Ich bin eine Symphonie ;)

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Gestern, die Kommentare der Sturmreiter, ließen uns ein bißchen nachdenken.
So, über unser Innen; über unser UNS; dieses WIR.

Wo und wie drücken wir uns aus?
Wo und wie SIND wir?
Gibt es Dinge, die klar zuzuordnen sind?
Können wir in Manchem klar benennen, was zu wem gehört?

Immer wieder lassen wir es zu, dass in den Blog fließt, was fließen möchte.
Und oft staunen wir selbst vielleicht am meisten, was dann so kommt.

Das fängt oft schon mit der Begrüßung an.
Da gibt es manchmal Widerstände.
Ein Gefühl, das sagt, dass es nicht richtig sei, jetzt „Guten Morgen, ihr Lieben“ zu schreiben.
Ein Gefühl, das Smileys oder Herzchen verbietet.
„Verbietet“ – im Sinne von „so fühle ich grade aber nicht“.

Manche Begrüßungen tauchen regelmäßig auf.
Da merken wir, dass dieses Innen zum Alltag gehört.
Andere sind nur 1x da – oder halt so selten, dass man sich nicht erinnert, es schonmal gesehen zu haben.

Aber ganz ehrlich… es fällt ungemein schwer, nun zu sagen „Das ist Salve“ oder „Michi“ – oder wer auch immer.
Irgendwie ist es bei uns wohl wie Gemüseeintopf.
Größere Brocken Unterschiedliches.
Mal mit, mal ohne Paprika.
Mal mit mehr Zwiebeln, mal ohne.

Tomatensoße ist IMMER dabei.
– so irgendwie.

Ich glaub, in fast jedem Text finden sich Sätze von Anderen.
Und wenn es nur die ….. sind.
Oder die Tipfehler – die meist jedoch wieder irgendwer „repariert“ bevor man online geht.

Wir fühlen oft, wie unser Körper etwas mitteilt.
Durch Gänsehaut irgendwo, Anspannung, Heiserkeit, die Tiefe der Stimme; Verzerrungen in der Gesichtsmuskulatur; irgendwem kracht beim Laufen immer das Knie.
Manchmal laufen wir völlig unterschiedlich – und das läßt sich auch nicht bewußt verändern.
Es sind meist klitzekleine Eigenheiten, die sogar wir selbst viel zu oft übersehen oder (noch) nicht zu deuten verstehen.
An welchen man merkt/merken KÖNNTE,
wer grade da ist – zumindest hauptsächlich.

Irgendwie ist innen immerzu Bewegung.
So, als rühre irgendwer diesen Seins-Eintopf.
Und je nachdem schwimmen immerzu andere obenauf.

Aber ich glaube, das wechselt ständig.
Manchmal minutiös.
Außer, es ist ein Trigger.
Dann geht jemand erstmal nicht so leicht wieder weg.

Und Getriggerte sind sehr deutlich.
Sehr EINdeutig.

Gestern hatte die Tochter sich darauf verlegt, dem MANN zu schreiben.
Michuns läßt sie augenscheinlich eben in Ruhe.
Sie scheint unsere Grenzen respektieren und unsere Bitte achten zu wollen.
Weil wir eben überfordert sind und kraftlos.
So haben wir ihr das gesagt.

Nun also schreibt sie IHM.
Und klar…. er liest es uns vor.
Das ist nicht anders zu erwarten.
Und außerdem sind wir ja TROTZDEM interessiert und neugierig, wie es ihr geht und was nun läuft mit ihrer Jobsuche.
Wir haben sie ja LIEB.

Trotzdem…. selbst beim Vorlesen….
Wir merken, wie es uns „erwischt“
Wie irgendwas triggert.
Wie irgendwas passiert.

Da ist Gänsehaut und Anspannung.
Verkrampfung.
Schutzbedürfnis, Abgrenzung und Angst.
Widerstand und Abwehr.

ZU VIEL!!!!
Alles irgendwie ZU VIEL!!!

