzt nen Besen.
Einen aus Gummi.
Für den Balkon.

Beim Rauchen vorhin mußte ich konzentriert tief und langsam atmen.
Das Herz rast und pumpt; der Körper bebt und zittert.
Alles will getan werden; jetzt sofort.
Und alles zugleich.

Es ist schwer, sich zu bremsen.
Eine Reihenfolge zu bestimmen und Pausen.
Vielleicht muß man ja auch nicht sofort so viel Kleidung weg tun.
Bald kommt der große Schrank.
Vielleicht nehmen wir ja DOCH nochmal 3 oder 4kg ab – und dann wären die Sachen wieder bequem.

Am Mittwoch fahren wir zur Tochter – da könnt man es aber gleich mit nehmen.
Aber Mittwoch ist nicht morgen.

Was haben die nur mit mir getan?
Mit den Kleinen in mir?
Das sie vor mir verbergen und verstecken?
Und doch kann ich fühlen, dass da was ist.
Etwas Grausames und Furchtbares. Schmerzvolles.

Ich bin traurig.

Euch einen guten Tag.
Ganz viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 26.02.2020

Irgendwie macht es mich traurig

2 Kommentare zu „Ich weiß nicht, wo anfangen

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