Die Tochter ist traurig

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Gestern war der Termin beim Notar.
Wir hatten die Tochter gestern dort vor der Türe getroffen.
Und sie hat sich unglaublich gefreut, dass sie in unseren Tattoos vorkommt – ganz besonders beim Mann.

Nein, es wird nichts werden.
Nicht das, was die Tochter sich wünschte – oder auch der Mann.
Nichts davon.
Nicht mal die Hälfte.

Der Notar war wirklich ausgesprochen nett.
Geduldig.
Auch über alles Erwartete hinaus EHRLICH und OFFEN.
Er hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt.
Mit seinen Äußerungen und Bemerkungen; seinen Betitelungen des Exmannes.
Seinen Schilderungen seiner (Berufs-)Erfahrungen.
Mit Richtern, unseren Gesetzen und unserer Gesellschaft.

Der Weg wäre nicht nur über alle Maßen hinaus HART.
Sondern er wäre bereits von Anbeginn an AUSSICHTSLOS.
Und er sei nicht bereit und willens, nur um Geld zu verdienen, uns ins Messer zu schicken.

Man sah ihm seine Erleichterung an, als wir klar sagten, dass wir dann davon absehen.
Wir haben aufgehört, bevor es anfing.
Wir lassen schlafende Hunde pennen.
Es ist besser so.

Es fängt alleine schon damit an, dass der Mann zu jung ist.
Das läßt sich ja nunmal nicht ändern.
Und das Gesetz sieht vor, dass ein Adoptivvater auch tatsächlich zumindest rechnerisch der Vater sein KÖNNTE.
Anträge, wo ein Mann zu adoptieren versucht, welcher vielleicht 15 oder 16 Jahre älter ist, als das hypothetische Adoptivkind
werden ABGELEHNT.
Völlig wurscht, was sonst noch auf dem Zettel steht.
Alleine nur deswegen, weil Richter sagen, für einen VATER sei er zu jung.
Männer hätten in der Regel nicht schon mit 14 oder 15 Kinder.
Und WENN, dann sind sie eigentlich keine wirklichen VÄTER – sondern eher vielleicht Kumpels.
Und der Mann wäre ja noch nichteinmal zeugungsfähig gewesen – mit 10.

Es ist also alleine wegen des Alters völlig undenkbar, dass ein Richter ihm die VATERrolle zugestehen würde.
Es gibt unzählige Urteile, auf welche sich berufen wird.
2 Sätze, um den Richterspruch zu begründen.
Verfahren beendet; abgelehnt; tschüß.

Erschwerend sei, dass die Tochter schon 18 war, als sie sich kennenlernten.
Eine Minderjährigenadoption ist also unmöglich.
Und zusätzlich, dass wir niemals in einem gemeinsamen Haushalt gelebt hatten.
Wie hätte sich also auf diese Art ein VATER-Tochter-Verhältnis überhaupt entwickeln können?
Es wäre vielleicht allenfalls eine tiefere Freundschaft.

Dazu kommt, dass der leibliche Vater tatsächlich wohl DOCH zustimmen muß.
Das wird er nie und nimmer tun.

Weil – Achtung!!! – es geht mal wieder um ELTERNrechte.
Weil der Vater ja dann seinen Versorgungsanspruch verliert und aufgibt,
den das Kind gegenüber der Eltern hat,
wenn diese dann alt werden.

Und weil dieses ELTERNrecht nunmal besteht
und wichtig ist,
hat er das RECHT
sich einer Freigabe des Kindes zu widersetzen.

Und es ist völlig scheißegal, unbedeutend und gleichgültig,
ob er wohl jemals auch seine ElternPFLICHTEN erfüllt hat.
Ob er jemals wirklich ein Vater gewesen war
überhaupt, wohlgemerkt.
ob gut oder schlecht ist piepegal.

Und da er irgendwann vom Jugendamt gezwungen worden war
Unterhalt zu bezahlen
und er diesem ZWANG auch nachkam
macht ihn alleine DAS bereits zu einem GUTEN Vater.

Es berechtigt ihn zumindest,
dass nun auch die Tochter
gezwungen werden kann,
für SEINEN Unterhalt aufzukommen.

Gut – vorausgesetzt, sie verdient genug.
Da sie aber in eher wenig-verdienendem Beruf arbeitet, hat sie gute Chancen, davon zu kommen.
Notfalls kann sie DANN, wenn eine Zahlungsaufforderung tatsächlich eingeht, Widerspruch einreichen und es begründen und zur Prüfung geben.
So war das dann bei mir.
Und bei mir wurde dann festgestellt, dass mein Vater durch sein eigenes Verhalten meine Fürsorgepflicht verwirkt hatte. Das ging ganz unkompliziert.

