Es ist verrückt

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Es ist 8.16h und ich sitz hier fix und fertig mit allem, das ich heute hätte tun können.
Ich war wach um halb 5.
Der Mann kam glaub, auch schon gegen 5 aus dem Bett.

Dann war er fort zum Büro und ich hab angefangen abzuspülen.
Abgestaubt.
Und gegen 7 hab ich gestaubsaugt.
Die gesamte Bude ist sauber.
Zigaretten sind gedreht, ich hab schon geduscht und die Sonne scheint.

Blöd, dass unser Auto gestern doch nicht fertig wurde.
Ich wollte heute ansich zur Tochter fahren.

Stattdessen darf ich nun warten, bis die irgendwann anrufen und sagen, dass ich mit dem Taxi kommen kann.

Ich hatte am Freitag nur noch ein bißchen Obst und Gemüse gekauft – zum Glück VOR der Werkstatt.
Damit sind wir die Tage nun rum gekommen.
Aber wir ham nun nix mehr zum Essen Zuhause.
Und ich sollte wohl einkaufen.

Notfalls mach ich das erst Donnerstag.
Dann müßten wir halt wieder bestellen.
Bloß mit dem Frühstück wird es dann doof.

Gestern hatte ich ja eigentlich gewartet, dass die mich zum Abholen bestellen.
In die Werkstatt, mein ich.
So saß ich dann gestern den ganzen Tag hier und hab Blacklist geguckt.
Spannend.

Ich glaub, meine Tochter war traurig, dass ich nun doch nicht schon heute kommren kann.
Ich hoffe inständig, die kriegen das dann wenigstens heute fertig.

Dieser Corona-Mist könnte nun langsam mal fertig sein.
Ich hab so elends die Schnautze voll vom TV-Glotzen.
Und vom Drinhocken.
Während andere womöglich gar nach Malle fliegen.
Und ich Idiot soll brav Zuhause sein.

Wo könnte ich auch hin wollen?
Hier um das Haus herum ewig spazieren gehen will weder der Mann, noch ich.
Wir ham die Schnautze so voll.
Wir wollen endlich mal in Urlaub fahren.
Und wenn es nur 4 Tage gut 150km von hier weg wären.
Ich weiß noch immer nicht, was ich dem Mann zum Geburtstag schenken könnte.

Er wird 40.
Und ich habe absolut garkeine Idee.
Und einen Aufguß der schönen Überraschung, die er mir letztes Jahr zum 50sten gemacht hat?
Ist doch irgendwie kacke, oder?
Ich hab noch seine Kerzen, Leuchtstäbe, Flitterzeug, die Geburtstags-Lichterkette, …
Ich könnt grade alles wieder fast genauso dekorieren, wie er das tat.

Aber hey…. ist das nicht Scheiße?
Fast die eigene Überraschung 1 Jahr später dann SELBST zu kriegen?

Ich weiß nicht – ich würd ihn so gern nochmal einladen zum Tantra.
Ich weiß, dass ihm das Freude machen würde.
Aber es geht nicht.

Und selbst wenn ich nun womöglich alles so vorbereiten würde,
dass es HIER fast genauso aussehen, riechen und klingen würde, wie dort
Und ICH ihm eine Tantra-Session machen würde
dann wäre es doch nicht das Selbe.

Und sonst so?
Hat er eigentlich alles, was er möchte.
Wir brauchen nix.
Es gibt einfach nichts zu schenken.

Nichtmal Essen dürfen wir gehen.
So, wie bei mir, als wir dann, wie so oft sowieso schon, bestellten.

3 runde Geburtstage hat uns Corona versaut.
Die Tochter, den Mann und mich.
30, 40 und 50.

Es kotzt mich echt an.

Aber vielleicht ist es zumindest in 10 Jahren besser.
Vielleicht können wir dann wenigstens 40, 50 und 60 feiern.

Erschreckend irgendwie.
Diese Zahlen.
Wenn man sich doch oft so klein fühlt.
Und so jung.

Die Sonne scheint.
Obwohl der Wetterbericht für gut 2 Wochen am Stück grau in grau ankündigte.
Ich bin dankbar.
Sonne tut so gut.
Alleine schon, wenn sie einfach zum Fenster herein in die Bude strahlt.

Im Haus, das neu gebaut wird, sind die Dachdecker da und knallen mit der Luftdruckpistole Nägel in die Latten.
Unaufhörliches Schießen und Sägen.
Auch durch geschlossene Fenster.
Und mit jedem Schuß erschreckt der Körper.
Da kann der Kopf noch so genau wissen, dass es gleich wieder knallt und weshalb.
Der Körper zuckt.
Bei jedem Knall.

Es ist anstrengend.

Ich kann jetzt frühstücken, dann Zähne putzen und meine CBD-Tröpfchen nehmen.
Das EINE.
Es ist derart krass zu merken, was es alles verändert.
Ein einziges Tröpfchen öliges Zeug, das nach vergorener Wiese schmeckt.
Morgens und vor dem Schlafen.
Besser, als Muskelrelaxanz.

Der Mann hat es heute Früh vergessen.
Aber er kommt eh nachher Heim – er hat Thera.

Tja… was soll man schreiben?
Außer Alltagskram?

Es ist, wie es oft so ist.
Hin und wieder irgendwelche Trigger
Erinnerungen
komische Gefühle
Kuscheln mit dem Schaf
Kindergefühle
auch mal ganz viel Wut oder auch Resignation und Mutlosigkeit.
Verzweiflung, Ohnmacht, Hoffnungslosigkeit.
Alles bunt durcheinander.

Aber es ist aushaltbar.
Irgendwie so halt, wie es ist.

Ich bin froh, dass ich überhaupt fühlen kann.
Oft fallen mir mehr und mehr Menschen auf, die das wohl nicht können.
Und es womöglich genauso wenig merken, wie ich früher.

Traurig.

Ich wünsche Euch einen schönen und guten Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 13.04.2020

Mist, ständig so viel zu vergessen

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