Keine Ahnung, was wir da fühlen.
Es ist, als ob sie uns in eine Rolle zwingen wöllte,
die nicht GEHT.
Nicht gehen darf, kann und will.

Diese Bedürftigkeit der Tochter…
Womöglich das Nachholenwollen
Das Wiedergutmachen
Das Kindseinwollen
– irgendwas läuft schief.

Sie wird bald 31!!!!
Sei endlich ERWACHSEN!!!!

Da ist Wut, Zorn, Ohnmacht.
Irgendwer will sie an den Schultern nehmen und schütteln.
So lange, bis der Groschen fällt.
So lange, bis alles in ihr am richtigen Platz ist.

Aber das geht nicht – sagt wer anders.
Das KANN man nicht von außen machen.
Das muß sie SELBST tun.

Und da ist der Ärger über ihre Thera.
Die einfach mal so sagt, dass die Tochter eher unwahrscheinlich Viele ist.
Und die es viel wahrscheinlicher findet, dass sie ADS hat.

Dabei haben wir das DURCH.
Schon vor gut 22 Jahren hatte die Tochter wegen eines gleich-denkenden Kindertherapeuten keine Hilfe bekommen.
Weil man lieber 2 Jahre lang an ADS herum doktorte, statt ihr zu helfen, wegen der Gewalt.
Und MIR.
Gemeinsam.

So viel hätte uns erspart bleiben können.
Hätten wir Hilfe bekommen.

Das Buch, von diesem Mann aus der Klinik haben wir nun durch.
Er WEISS es.
Die Zusammenhänge von Krieg, Kriegskindern und Kreiegsenkeln und Trauma-Vererbung über Genveränderungen.
Und er weiss, dass das einzige Mittel gegen das Trauma ist, zu heilen.
Und erst DANN Kinder zu bekommen.
Weil man unweigerlich das Trauma vererbt.

Ich hoffe auf Gott.
Darauf, dass die Tochter nicht tatsächlich schwanger wird.
Nicht jetzt.
Nicht von diesem jungen Mann.

Die 2 wirklichen, wahren und einzigen Fragen lauten:

„Willst wirklich DU ein Kind? – oder willst Du es, weil ER das will?“
und
„Willst Du ein Kind, um ihm etwas zu SCHENKEN? – oder willst Du es, weil DU Erwartungen (an das Kind) hast?

Zumindest wären das jene Fragen gewesen, die MIR geholfen hätten.

Dem gegenüber steht dann allerdings,
dass auch ich es heute nicht bereue, sie geboren zu haben.
Dass ich froh bin, dass es sie gibt.
Dass ich dankbar bin für den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind.
Weil egal, wie hart, schmerzhaft, verletzend und schwierig er für uns BEIDE auch gewesen war – er hat uns auch am Leben gehalten.
Uns sehr viel beigebracht, gelehrt und gestärkt.

Ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht mehr am Leben.

„Die Gottgesandte“.

Und womöglich wäre es auch bei ihr nicht anders.

Womöglich könnte auch sie durch ein Kind lieber am Leben bleiben?
Stärker werden?
Wachsen?
Heilen?
Es steht mir in Wahrheit garnicht zu!!!! hierüber zu werten.

Das Leben wird es entscheiden.
Das tut es IMMER.

Letzt, haben wir auch sinniert, wie oft man uns früher ständig gesagt hatte, wir seien so flatterhaft.
So unstet.
Wir wüßten nie, was wir wollen.
ICH.

Klar, wir kämpften die gesamte Jugend damit,
was wir gerne studieren oder arbeiten wöllten.

Zur Debatte stand ein Handwerk mit Holz.
Oder ein Studium – nur welches?
Biologie, Chemie, Mathematik
Philosophie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik – oder Jura.
Oder Sprachen.
Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Schwedisch, Russisch,
gern auch Ausgefallenes.

Klar war,
WIR WOLLEN LERNEN!!!!