Somit ist also der Antrag alleine wegen des geringen Altersunterschieds also sowieso und grundsätzlich unsinnig.
Wir haben NULL Chance alleine deswegen.

Dazu kommt dann aber, dass selbst wenn der Mann älter wäre,
der Vater also zustimmen müßte.

Was bedeutet,
dass es zu einer Gerichtsverhandlung käme.
Einen Termin, bei welchem die Tochter, der Mann, ich UND auch der Exmann
gemeinsam vor einem Richter säßen.
Und wie gesagt, die VaterRECHTE mehr Gewicht haben, als all die Gewalt, die Ignoranz, die Selbstherrlichkeit und der gesamte Mist, den das Arschloch je verbrochen hat.
Der Notar sagte, dass selbst Mörder und andere Schwerverbrecher ihre Vaterrechte so gut wie niemals verlieren.

Und es ist piepegal, wie es dem *Kind* dabei geht.
Oder was es will.

Wenn der nicht WILL
Und nicht erlaubt
Und nicht los läßt
freiwillig
dann wird das nix.

Dazu kommt, dass die Kosten für solch ein Verfahren
berechnet werden aufgrund des vorhandenen Vermögens
der Antragsteller.
Das bedeutet, dass mein gesamtes OEG-Geld, der Lohn vom Mann und alles, was wir besitzen
die Grundlage wäre,
wieviel uns das kostet.

Ich müßte das alles offenlegen und angeben.
Wir bräuchten zusätzlich einen Anwalt, der auch Geld kostet.

Und dann diesem Arschloch im Gerichtsaal gegenüber sitzen und zuhören,
wie er wieder alles verdreht, lügt, erfindet
und am Ende MICH als Arschloch hinstellt
die Tochter beschimpft
unsere Adressen erfährt
uns angreift, verletzt, womöglich anschließend stalked
vor unseren Türen steht, anruft, Zeug schicken läßt
weiß der Geier, was dem alles einfällt.

Und dazu dann käme, dass er mit seinen VATERRECHTEN ohnehin gewönne.
Weil wenn er nicht WILL, dann braucht er nicht.
Einverstanden sein.

Und er würde grinsend an uns vorbei gehen.
Als Gewinner.
Und sich tot lachen.

Der Notar sagte der Tochter,
dass man hoffen könnte, er stirbt bald.
Weil wäre er tot, dann könnte unter Umständen vielleicht eine Adoption klappen.
Vielleicht.
Zumindest wäre der Preis nicht so hoch, wenn es doch nicht klappt.
Wer nicht mehr lebt, braucht auch nicht zuzustimmen.

Schwierig war auch, dass es allzu offensichtlich wurde, dass es der Tochter in Wahrheit vielmehr darum geht,
ihren Vater LOS zu werden,
als im Mann einen NEUEN Vater zu bekommen.

Und der Notar sagte, das sei bei Richtern die röteste Alarmlampe und Auslöser für eine Ratzfatz-Ablehnung,
weil ein Adoptionsverfahren nicht dazu dient, jemanden WEG ZU MACHEN.
Das sei die falsche Intention.

Und ok, der Mann hatte das bereits geahnt, es hat ihn nicht verletzt.
Aber der Notar gab ihr dann Tips,

weil um ihren Vater weg zu machen,
muß sie ja nicht zwingend diesen Weg gehen.
Sie braucht ihn doch lediglich aus ihrem Leben zu streichen.
Seit sie volljährig sei, hätte er ihr doch nichts mehr zu sagen; keine Macht mehr über ihr Leben; kein Bestimmungsrecht.
Sie könnte ihn im Telefon doch ignorieren.
Mails ungelesen löschen.
Nicht mehr über ihn sprechen.
Ihm keinen Raum mehr geben, in ihrem Leben.
Und sich stattdessen lieben Menschen zuwenden.
Statt diesem idiotischen Arschloch (hat er wirklich gesagt).

Und ja, er hat Recht.
Aber klar, sie hätte so unsagbar gerne unseren Namen gehabt.

Ich weiß nicht, wie das ist mit einer Namensänderung?
Ob das auch eine Möglichkeit wäre?
Dann halt ohne Adoption?

