Leben ist spannend

oh, da ist es wieder 🙂
Ich hab dieses Gefühl lange nicht mehr gefühlt.

Spannend.
Lebensfreude, Interesse, Neugierde, Offenheit, Spaß, Lebendigkeit, Zuversicht, … – was da alles dran hängt.

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Schon oft habe ich mit Menschen Mails ausgetauscht – auch mit Euch hier.
Eben fragte ich mich, warum das eigentlich wieder aufhört?
Warum schreibt man ein paar Mal – und dann stoppt es wieder?
Gibt es dann plötzlich nichts mehr zu sagen?
Weiß man nichts mehr? Läuft es sich tot?

Oder hat man womöglich Angst, den anderen zu nerven? Ihm auf den Geist zu gehen?
Denkt man „Irgendwann ist auch genug“?
Oder dass es genug sein muss?
Ist das Interesse weg am anderen? Oder bekommt man Angst?
Wovor?

Ich antworte glaub immer zurück – denke ich.
Sicher bin ich mir nicht.

Aber meist hört der Austausch dann irgendwann auf.

Im Moment schreibe ich regelmäßig.
Und es fühlt sich gut an.
Es öffnet mir – innere – Horizonte.
Ich komme auf Gefühle und Gedanken, auf welche ich alleine wohl kaum käme – oder erst später.
Es tut gut, ein Gegenüber zu haben.
Eins, das kein Geld dafür bekommt.
Und dem ich glauben kann und darf, dass es ihm mit mir womöglich ähnlich geht, wie mir mit ihm.
Erstaunlich.
Und gut tuend.

Warum reden Menschen so wenig miteinander?
Egal, ob nun per Mail oder facetoface?
Wobei ich mir nicht sicher wäre, ob ich das genauso könnte, wie per Mail.
So.
Mails lassen Zeit.
Zeit, um Wirkungen und Gedanken zu entfalten; Gefühle zu fühlen und sich selbst – und den anderen – zu erfahren; erforschen; nachzufühlen.
Irgendwo in einem netten Café ist die Zeit begrenzt.
Man fühlt sich beobachtet von anderen und man kann keine 30min. nachdenken, bevor man wieder etwas sagt.

Mails fühlen sich fast tiefenwirksamer an.
Sie haben Nachwirkzeit.

Man muß den Anderen *beim Wort* nehmen – ein Gesicht sieht man nicht.
Aber letztlich geschieht die Wirkung dieser – fremden – Worte ja doch im eigenen Innen, nach eigenem Bedarf.

Eben beim Duschen ging mir etwas durch den Kopf, das ein Gefühl von Erkenntnis; fast Erleuchtung mit sich brachte.
Ein Gefühl von Loslassenkönnen und fast wohliger Wärme.
Entspannung.
Tränen sitzen hinter den Augen, die fließen wollen.
Aber leider hat eben eine Kolonne Straßenreiniger angefangen, hier irren Lärm zu machen mit Laubbläsern.
Es fällt mir sehr schwer, die Worte zu finden.
Ich kann es nicht erlauben, auch noch nichts mehr zu sehen.

Wir schrieben darüber,
dass sich womöglich Seelen selbst aussuchen, welche Erfahrungen, Lehren und Dinge sie in ihrem Menschenleben machen mögen.
Nein, es geht nicht um selbst SCHULD (am Trauma)
aber um Verantwortung für einen Weg.

Man hat als Seele womöglich ein Ziel; einen Plan gehabt – vor der Zeugung.
Und versucht, sich das hierfür passende Umfeld zu suchen.

Was nun,
wenn in mir nur deshalb diese tiefste Wehmut herrscht, über den Verlust von schulischer Ausbildung und Studium,
weil mein Plan gewesen war,
Lehrer zu sein?
Ich wollte immer einen Doktortitel; womöglich sogar Professor sein.
Schon als Kind.

*Die* hatten versucht, mir das Gymnasium zu verwehren – weil eine Frau braucht nicht klug zu sein.
Aber ich ging TROTZDEM hin.
Leider schafften sie es ja dann zumindest, mich in derartigen Zustand zu bringen, dass meine Noten nichts hergaben.
Ein Studium hätte ich garnicht bekommen.

Aber was, wenn ich längst Lehrer BIN?
Was, wenn ich längst einen Doktortitel HABE?
Nicht auf Papier und nicht für die Gesellschaft – aber in MIR?

Wie oft hatte ich früher Seminare gehalten?
Wie viele Menschen haben mir bereits zugehört?
Wer schon alles von mir gelernt? Was ich weiter gab?

Ist man denn nicht alleine hierdurch Lehrer,
wenn Menschen dir ZUHÖREN?
Sich interessieren?
Etwas für ihr Selbst gewinnen und mitnehmen, alleine weil Du BIST?

Was weine ich denn hinterher?
Wo ich es längst BESITZE? BIN?

