Lethargie

ist echt was Grausames.

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Ich denk manchmal, dass man das Vielesein tatsächlich am meisten merkt, wenn man Nichts tut.

Es ist irgendwie so furchtbar.
Sich selbst zuzuhören.
Wie es unablässig innen denkt.
Und nicht heraus zu finden ist, was man nun *mehr* will – oder weniger; garnicht.
Oder, sich aufzuraffen.
Um ÜBERHAUPT was zu tun.

Es denkt und denkt und denkt
und denkt, dass man mit Denken doch beschäftigt genug sei.
Dass man vor lauter Denken doch eh keine Zeit hat
keine Lust
keine Kraft
keinen Antrieb
kein Überhauptnix
um etwas anderes zu tun.

Gestern Abend konnten wir wieder fast nicht einschlafen.
Irgendwas passiert im Körper.
Es fühlt sich an, als würde er seine Statik verändern.
Alles innen verschieben und umräumen.

Ewig tut es irgendwo weh.
Muskeln und Sehnen, die scheinbar nicht sind, wo sie sonst sind.
Oder sich entfalten – oder ziehen sie zusammen?
Werden wir mehr oder weniger?
Was passiert da nur?

Diese Körperschmerzen sind auch wirklich zum Kotzen.

Und innen schreit eins und will sich unablässig bewegen.
Will laufen; an die Luft; situps machen; sich dehnen; sich drehen; IRGENDWAS

Während andere Angst haben.
Vor dem Rausgehen.
Dem sich-lächerlich-machen
Vor Schmerzen, die vielleicht *mehr* werden.

Außerdem ist man doch so müde.
Schlafen wäre auch gut, oder?

Aber hey, dieses Nichtstun ist doch zum Kotzen.

Lesen?
Geht nicht, weil man so unkonzentriert und müde ist.
Genauso wenig wie häkeln.

Putzen?
Ja was denn schon wieder?
IST doch sauber – zumindest sauber GENUG.

Zumindest duschen und Haare waschen.
Hm… ok – aber später.
Nicht jetzt.

Mal wieder nen Zettel schreiben?
Wir hatten schon ewig keinen Zettel mehr!!!
Blumen wollten wir auch gießen.
Nicht vergessen!

Auch der Mann sagte vorhin, dass wir doch mal wieder laufen könnten.
Abends dann – klar.
Innendrin malt sich wer aus, gleich morgens allein zu laufen.
Aber es traut sich ja keiner.

Mal raus sitzen in die Sonne?
Und dann?
Lesen geht ja ned.
Dann wird langweilig.
Und Angst ist ja auch.
Weil dann sehn uns ja die Nachbarn.

Uff….
Meine Fresse!!!!
Ham wir noch andere Sorgen?
So richtige und ECHTE Sorgen?
Scheiß doch auf die Nachbarn!!!!
– nee, kannned…..

Grrrrr……

WANN LEBEN WIR DENN???????
Wollen wir warten, bis Politiker irgendwann mal sagen, Corona sei nun vorbei und jetzt wird alles wieder gut????
Glaubt irgendwer, dass das je passieren wird????
Letztlich wird Corona bestimmt bleiben – nicht anders, als Grippe und Zeug.

Man muß nur irgendwann mal anders damit umgehen.
Irgendwann mal wieder Dinge machen dürfen.
Statt nur Zuhause rum zu hocken.

Boah – erstmal wieder den Körper dehnen.
Überall kracht und knackt es.
Sehnen rollen über Knorpel, als dreht man einem Hühnchen den Schenkel raus.

Übermorgen kommt das Tattoo.
Heute nochmal Haare waschen – damits zum Mittwoch wieder paßt.
Keine Ahnung, wann wir dann wieder duschen dürfen.
Paar Tage wirds schon dauern.

Was für eine Zeit.
Ich halt mich selber irgendwie nicht mehr aus.
Noch immer laufen wir mit Plüschjacke und Fellpuschen durch die Bude.
Ok – im Erdgeschoß ist es kalt.
Hier ist sogar kalt, wenn draußen 40 Grad sind.
Dann liegen wir hier abends mit der Decke im Sessel.

Aber das hat irgendwie nichts mit kalt zu tun.
Oft erwischen wir uns, dass es uns schon ewig sau warm ist.
Aber irgendwie hat´s keiner gemerkt.

Wahrnehmung ist manchmal so ein Ding.
Mal nimmt man zu viel wahr – oder einfach das Falsche
oder zu wenig vom Richtigen?

Und dann?
Kommt man wieder drauf, dass es besser wäre, nicht so oft Tiramisu zu essen?
Weil der Bauch wieder viel zu gebläht ist.
Ach – da war ja was….
Ich vertrag ja eigentlich Milch nicht gut.
Und Weizenzeug auch nicht so.
Hm…

Warum kann man sich nicht einfach mal was merken?
Dinge, die man sich längst und hart erarbeitet hat?
Warum verfällt man unentwegt wieder in alten Scheiß?
Und immer wieder fühlt es sich an, als hätte man GERADE EBEN die größte Erkenntnis des Lebens?

Ach Mann…
Ich mag endlich in Urlaub.
Endlich an die See.
Endlich ins Stille – weg, von diesem fucking Autobahn- und Fluglärm.
Und wenn´s das nicht ist,
dann bimmelt der Arsch von Pfarrer ne halbe Stunde lang seine Glocken.
Es ist zum Durchdrehen.

Warum gibt es keinen Lautstärkeregler für Umgebungslärm?
Und andererseits ist es oft zu still.
Weil niemand mit mir spricht.

Schwierig, dieses Leben.

Euch einen schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 27.03.2020

Gedankenlesemaschine

Dieses fucking gegenseitige-triggern

Vorsicht! Ich bin der Tod!

28.03.2020

Es ist SEIN Thema

Irgendwie hängt alles immer am Fühlen

4 Kommentare zu „Lethargie

  1. Jaja…
    Manches davon kennen wir auch.
    Alles, was muss, geht.
    Arbeiten zum Beispiel.
    Aber dann…

    Im Bett bleiben is hoch im Kurs.
    Oder wahlweise auch Couch.
    Weil wieder wer Kleines heult und/oder Angst hat und trösten klappt nich so nebenbei, während man was anderes macht.
    Oder am Computer daddeln oder Videos vom Mars schaun.

    Aber mal was Nützliches tun?
    Schwer.
    Nich mal was eigentlich Schönes geht, kein Plan, warum.
    Also Garten oder Malen oder so.
    Lesen geht zum Glück grad wieder.

    *sfz*
    Warum denn bloß?
    Was is denn drinne los?!?
    Ging doch sonst wenigstens etwas mehr… 😕

    Gefällt 1 Person

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