Alles Kacke

Hey, ihrs,

manchmal sollte man einfach die Fresse halten.
Dann braucht man auch keine Dinge zu hören, die weh tun.

Hm?
Logik?
Keine Ahnung.

Ewig das Sexthema.
Ewig dieser Schmerz.
Ich halt das nicht mehr aus.

Das Leben dröppelt irgendwie vor sich hin.
Dröppelt irgendwie vor sich hin.
Dröppelt vor sich hin.

Bis…

Ja, bis irgendwo diese verdammte Türe aufgeht.
Diese eine, verdammte Tür.
So, als könnt man die nicht einfach zu mauern; weg machen; aufgeben; vergessen und so tun, als sei sie nicht da.

Körper.
Wozu braucht man diesen Körper?
Wenn dieser Körper ja doch immer bloß dazu da ist, dass es irgendwo weh tut.

Wie gesagt, das Leben dröppelt so dahin.
Ewig dieser Alltag.
Ewig putzen, Zeug bestellen, „es sich SCHÖN machen-Wollen“.
Ewig sitzen, lesen, TV-glotzen, Computer.
Allein.

Wenn der Mann Zuhause ist, eigentlich genau das Selbe.
Manchmal bissi reden.
Manchmal bissi…. UMARMEN.
Manchmal ein Kussi.
Mal für die Weibers und manchmal „auf´s Bauchi“ oder „aufs Kopfi“ für die Kleinen.

Um Sex?
Versucht man irgendwie drumrum zu kommen.

Der Mann hatte lange Zeit recht offensiv sich selbst gut getan.
Immer mit dieser Option, dass *ich* ja dazu kommen kann, wenn *ich* möchte (oder mich dazu in der Lage fühle).
Immer der Versuch, aus Einsamkeit Zweisamkeit zu machen.
SO.

Inzwischen tut er es heimlich.
Oder höchstwahrscheinlich garnicht mehr.

So, wie er letzt, vor ein paar Wochen – oder zumindest EINER aus ihm – sehr deutlich ausgesprochen hatte:
„Sex mit dir ist IMMER Scheiße!!!!“

Seitdem ist in UNS die absolute Vollverweigerung am laufen.
Niemand aus uns WILL mehr.

Und so, wie ich den Mann verstanden habe, auch ER nicht – nicht mal allein.

Klar, hin und wieder umarmt man sich.
Hält sich, streichelt den Rücken oder küßt sich.

Innendrin in uns ist IMMER Angst.
IMMER Wachsamkeit.
Und man versucht zu vermeiden, dass passiert, was öfter passiert.

Weil je nachdem, WIE man kuschelt, kann das gefährlich sein.
Sobald der Mann nämlich SITZT
uns zu sich „ruft“ und küssen will,
ist er mit seinem Kopf auf der Höhe der Brust.
Und jedes Mal,
ist da irgendwer IN ihm,
der sich dann direkt drauf stürzt.

Entweder, er grapscht direkt danach.
Oder, er schmust sein Gesicht hinein.

Klar, kann man nun sagen, dass das „typisch Mann“ ist.
Dass es „normal“ ist.
Dass das auch *schön* ist.
Dass Brüste doch dazu da seien, dass man zärtlich mit ihnen ist.
Dass es doch nicht *schlimm* sei, wenn ein Mann Brüste mag.
Es ist doch normal, dass Männer auf Brüste reagieren.
Und JA, prinzipiell ist das alles nicht unwahr.
Und man weiß das auch.

Das Problem ist aber,
dass der Mann dann einfach nie *der Mann* IST.
Oft ist er 4 oder 5 und ein kleiner Bub.
Oder, er ist so 16 oder 17 – und grapscht einfach nur.
Einen MANN gibt es nicht, im Mann.
Zumindest niemals dann, wenn da Brüste sind.

Wenn wir stehen beim Schmusen, dann kann er durchaus Grenzen respektieren und einfach kuscheln.
Und dennoch ist er auch hier so gut wie nie *ein erwachsener Mann*.

