Es ist so grausam

mit dieser scheiß Triggerei.
Mit diesem Jammern.
Und was daraus erwächst.

Guten Morgen, ihr Lieben

Der Mist ist ja, dass sowohl der Mann UND wir
von Jammern getriggert werden.
Wir halten das BEIDE nicht aus.
Aber klar – immer bloß beim ANDEREN nicht.

Wenn man SELBST jammert, ist das ja was anderes.
Denn man hat ja einen Grund.

Ich kann den Mann durchaus verstehen.
Mein Hirn kann kognitiv die Logik erfassen.
Begreifen, dass er grausame Schmerzen hat.
Und dass er deshalb so guckt, wie er guckt
so ächzt, wie er ächzt
und so rumnervt, wie er rumnervt.

Andererseits sagt aber ebenfalls das Hirn,
dass ein Mensch der Schmerzen hat
und weder selbst was dagegen tut
noch den Rat anderer annimmt
am Ende auch selbst mit dran Schuld ist, wenn es nicht besser wird.

Und irgendwann auch mal das Verständnis ein Ende hat
die Geduld
das ewige Abnehmen von Dingen, die ihm schwer fallen
das ständige Zurückstecken und Entgegenkommen.

Es entsteht WUT.
Es ist unfair und ungerecht.
Und seine komischen Spielchen,, die er vehement abstreitet,
sind Scheiße.

Klar, er manipuliert.
Sagt aber, das sei nicht so.
Und genau DAS macht es noch schlimmer.
Ich bin doch nicht blöd.
Ich laß doch nicht nach so vielen Jahren noch immer den alten Scheiß funktionieren.

– und untendrunter funktioniert es DOCH.
Weil ja, man HAT ein schlechtes Gewissen.
Ja, man FÜHLT sich schuldig.
Ja, man denkt, man sei BÖSE und GEMEIN.
Ja, man versucht trotzdem ganz viel zu tun, von dem man annimmt, es mache, dass der Mann wieder „gut wird“.

Es ist alles so furchtbar.
Sein Kack-Rücken.
Aber den hat er schon sein ganzes Leben.
Und auch seine Schmerzen.
Mal mehr, mal weniger – aber IMMER.

Ich könnte das alles ganz gut akzeptieren
wäre es andersrum nicht oft auch so gemein.

Weil wenn ICH mal mehr Schmerzen hab, als ich sonst eh immer hab,
dann zieht er mich auf.
Dann lacht er mich aus und frozzelt, dass ich jetzt ja mehr hinke, als ER.
Oder er schmälert es und macht es kleiner – weil SOLCHE Schmerzen, wie ER sie aushält, könnte ICH ja garnie haben.

Er nimmt mich nie ernst.
Er erklärt mir dauernd, dass ER ja schließlich eine Lähmung hätte – die sieht man.
Bei mir sieht man ja nichts.

Auch er hält mein Gejammer nicht aus
– weil dann bin ich ja, wie seine Mutter.

Wenn es MIR nicht gut geht, hat er scheinbar keine Skrupel, gemein zu mir zu sein.
Oft.
Aber in Wahrheit ist ER oft wie seine Mutter.
Auch sie ist gemein und lacht über andere.
Oder
wenn SIE Schmerzen hat, jammert sie auch bloß.
Und kümmert sich aber nicht, dass es besser wird.
ANDERE sollen sich dann kümmern.

Jammern…. das ist eine riesige Baustelle noch.
Und der Mann will das alles aber nicht hören.
Weil ihn auch DAS triggert.
Wenn ich sage, dass er wie seine Mutter sei.
Weil DAS will er ganz bestimmt nicht.
Und tut es DOCH.

Gestern hatte er vom Arzt dann Sprizen gekriegt.
An 2 Stellen jeweils so 4 oder 5x rein gepiekst.
Der Arzt hatte ihn gefragt, wie er DAS wohl überhaupt aushält?
Man SIEHT, wie die harten Gnubbel der Muskeln sich im Rücken raus drücken.
Aber klar, was soll er auch sonst tun?

Zur Physio hatte es dann nicht mehr gereicht.
Der Arzttermin hatte länger gedauert und die über 1 Stunde Zeitfenster hatten nicht gereicht.
Blöd.

Dann hat er gestern ständig und andauernd auf Fußball geschaltet.
Sobald ich mal aufs Clo oder rauchen wollte, hörte ich das elende Gekreische irgendeines Kommentatoren.
Jedes Mal triggerte mich das in schlimme Kindergefühle und ich hätte heulen können vor Verzweiflung.
Aber er merkt das nicht.
Und als ich es ihm irgendwann zu sagen versuchte – das kommt dann ja meist mirt Wut oder Verzweiflung – da zog er wieder eine Fresse.
Obwohl wir ja bereits mittags mit dem Fußballthema zu tun hatten.
Aber ich muß ihn öfter mehrmals erinnern; mehrmals bitten; mehrmals mich zwingen zu kommunizieren, obwohl ich das eigentlich garnicht KANN.
Weil ich eben LEIDE und innerlich durchdrehe.