Ganz, ganz, ganz viel.
Am liebsten ALLES.

Klar war irgendwie, dass wohl ein einziges Leben nicht ausreichen würde,
um all das zu lernen, was wir gerne wüßten und könnten.
Was wir liebten.

Malen, schreiben (Bücher!!!), kochen, ….
Und SINGEN!!!! – will unbedingt noch wer nachtragen.
Es überflutete uns all das Können und Wollen.

Und all das wurde gedeckelt vom
„Das kannst Du nicht“
„Du bist schon blöd geboren“
„Du bist nur zum F***en gut“

und führte zu Resignation, Trauer und Schmerz.

Das bunte Leben wurde grau.
Farblos.
Unlebendig, gelähmt und abwartend.
Winter.

Und wenn es DOCH einmal versucht wurde; ein Aufbäumen, Schreien und Kämpfen
dann war keine Hilfe da.
Nur neue Menschen.
Die alles lahm legten.
„Das ist sinnlos“
„Du bist doch schon so alt“.
„Finde dich einfach damit ab“
„Du mußt doch verstehen“


Wie soll Leben lebendig sein,
wo Winter herrscht?

Selbst jetzt, der Wunsch nach einem Hund….
„Nicht hier“
„Nicht jetzt“
– aber umziehen?
das kann er nicht und will auch nicht.

Einsamkeit.
Kälte.
Tot.

Und dennoch….
irgendwo unter all dem Schnee huschen kleine Mäuse.
Bauen Gänge und suchen Korn.
Nicht tot zu kriegen.

Irgendwo unter all dem Schnee ist es warm.
Und lebt.

O. hat gestern zurück geschrieben.
Und nächste Woche fahre ich zu der Frau von der Neurographik.
Und irgendwann antwortet vielleicht die Autorin mit der versprochenen, langen Mail.
Wärme.
Wachstum.
Heilung.
Kontakt.

Irgendwo ist MUT.
Hoffnung und Zuversicht.
Irgendwo wächst es.
Lebt.

Der Mann hat uns gestern von der Physio ein Paket gebracht.
Er ist wirklich lieb.
Wo wir nicht können, kann ER.

Komisch ist ja, dass wir vor dem Wegbringen keine Angst haben.
Gestern konnten wir aber irgendwie nicht raus; nicht dort hin.
Vielleicht fahren wir stattdessen dann heute in einen anderen Paketshop.
Und geben es dort ab.
Vielleicht können wir dann dort auch gleich ins Einkaufszentrum.
Eine Glühbirne kaufen für die Stehlampe im Wohnzimmer.
Weil die 14er dem Mann viel zu hell ist.
Nicht warmweiß, sondern kalt.

Kalt ist Scheiße, Mann……
Doof für die Augen.
Und das Herz.

Ok, Ihrs,
dann hör ich man auf.
Ist eh genug.
Wirres Zeuch.

Euch nen schönen Tach
un ganz viel Kraft un Liebe 🙂
– ❤ is wieder von den anderen –


Gebloggt am 16.11.2020

Die Welt erdrückt

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4 Kommentare zu „Ich bin eine Symphonie ;)

  1. Hallo hallo
    Ich hoffe, das war jetzt nicht zu dolle doof, dass wir so oft nachgefragt ham.
    Weil vlt macht das Stress bei euch und das wollen wir nich.
    Die Großen sagen, dass das mit dem wissenwollen unsers is.
    UNS ist das wichtig und manchmal vergessen wir, dass das bei euch ein bisschen anders is als hier
    Also wollte ich tschuldigung sagen, wenn das doof für euch war.

    Gefällt 1 Person

    1. Nönö… so viel Stress is hier garnich, nur weil ihr fragt.
      Stress ham wir ja eh oft, schon allein irgendwie so innendrin.
      Un wenn wir keine Antwort wissen, können wir das ja sagen.
      Außerdem kommt man ja oft erst durch Fragen drauf, mal über was nachzudenken. Alles gut 🙂

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