Klar, man kann jetzt sagen, das sei Selbstverarsche.
Man kann sich seinen Scheiß auch schön reden.
Ich hör es innen murmeln und seh es Augen-rollen.

Aber sind wir denn, genau genommen, nicht alle sowieso auf der allergrößten Universität der Welt?
Mit tausender, kostenloser Kurse, Seminare und Vorführungen?
Experimente, Tests und Erfahrungen?
Dem LEBEN?

Können wir denn nicht ALLE Professoren sein?
In unseren ganz persönlichen, eigenen Leben?
Wir sind doch alle Meister unserer Selbst.

Zumindest dann, wenn wir es wollen.
Wenn wir zuhören, lesen, lernen, fühlen, achtsam sind, ehrlich zu uns selbst (zumindest).
Schauen, hören, schmecken, offen sind – und lernen, auch Nein zu sagen.

Vorhin ging mir durch den Kopf, wie unsagbar oft ich schon früher so sehr verzweifelt war.
Weil ich MICH SELBST suchte.
Nie wußte, wer ich BIN?

Ständig sinnierte ich über Spiegelneuronen.
Ich wußte; merkte, dass ich unentwegt ANDERS bin – je nachdem, wer vor mir sitzt.

Ich kann elegant sein, souverän, stark, geradlinig, aufrecht, stur, hart, bösartig, gehässig, liebevoll, garstig, warmherzig, verständnisvoll, liebenswürdig, klug, albern, dusselig, schusselig, blöde, dämlich, wirr, merkwürdig, unsicher, eigenartig, weiblich, männlich, erwachsen, kindisch, ….
ich kann ALLES sein.

Und je nachdem, wer vor mir saß, war ich ständig unterschiedlich.

Ich hatte Angst, ich hätte mich VERLOREN.

Aber womöglich…. ist es ganz anders.
Und man FINDET sich darin.

Sie waren alle schon da.
Schon vor ganz vielen Jahren.
All die Innens waren IMMER da.
Ich hab es bloß nicht gewußt.
Nicht gemerkt und kapiert.
Nicht verstanden.
Woher und warum da immer dieses Gefühl war, nicht *ich* zu sein.
Und irgendwie doch Ich.

Und klar, es mag sein, dass man hierzu erst ANDERE braucht.
Außenmenschen.
Damit man im Kontakt mit diesen sein SELBST entdeckt.
Nicht, um es zu verlieren – sondern es zu FINDEN.

Womöglich BRAUCHT es garkeine Angst vor Anderen.
Womöglich schützt sie garnicht.

Sondern sie hält womöglich erst AB,
sich selbst zu erfahren.
Zu lernen und zu wachsen.
Zu heilen.

Keine Ahnung – vielleicht liest das jetzt auch wer und haut sich mit der Hand an den Kopf.
Toooootal logisch, das alles.
Oder so.

Aber eben fühlt sich das an, wie eine grandiose, riesengroße Erkenntnis.
Eine Offenbarung.
Eine Mauer, die einstürzt.
Ein Gefängnis.

In das ich mich SELBST setzte.

Es ist erstaunlich.
Was Mails bewirken können.
Kontakt zu einem anderen Menschen.
Ein „Zuhören“; ein Gelesensein.

Ich bin innendrin grad zutiefst berührt und bewegt.
Ich würde sehr gerne öfter Mails schreiben.
Mit Menschen – auch anderen.
Ein Anfang.

Diese FUCKING ANGST!!!!
Ich wünschte, Angst wäre nur dann da, wenn es etwas GÄBE, wovor man sich schützen braucht.
Aber Trauma macht, dass man sich vor dem LEBEN schützt.
Das ist traurig.

Euch einen schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 16.03.2020

Logisch, eigentlich

Akkupressur-Punkt

Saach mal….

15 Kommentare zu „Leben ist spannend

    1. Naja.. nur, dass es Leben ohne Menschen halt nicht gibt.
      So völlig allein; irgendwo in der (Eis-)Wüste würde es mir dann auch nicht gefallen…..

      Ob sich die Angst wohl verringert, je besser man NEIN sagen lernt? Oder *Ich*?
      Auch und vor allem die Kleinen, denen man das so gut ausgetrieben hat?
      Nicht immer nur, was ANDERE wollen?

      Gefällt 1 Person

  1. Weiß nich…
    Eigentlich warn wir immer am zufriedensten, wenn wir allein warn. Ausgeglichen.
    Menschen nur von ganz weit weg, grad so eben noch zu hören.
    Das reicht eigentlich.
    Nur wir.
    Das war schön.
    Und jetz?
    Kaputt.
    Zerstört.
    Nur noch unzufrieden und Bauchschmerzen.
    Nein, mich überzeugt keiner, das Menschen was gutes sind.
    Nur, wenn sie schon weit weg sind.
    Hintergrundgeräusche.
    Und sonst nix.