Heute Früh hat er mir dann ans Ohr gejammert, dass es bestimmt das Kissen sei.
Er hätte mir ja gesagt, dass er das Kissen lieber anders mag.
Ja, hatte er.
Immer mal wieder.
Aber als das Körnerkissen noch im größeren Bezug war – und dadurch flacher und weicher – hatte er AUCH gejammert.
Ich hab´s ja nur deshalb in einen kleineren Bezug gesteckt, weil es ihm so flach AUCH Schmerzen gemacht hatte.

Außerdem tut ihm nicht der Nacken weg, sondern der Unterrücken.
Und dort liegt ein anderes Kissen, das er da irgendwann man dazu gelegt hatte,, weil es unterm Kopf Mist war.
Aber einfach WEG tun?
Nö.
Dann kommt es halt zum Seitenschläferkissen noch ZUSÄTZLICH ins Bett.

Keine Ahnung – ich hab´s ihm jetzt einfach mal geklaut.
Vielleicht ist es DAS, was ihm nachts immer blöd unterm Hintern liegt und ihm Schmerzen macht.

Die Spritzen helfen nicht.
Er hat noch immer dieses Gesicht.
Ich hab vorhin versucht, ihm zu erklären, wie das mit den Triggern ist.
Aber da hat er dann noch leidender geguckt und so, als gäbe ich ihm eben den Gnadenstoß gemeint, ich solle es doch einfach lassen.

Den Osteopath könnte er dann ja nächste Woche fragen, ob er vielleicht öfter für ihn Zeit hat.
Ich erinnerte ihn daran, dasss dieser, je mehr Vorlauf er hat, das auch besser organisieren könnte.

Und der Mann ging arbeiten.
Weil er Zuhause ja genauso Schmerzen hat, wie dort.

Aber wo kommen sie her?
Diese Schmerzen?
Was, wenn es eben DOCH am Arbeiten liegt?

Ich weiß, dass der Mann Angst hat, ich könnte ihn verlassen, wenn seine Beeinträchtigung größer würde.
Wenn irgendwas passieren würde, das ihn womöglich in den Rollstuhl zwingt.
Wenn irgendwas wäre, das ihn – eher in SEINEN Augen – zu meiner „Last“ werden lassen würde.

Aber ich hab ihm schon immer gesagt,
dass es niemals seine BEHINDERUNG sein würde, die mich zur Flucht zwänge.
Sondern allenfalls sein WESEN.

Weil es Dinge gibt, die ich nicht aushalte und nicht ertrage.
Und wenn er aufhören würde, an sich zu arbeiten
wenn er anfinge, eklig zu werden, gemein und unfair
Wenn wir nicht mehr reden könnten über jenes, das uns weh tut – was der andere tut
DANN.
Womöglich.

Dass er derart große Anteile seiner Mutter hat
sowohl in der Lethargie, als auch der Manipulation
das will er immer nicht hören.
Auch von seinem Vater – diese wahnsinnige Unterwerfung und Resignation.

Und klar, wenn man höllische Schmerzen hat, kann man sich selbst schlechter regulieren.
Man verfällt in Automatismen.
In alte Muster.

Und diese zwingen dann MICH in MEINE Muster.
Verteidigung, Angriff, Abgrenzung.
Weil dann MICH mein Seelenweh ebenso zwingt.
Mich klar zu positionieren.
So, wie früher gegenüber der Oma.

Es sind sehr ähnliche, fast gleiche Gefühle in mir.

Wut, Ekel, Abscheu, Verzweiflung, Ohnmacht, …
Ich ertrage ihn kaum.

Es ist so unerträglich.
Sein Jammern und seine Körpererscheinung sagt mir, dass ich irgendwas TUN soll, um ihm zu helfen.
Ich nehme ihm seine Aufgaben ab; gebe ihm das Wärmekissen in den Rücken; bringe ihm Tee und betüddel ihn.
Sein mich Angreifen zwingt mich in Verteidigung und Angriff.
Wenn ich ihm das dann zu erklären versuche sagt er,
das stimme alles überhaupt nicht.
Und ich irre mich.
Und er wolle garnix.
Und dann guckt er wieder, als sei ICH jetzt Schuld, dass es ihn nun auch seelisch schlecht geht.
ICH bin gemein; ICH bin unfair; ICH bin verständnislos.
Aber auch DAS stimmt dann nicht.
Weil das tut er doch garnicht.

Und am Ende bin immer nur ICH Kacke.
Weil ICH alles falsch verstehe
ICH alles falsch mache
ICH alles erst mache, wie es ist.

Genau so, wie früher.

Jammern macht, dass Oma lebt.
Oma ist nicht tot.
Die tut nur so.
In Wahrheit ist sie noch immer bei mir.
IN mir.
Immerzu und ewiglich.