Außerdem scheint es ihr ein Problem zu machen, dass sie sein Erbgut hat.
Dass sie Teil ist, von ihm.
Aber das würde auch eine Adoption nicht zu ändern vermögen.

Ich weiß nun, dass ich lernen muß,
anders mit ihr zu reden.
Der Traumamist muß weniger werden.
Nicht so viel davon, wie Scheiße er war/ist.
Sondern vielleicht mehr davon, was man daraus lernen könnte?
Sie, für sich selbst und ihr Leben?
Weil auch ich oft denke, dass all das, was unsere Eltern NICHT geschafft haben,
uns irgendwie auffordert,
genau dort andere, eigene, bessere Wege zu finden?
Es aufzulösen und zu heilen?
Statt gemein, gewalttätig und herzlos zu sein, wie SIE
es zu schaffen, einen besseren und guten Weg zu gehen?

Fakt ist doch,
dass ohne den Ex
die Tochter nicht leben würde.
Und ohne den Ex und all das, was gewesen war,
wäre sie entweder nicht existent, oder völlig anders.

Und es gibt viele Menschen, die sie MÖGEN.
Lieb haben.
Und froh sind,
dass sie DA ist und SO WIE SIE IST.

Es ist alles GUT, wie es ist.
Auch SIE. GERADE sie.

Die Maus mußte nach dem Termin direkt zur Arbeit.
Sie war traurig und niedergeschlagen.
Deutsches UN-Rechtssystem.

Der Mann und ich machten uns noch einen netten Mittag in der Heimat und fuhren dann so gegen halb 4 wieder nach Hause – überland.
Wir hatten die Nacht nicht so gut geschlafen – ich war schon um 2.30h wach und stand letztlich um 3.30h auf.
Auch der Mann kam dann glaub um 4 aus dem Bett.

Wir waren dann auch recht früh schlafen.

Die Tochter hatte dem Mann gestern Abend noch eine Whatsapp geschrieben 🙂
Sie macht heute einen Termin in ihrem Tattoo-Studio aus, um das Tattoo ihres Erzeugers covern zu lassen.
Und sie hatte den Mann in ihren Kontakten umgenannt – er heißt jetzt *Dad*.

Am Ende ist es völlig wurscht, was auf irgendeinem Zettel steht; in einem Urteil ANDERER.

Am Ende ist es das HERZ, das Wahrheit schafft.
Die Liebe.


Anderes Thema:

Vorgestern haben wir unseren Plan tatsächlich umgesetzt.
Wir haben in die DVDs geguckt.
Zumba.

In der ersten DVD stellen sie die Schritte vor.
Man übt ein bißchen.
Schrittfolgen und Armbewegungen.
Mit vielen Erklärungen, eins nach dem anderen.
Und Musik.

Wir waren echt baff, dass wir FREUDE fühlten; SPASS.

Es war so ganz unerwartet und plötzlich piep egal,
ob wir das können oder nicht
wie wir aussehen
wie wir schnaufen
ob es uns leicht fällt, oder nicht

Es war irgendwie spannend, cool und wertvoll,
uns zu FÜHLEN
uns zu ERFAHREN
zu ERLEBEN

Einfach mal – ein bißchen, wie von außen – mitzukriegen,
wie das eigentlich so ist, mit dem Körper.
Wie fühlt er sich an?
Wie läßt er sich bewegen?
Wo ist er steif; wo beweglich?
Wo tut es weh?
Wie sehr?
Dieser Rhythmus der Musik; die Freude am „Zappeln“; der Spaß am „einfach mal machen“.

Auch all das Gute daran, einfach auf „Pause“ drücken zu können.
Scheiß egal, wie oft.
Scheiß egal, auch wenn man grad nur 2 Minuten wieder was gemacht hatte
Scheiß egal auch, immer wieder zurück zu spulen.
Scheiß egal, zu merken, dass es mit den Füßen leichter ist, als wenn dann auch noch Armbewegungen dazu kommen.
Oder, dass es Schritte gibt, die man leichter kapiert – und andere gefühlt NIE!!!

Auch scheiß egal, dass überall der Speck wabbelt.
Scheiß egal, wie man aussieht.
Scheiß egal, wie lang man überhaupt kann; will.

Es ist FREIHEIT.

Zuhause und ganz alleine durch DVDs zu gucken.
Zu sein, wer und wie man IST.