Der Mann ist 40 Jahre alt!!!!!
Zumindest sein Körper.
Aber innendrin???????
Da scheint es keinen Mann zu geben, der sich irgendwie altersentsprechend fühlt, sobald es körperlich wird.
Da ist einfach NIEMAND da.

Gestern…. da war er wieder so müde und hatte Kopfschmerzen,
sodass wir uns nicht, wie sonst, bei miruns im Zimmer gute Nacht wünschten
(da sitze *ich* schon der Länge nach zugedeckt im Bett und bekomme einfach einen Kuß)
sondern,
dass *ich* zu ihm ins Zimmer kam, wo er am Bettrand sitzt und *mir* direkt auf die Brüste guckt.
*Ich* kann dann nur seinen Kopf umarmen, sodass er direkt zwischen die Brüste kuschelt.
Und oft gucken dann von unten seelige Augen eines Kindes zu mir hoch.

Gestern, da nahm ich hiervon irgendwas mit.
Mit mir in mein Bett.
Und da lag ich dann und konnte nicht schlafen.

Innendrin war Getöse.
Da ist neuerdings eine erwachsene Frau in *mir*.
Wir ham sie noch nicht allzuoft gefühlt.
Womöglich ist es auch K. oder jemand anderes, die wir längst „kennen“.
Aber GEFÜHLT ham wir das nie – bisher.

Jedenfalls sehnt sich die Frau nach Sexualität.
SCHÖNER Sexualität.
Intensiver, hingebungsvoller, vertrauter, liebevoller, zärtlicher, naher, feinfühliger, langsamer, herz-offener Sexualität.

Sie sehnt sich nach einem Mann, der endlich SIE sieht.
Der Freude hat, Liebe, Hingabe und Bereitschaft,
sich auf SIE einzulassen.
SIE streicheln zu WOLLEN.
Zeit zu haben für SIE.
Offenheit, mit IHR gemeinsam herauszufinden, was schön für sie ist.
Sie sehnt sich nach einem Mann, der sie LIEBT.

Und es tut so unsagbar furchtbar WEH.
Da ist so ein riesengroßer, kaum ertragbarer, grausamer SCHMERZ.

Weil
noch NIE im Leben hat das ein Mann gewollt.
noch NIE im Leben war ich bedeutsam und wertvoll genug, damit ein Mann mir das schenken wollte
noch NIE im Leben hat überhaupt IRGENDWEN interessiert, was ich fühle.
was ich sehne, begehre, hoffe, wünsche, brauche.
noch NIE hat ein Mann mich wirklich zärtlich berührt.
uneigennützig
ohne Berechnung
ohne zu fordern, zu verlangen, zu erzwingen
selbstlos
freiwillig, gerne und in Liebe.

Es ging irgendwie IMMER nur um den/die Andere(n)
Was ANDERE (von MIR) wollen
Was ANDERE (von MIR) verlangen.
Was ANDERE (von MIR) erwarten.
Wie ich für ANDERE sein sollte.
Was ich wegen ANDERER mögen, tun, geben soll.
WIE ich wegen ANDERER sein soll.

Ich sollte blasen, ficken, Orgien mögen.
Ärsche lutschen und Schwänze.
Mögen, mich „auslecken“ und beißen zu lassen.
Mögen, geschubbert zu werden, statt gestreichelt.
Mögen, begrapscht zu werden, statt berührt.

ICH DURFTE NICHTS WOLLEN.
und
ICH DURFTE NICHT NICHT WOLLEN.

Ich war IMMERZU ein Selbstbedienungsladen.
Ich war IMMERZU gefälligst verfügbar.
Ich war IMMERZU gefälligst GENÜGSAM.
Zufrieden, befriedigt und glücklich.
Mit dem, was ich GEBEN sollte.
Bekommen ….. habe ich ja nichts.

Außer Geld.
Oder, „dass man mich überhaupt ansieht“.

Eigene sexuelle Wünsche?
Wirklich EIGENE?

Nicht das konditionierte,
fremd angepfropfte
pervertierte
kaputte Zeug?
Nicht die ekligen Phantasien und Taten ANDERER?
Die man mir als meine EIGENEN verkauft hatte?

