Ich hab mich ja schon öfter gefragt,

ob ich vielleicht eine ähnliche Gabe habe, wie meine Mama.
Ob ich fühlen kann, wie es anderen Menschen geht.
Ob ich meinen Mann und meine Tochter fühle.
Oder, was GENAU ich eigentlich fühle.

Wer bin ICH in meinem Fühlen?
Und wer sind ANDERE?

Ich finde den Tag bisher äußerst gruselig.
Ich habe so ein irre komisches Gefühl.
Alles so surreal; so unwirklich.
So überzogen dunkel.
So angsterfüllt.
So beängstigend.

Nun zieht hier auch noch der ohnehin schon graue Himmel zu.
Es wird immer noch und noch dunkler.
Wattiger.

Ich erreiche keinen bei der Werkstatt.
Es fühlt sich an, als sei ich unsichtbar.
Nicht existent.
Ein Geist.

Irgendwie nicht da.

Ich habe gerade immense Lebensangst.
Ich denke unentwegt an die Tochter.
Gucke ewig auf facebook.
Vorhin war sie kurz online.

Ob sie nun doch arbeiten gegangen ist?
Sie ist ansich derart zuverlässig, dass ich vermute, es fällt ihr schwer, einfach nicht hin zu gehen.
Auch nur, um zu gucken, ob sie tatsächlich zurück soll, an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz.

Oder ein letztes Mal das Gespräch zu suchen.
Aber was, wenn sie im Affekt dann doch kündigt?
Sie selbst?
Weinend dort weg rennt, weil sie sich provoziert und mißverstanden fühlt?

Ich denke zu viel.

Sie ist 30.
Vielleicht sollte ich einfach drauf vertrauen, dass sie tut, was sie tut.
Das, was sie für richtig hält.
Ihre eigenen Fehler macht – oder auch nicht.
Ich kann sie nicht bis zum Lebensende (ihrem) beschützen.
Es ist ihr eigenes Leben.

Schwierig heute.
Dieser Tag.

Mein Herz rast.
Ich hab Kopfschmerzen.
Ein Gefühl, wie benommen.

Auch der Mann war heute Früh irgendwie daneben.
Er hörte nicht auf zu reden.
Er redet im Stakkato.
Unaufhörlich, immerzu und eindringlich.

Aber ich weiß inzwischen, dass es zwecklos ist, ihm das zu sagen
Da wird er dann aufbrausend und gereizt.
Weil das stimmt doch garnicht.
Er ist doch so, wie immer.

Er merkt seine eigene Anspannung nicht.
Es ist, als würde er Steine zerbeißen.
Aber er merkt es nicht.
Nur ICH.

Irre – jetzt scheint die Sonne zwischen den Wolken durch.
Für einen Moment.
Dann wird es wieder dunkel sein.

Was ein komischer Tag.
Irgendwer in mir ginge am liebsten ins Bett.
Am allerliebsten für immer.
Angst.
Angst vor dem Leben und vor allem.
Lieber weg sein.

9 Uhr.
Und innendrin hofft man schon auf morgen.
Vielleicht wird morgen besser.
Leichter.

Fühle ich andere?
Aber weshalb weiß ich nicht, WEN?
Nicht genau und wirklich?
Warum konnte meine Mama bei mir anrufen? Und genau wissen, was mit mir los war?
Und ich nicht?
Oder fehlt mir nur Übung?
Feedback?
Bestätigung?

Ich bin nervös.
Es bebt und zittert.
Und ist gleichzeitig gelähmt und müde.
Ohnmächtig und resigniert.
Welch ein Leben….
Und wozu?

Ich hab schon abgespült; der Müll steht im Flur.
Die Wäsche auch.
Ich muß noch duschen.
Zumindest irgendwie ein bißchen.
Mag das Tattoo nicht wieder naß machen.
Es juckt.
Dabei hab ich es schon gecremt.

Wie geht das nur immer?
Dass man alles auf einmal ist?
Schreien und schweigen?
Tun und gelähmt sein?
Müde und aufgedreht?
Alles zugleich?
Und am Ende ist man derart überfordert, dass man GARNICHTS tut.
Außer zu hoffen, dass es vorbei geht.
Abwarten.
Bis man sich selbst wieder (er-)kennt.

2 Kommentare zu „Ich hab mich ja schon öfter gefragt,

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