Es war sehr deutlich, dass es undenkbar wäre, Zumba in irgendeinem Kurs zu machen – mit anderen Menschen in der Gruppe.
Echten, realen Menschen, die höchstwahrscheinlich die Augen rollen würden.
Sich beschweren, weil man nicht mitkommt.
Sich ärgern, wenn man alles x-mal wiederholen müßte.
Oder lachen, weil man einfach in diesem Tempo nix hin kriegt und ewig hinterher hechelt.

Wir fühlen und erkennen unsere Schwächen.
Unsere riesigen Defizite.
Was Körpergefühl, Merkfähigkeit, Koordination und vor allem Kondition betrifft.
Wir merken, dass wir nicht dem „Standard“ folgen könnten.
Dass wir solcher Leistung nicht gewachsen wären.

Aber wir merken AUCH,
dass es durchaus geht.
sich bewegen
sich fühlen
Rhythmus-Freude, Körper-Freude, Freude mit uns SELBST.
Und Bewegung.
Lebendigkeit.
Nur eben auf UNSERE Art.

Es ist eine unsagbar große Erkenntnis.
Auch zu merken, dass es GUT tut.

Mehrfach hatten wir im Türrahmen gesessen.
Es ging irgendwie ganz selbstverständlich.
Immer, wenn man raus ist aus dem Wohnzimmer, einfach mal kurz Rahmensitzen.
Nur mal paar Sekunden.

Oder dann auch mal rumprobieren mit den Hanteln oder den Gummibändern.
Völlig zwanglos.

Man kann das doch auch weg lassen, ham wir gedacht.
Weg lassen – all das Müssen, Sollen, die Regeln, Pflichten, Anweisungen.
All das „was andere tun“
oder das „so muß das sein“
das „es nutzt NUR, wenn Du es tust, wie es sein soll“
oder „wenn Du es LANGE tust – bis es weh tut.“
und all den anderen Mist.

Wir haben innendrin entschieden,
dass wir keinen *Sport* machen.
Es gibt keine Regeln oder Zwänge.
Und auch keinen *Erfolg* – also auch keinen *Nicht-Erfolg*

Wir haben entschieden, einfach SPASS zu haben.
Uns ein bißchen zu BEWEGEN – völlig piepe, wie es aussieht.
Ein bißchen zu üben, unseren KÖRPER fühlen zu lernen.
Rumzuprobieren, wie KörperFÜHLEN so ist.

Und völlig wurscht, wie viel oder oft wir etwas tun – oder auch Pausen machen.
ALLES IST GUT.

Es ist alles besser, als nichts.
Alles besser, als Starre.

Und immer wieder entdecken wir in uns das Gefühl der Freude.
Oder Spaß.
Oder dieses „gleich üb ich wieder ein bißchen“.
Oder „ach, der Türrahmen 🙂 Ich setz mich kurz“.

Wir haben heftig Muskelkater in den Hüften.
Von diesen Tanzschritten in den Knien und dem Popowackeln.
Und im Rücken – vom ewigen dran Erinnern, aufrecht zu sitzen.
Und es ist GUT.

Vielleicht schaffen wir es ja auch endlich, das Buch aufzusprechen.
Aber klar, so ne ganze Stunde labern ist halt auch heftig.
Und wenn Du dich versprichst, ist das jedes Mal mit drauf.
Wir ham ja nichts, um es zu schneiden oder sowas.
Das muß auf Anhieb und am Stück klappen.
Klar, dass da Scheu entsteht.

Aber gut, der Anfang ist gemacht.
Ich hab keine Ahnung, ob ihr auch Bock hättet auf Zumba.
Die DVDs kann ich jedenfalls empfehlen.

Gut, ist jetzt lang genug geworden.
Es ist halb 12 und wir ham noch nich gefrühstückt.
Ham Hunger.

Euch einen schönen Tag.
Und ganz doll viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 28.09.2020

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Schönheit

2 Kommentare zu „Die Tochter ist traurig

  1. Zum Schneiden. Es gibt n Programm, das heißt Audacity, damit kann man so Sachen schneiden. Das ist gar nicht so kompliziert finde ich.
    Und es ist kostenlos. Also wenn ihr damit nicht klarkommt, könnte man es einfach wieder runterschmeißen vom PC.
    Vielleicht ist dann die Scheu nicht mehr so groß?
    Oder ihr macht einfach mehrere Aufnahmen, die man hintereinander weg hören kann?
    Muss ja vllt. nicht an einem Stück sein?
    Umarmung für euch und den Mann und die Tochter, dass das so blöd und schwer ist mit der Adoption bzw. nicht-Adoption. ❤

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