*Ich* konnte gestern 2 Stunden lang nicht einschlafen.
*Ich* habe stattdessen nur geweint.
Gefühlt, gelitten, gewimmert und mich eingerollt.

Versucht, mich selbst zu streicheln.
Nicht sexuell,
nur zärtlich, liebevoll, achtsam am Körper.

Innen weinte es währenddessen.
Weil noch NIE irgendwer Interesse hatte,
das UNS zu schenken.
Weil wir IMMER das selbst tun müssen.
Berühren.

Wir sind es KEINEM MENSCHEN Wert, dass er uns BERÜHREN mag.
Noch NIE.
Selbst als Kinder haben wir uns SELBST berührt.
Weil da NIEMAND war,
der uns mal umarmt hätte.
Lieb gehabt
Gestreichelt.
Gewärmt.

Was sagt die Wissenschaft?
Kinder, die ohne liebevolle Berührung bleiben,
STERBEN.

Das hatten die allen Ernstes schon ausprobiert.

Uns blieb garnichts anderes übrig,
als uns SELBST zu berühren.

Oder, all das Gegrapsche, Gefummle und die Gewalt
stattdessen
als „Berührung“ anzunehmen.

Noch NIE
Wirklich noch NIE
haben wir diesen Schmerz derart gefühlt, wie gestern.

Sehnsucht.
Nach Berührtsein.

Zuwendung.
Zugewandtheit.

Und der Mann?
Liegt auf dem Rücken und will, dass wir ihn reiten.
Der 5-jährige schaut aus seinen Augen und re-inszeniert.
Der 16-jährige grapscht notgeil nach den Möpsen.

Wie ICH mich fühle, ist unwichtig.
Bedeutungslos.
Egal.

Ich kann nicht aufhören zu weinen.

Und dennoch sagt eins im Mann:
„Sex mit dir ist IMMER Scheiße“.

Egal, wie groß mein Opfer auch sein mag.
Es ist wertlos.

Irgendwann gestern, während des Weinens, sagte innen wer:
„Und was, wenn wir nen Callboy buchen?
Wenn wir den bezahlen, dann macht der bestimmt das, was UNS gut tut.“

Innen lachte eins sarkastisch auf; zynisch, wehmütig; desillusioniert.
„Wir haben zig-TAUSENDE Männer gefickt.
War da nur ein EINZIGER dabei, der gefragt hätte, was WIR wollen?????“

Wir dachten ans Tantra.
Daran, wie die Frauen versucht hatten, uns schöne Gefühle zu machen.
Daran, wie sie uns gestreichelt hatten; uns als „heilige Wesen“ fühlen zu machen.
Daran, wie sie versucht hatten, gut und achtsam mit uns zu sein.

– und daran, wie währenddessen in uns geweint wurde.
Weil
„die tun das ja nur, weil sie Geld dafür kriegen“.
Leistungsdruck innen entstand.
man dachte, man müsse nun ihre Erwartungen erfüllen – und konnte es nicht.
man nichts fühlen konnte.

Weil es einfach etwas ANDERES ist,
ob man wirklich GELIEBT wird
oder ob man BEZAHLT.

Irgendwann schliefen wir dann DOCH ein.
Völlig verweint.
Voll von Schmerz, Sehnsucht und Traurigkeit.
Einsamkeit.
Unsichtbar.

Von heute Morgen schreibe ich dann in einem 2. Beitrag.

4 Kommentare zu „Alles Kacke

  1. SAtt ein *gefällt mir, ist es natürlich ein *hab Euch gesehen und finde das auch so unfassbar traurig.
    Die Idee mit dem Callboy hatte ich auch mal und hab mir paar online angesehen, aber ich glaube das wäre noch schlimmer: Wie Du schon sagst: Dem gehts ja erst recht ums Geld UND um sein Ego aufzupolieren. Wird aber fatalerweise so ingedreht, dass er der Frau was gutes tut. Man beügt sich also wieder selbst UND zahlt noch Geld dafür…dann lieber Geld (wenn schon) dafür bekommen.
    Aber ja man hofft und schaut und sucht, für ein wenig Berührung, ein wenig Wärme, ein wenig „Liebe“.
    Ganz viele liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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