Frühe Begegnung mit der Polarität

Eben beim Abspülen kam mir das in den Kopf.
Es ist Gewalt – ja.
Aber es ist auch – nüchtern betrachtet – bloße Polarität.

All das, was ich als Kind erleben mußte
All das Leid, der Schmerz und die Not
mein gesamtes, kindliches (Er-)leben

war reine POLARITÄT.

5 Menschen
Oma, Vater, Onkel, Tante und Mama

Und jede/r von ihnen hatte ein völlig anderes Bild von *Gut* und *Böse*.
Und zwischen diesen Bildern zerrieben sie mich.

Es war völlig bedeutungslos, was ich tat.
WEM ich tat.
Auf wen ich hörte – und welchen 4 zwangsläufig NICHT.

Ich hatte IMMER 1 Menschen, für den ich lieb war
und 4, die das anders sahen.

Ich konnte mich anstrengen und bemühen wie ich wollte
ich war IMMER böse.
Für die anderen.

Auch wenn ich in Omas Wohnung lebte, hatte ich doch kein Zuhause.

Am schönsten war es für mich, wenn Mama mich gut (emp-)fand.
Und das war leicht.
Mama fand mich eigentlich fast IMMER gut.
Aber am besten, wenn Oma mich ganz furchtbar fand.
Und auch, wenn sie mehr oder weniger ihre Schadenfreude zu verbergen versuchte
dieses Gefühl, welches mich erreichte
in der Art von
„Ihr habt sie gewollt – nun genießt auch eure Freude an ihr“
– ich fühlte mich, als sei ich Mama´s ganz persönliche Rache an ihren Tätern.

Und ja, ich tat es GERN.
Mama rächen.
Heim zahlen.
Ich fühlte mich mit ihr verbunden.
Und je mehr Oma – und die anderen – versuchten, mir meine Mama zu rauben,
sie schlecht zu reden und unwert zu erklären,
desto mehr kämpfte ich in ihrem Namen.

So ist das wohl mit Kindern.
Sagte einst ja auch die Frau vom Jugendamt zu mir, als ich in der Scheidung vom 1. Mann war:
„Kinder stellen sich IMMER zum schwachen Elternteil.“

Ich denke so,
dass all das was ich war
was ich hätte sein sollen
und dessen Gegenteil
mir erst gezeigt hat, WAS ich bin.
ALLES.

Und auch,
dass es Unsinn ist,
in *gut* und *böse* zu unterscheiden.

Weil alles
für irgendwen *gut* ist – und zugleich einen anderen *schlecht*

Und klar – man trifft eine ganz eigene und persönliche Wahl,
wie man was beurteilt oder wie man sein möchte.

Aber selbst wenn ich noch so sehr plane, einen Menschen nicht absichtlich zu verletzen
wird es DENNOCH passieren.
Mehr, als nur 1x im Leben.

Und auch, wenn man plant, sich an Gesetze zu halten,
fährt man irgendwann über eine rote Ampel.
Oder hat als Kind schonmal Dinge geklaut.
Oder gelogen.

Es gibt IMMER irgendwo Menschen,
die dich absolut SCHEISSE finden.
Egal, wie sehr Du gefallen willst
wie sehr Du dich bemühst *gut* zu sein.
Oder „liebenswert“.

Was ist das nur für ein Wort?
Wert, geliebt zu werden….
Muß man sich das erst erarbeiten?
Muß man erst bestimmte Dinge tun,
um WERT zu sein, für LIEBE?

Ich glaube, DAS hab ich gelernt durch die Gewalt.
Dass es scheiß egal ist, wer und wie ich bin.
Ich KANN es niemals allen Recht machen.
Ich werde es NIE schaffen, dass ich von jedem geliebt werde.
Im Prinzip hatte ich IMMER 4 gegen 1
4, die mich kacke fanden
1, der/die mich grade mal kurzzeitig mochte – ein bißchen.

Hey, das wären bei 82 Millionen Deutschen (stimmt das?)
immerhin 16 400 000 Menschen, die mich vielleicht gut fänden, wenn sie mich kennen würden.
Scheiß auf den Rest.

MAN MUSS NICHT IMMER LIEB SEIN!!!!!!

Ein Kommentar zu „Frühe Begegnung mit der Polarität

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.