    Gefällt 1 Person

  2. Das war grad echt interessant.
    Das gärt jetzt schon eine ganze Weile im Hintergrund.
    Überforderung und ich brauch Ruhe…
    Bis eben dachten wir dabei eher an die Kleinen, aber das hier war eindeutig jemand anders.
    Ein Junge und wesentlich älter.
    Wir haben da jemanden in „Verdacht“, aber so ganz genau wissen wirs noch nicht.
    Derjenige hats nicht so mit Menschen.
    Und er redet ganz allgemein nicht so viel.
    Er reflektiert auch nicht.
    Er IST.
    Er spürt mit allen Sinnen.
    Am liebsten Natur.

    Eigentlich kein Wunder, dass Menschen ihn überfordern.

    Dass es auf uns alle grade so eine Wirkung hat, ist allerdings neu.
    Und erschreckend.
    Besonders für diejenigen, die Menschen durchaus mögen.
    Denn ja – die gibt es durchaus 😊

    Aber seit einiger Zeit hat es eher etwas von harter Arbeit.
    Aaaanstrengend.
    Es fehlt so sehr die Leichtigkeit, die früher da war.

    Dafür gibts glaub ich ein ganzes Bündel von Gründen.
    Und nein, die haben wenig mit anderen (Außen)Menschen zu tun.

    Und jetzt würde ich einfach nur mal gern wissen, was ich/wir dagegen tun können.
    (Ähm, das ist eine rein rhetorische Frage, nicht, dass sich wer angesprochen fühlt 😉)
    Jedenfalls hab ich keine Ahnung, wie das in den Griff kriege.
    Noch, hoffe ich!

    Gefällt mir

    1. Hm – ich weiß immer garnicht, ob das so notwendig ist, solche Dinge „in den Griff“ zu kriegen.
      Aber gut, ihr arbeitet. Da ist es eher schwierig, sich in den Keller zu setzen und still zu sein, damit keiner mitkriegt, dass man lebt.

      Bei uns gehen solche Gefühle irgendwann von allein wieder weg – zumindest scheint es so.

      Oder man hat diese „Erleuchtungen“ innen, die oftmals für mehrere ganz viel ändern.
      Es fühlt sich jedenfalls so an.
      Da sind dann die eher Offenen innen mit solchen Themen befaßt, die für andere innen Dinge in ein anderes Licht bringen.

      Aber klar – eine „Garantie“ hab ich dafür natürlich nicht.
      Es kommt uns halt so vor; ein Gefühl.
      Manche heilen – und andere heilen MIT.
      Zufällig irgendwie; nach „Streu-Prinzip“, wie es scheint.
      Aber an Zufälle glaube ich ja garnicht.

      Gefällt 1 Person

  3. Die Arbeit ist kein Problem.
    Das Gegenteil ist der Fall.
    Dort fühlen wir uns wohl.
    Pfff…
    Irgendwie können wir dort wir sein, wie wir sind, ohne dass jemand von uns weiß.
    Und wir werden auch noch dafür geschätzt. Obwohl wir echt ein bisschen schräg sind 😀
    Die Lehrerin sagte, sie möchte uns echt nicht mehr missen und unsere Koordinatorin meinte, wir würden hervorragende Arbeit leisten.
    Also alles gut?
    Nein, leider nicht.

    Kurios irgendwie.
    Wir werden immer reaktiver und kriegen immer weniger Kontakte von uns aus hin.
    Und das gefällt mir nicht.
    Irgendwas – irgendwer treibt uns massiv nach innen.
    Kein Einlassen mehr.
    Niemand mehr, den wir ev. brauchen könnten.

    Ja, es gibt Erkenntnisse.
    Grade ganz frisch:
    Dort in der Schule brauchen wir niemanden und das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum es dort gut ist.

    Und trotzdem…

    Die Nerven liegen blank.
    Das erklärt wohl auch den Kommentar.
    Da musste wohl was raus.
    Und wer es nun wirklich war, müssen wir wohl erst noch rausfinden…

    Ach – und danke fürs lesen…

    Ja ja, ich weiß, wir über treiben mal wieder schamlos.
    *sfz*
    Muss auch mal sein 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Hm? Ich freue mich immer sehr, wenn Ihr hier schreibt – oder auch per mail.
      Und ich lese Euch GERN ❤

      Ist halt immer traurig irgendwie, dass hier alle ihren ganz eigenen Weg finden müssen und es nicht allzuviel gibt, wo man wirklich helfen könnte.
      Andererseits hilft es ja doch auch oft, sich einfach gegenseitig zu lesen.
      Das Gesehensein und das da-sein-Dürfen.

      Ich wünsche Euch, dass ihr das zu ergründen und zu lösen schafft ❤
      Und dass es jenen innen bald besser geht.

      Gefällt 1 Person

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