DAS ist unerträglich.

Vorhin fiel mir ein, dass ich letzte – oder vorletzte? – Woche der Tochter vorgeschlagen hatte, vielleicht heute zu kommen.
Wir hatten dann aber nicht mehr groß davon gesprochen, weil mich auch die Impfung geschlaucht hatte.
Vielleicht frage ich sie nachher einfach, ob sie Lust hat, dass ich spontan doch noch komme?
Vielleicht täte mir das gut?
Mal gucken.
Es ist schon viertel vor 9.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 11.05.2021

Pfui, ist das ein Dreckswetter

Mag ein Filmchen teilen

4 Kommentare zu „Es ist so grausam

  1. Übel echt!
    Ich hasse solche Zwickmühlen. Leider haben wir solche hier auch. Nicht das was ihr beschreibt, aber so ähnlich.
    Ist schon Mist, wenn beide Partner traumatisiert sind und da noch nicht voran kommen in der Therapie,geht auch nicht mal eben, ist klar. Nur kotzt es einen an, man fühlt sich Ausweg los.
    In uns triggert das dann immer den Weglauf Modus an, wobei vorher natürlich alles mögliche andere angetriggert wird, auch Suizidalität.
    Im Grunde bin ich da fast schon froh, dass Wechsel es vergessen machen in kurzester Zeit, weil sonst wäre man garantiert keine 17 Jahre zusammen geblieben.
    Wär ja schön, wenn das vergessen da für immer wär, nur ist das Gegenteil der Fall, weil welche sich ja jedes Detail so „merken können“, dass die selbst nach Jahren alles direkt vor dem inneren Auge haben, als wär es Gestern. Und wenn die dann kommen und sich Luft machen, dann zerstört es den Mann regelrecht, weil ihm dann alles mögliche vorgeworfen wird… Und wir anderen leiden darunter, weil wir uns dann für ein böses Monster halten… Ach man, es ist wirklich super schlimm und ich weiß irgendwie auch kein Ausweg. Svhweiß Trigger!

    Wir fühlen mit euch mit. Und wünschen euch beiden mit Liebe, Mitgefühl und Frieden das Übel zudecken zu können, so weit es halt irgendwie geht.
    Und dass ihr beide daran arbeitet, die Muster zu erkennen und zu ändern.
    ♥️♥️♥️

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke, dass Ihr das auch von Euch hier schreibt ❤

      Das Weglaufen oder Sterbenwollen war unsere ersten 3 Jahre lang noch sehr heftig und oft.
      Inzwischen scheinen andere da bessere Mittel und Recourcen zu haben – auch, wenn es nach wie vor manchmal ganz tief drinnen noch leise nach solchen "Lösungen" weint.

      Luise oder Brundhild sind bei uns solche, die in Wut dann auch noch den letzten alten Mist raus kramen. Dinge, die längst aufgeräumt scheinen oder als "nicht so schlimm" oder "menschlich" definiert und abgehakt wurden.
      Die Mädels sind hier echt nicht ohne, wenn es drum geht, *all den schllimmen Schmerz*; *all das Unrecht und die Unfairness* und die *menschlichen Verfehlungen* unserer Beziehung dem Mann um die Ohren zu hauen.
      Gestern – oder war´s heute? – dacht ich noch daran, dass Michi da wohl auch manchmal einige Worte verliert.

      Es ist oft so schwer, sich selbst zu kapieren und solchen zerstörerischen Dingen Einhalt zu gebieten.
      Weil klar, man kann sowas durchaus auch ANDERS sagen und GEMEINSAM Lösungen finden.
      Oder Verständnis gewinnen für die Schwächen des Partners – GEGENSEITIG.
      Man hat ja selbst ebenfalls welche.

      Wir bleiben dran.
      Man merkt es ja dennoch, dass es besser wird.
      Nicht immer, aber öfter.
      ❤ ❤ ❤

      Gefällt 2 Personen

      1. Klar, theoretisch kann man das alles vernünftig und liebevoll sagen. Aber leider gilt es nicht für alle von uns. Manche sind halt nur in ihren starken Emotionen und sehen nur sich selbst und ihren krassen Schmerz und ihr verletzt sein. Ich kann es anders sehen und ausdrücken, die aber nicht.
        Nur kann der Mann es nicht wirklich immer sehen wer da von uns ist. Und vor allem deshalb nicht weil er ja selbst getriggert ist… Es schaukelt sich hoch und aus einem lächerlichem Fehler wird eine Katastrophe für jene.

        Ja, und wir selbst begreifen es auch nicht unbedingt immer was abgeht. In der Situation selbst jedenfalls selten, hinter her natürlich schon.

        Wichtig es zu teilen, zu sehen, es geht nicht nur uns so. Daher Danke EUCH
        ♥️♥️♥️

        Gefällt 1 Person

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