Eben ist uns noch eingefallen,

dass wir dem Mann unter Tränen gesagt hatten,
dass wir uns so sehr sehnen,
ihm VERTRAUEN zu können.

Weil so gut das inzwischen auch ist, im Alltag
dort, wo wir wissen, was wir können und was nicht
dort, wo es sich gut eingespielt hat zwischen uns
und wo (inzwischen?) kaum noch Schmerz lauert

so schwierig ist das bei all dem „Körperlichen“.

Dunkelfeld.

Ich glaube, das trifft es gut.
Ein Lebensbereich, in welchem wir längst noch nicht so weit sind, als in anderen.
Ein Bereich, in dem noch kaum Helligkeit herrscht; kaum die Schatten auszumachen sind, weil es kaum Licht gibt.
Ohne Sonne keine Schatten.
NUR Dunkel.

Wir können ihm nicht vertrauen – und wollen es so gern.

Aber, wie soll man sich hingeben können,
wo aus dem Dunkel Monster hervor brechen,
die dir rücklings aufs Kreuz hüpfen?
Dich würgen und nieder ringen?
Aus dem Schutz der Nacht?

Wie soll ich mich vertrauensvoll vor ihn legen?
Mich öffnen?
Innerlich und körperlich?
Wenn ich fürchten muß, ein Monster kommt?
Erklärt mich zum Täter?
Macht mich zum Opfer?
Benutzt mich, beschämt mich, verletzt mich ohne Vorwarnung?
Wie kann ich weich sein und sanft – wo ich ium mich eine Mauer brauche, um mich zu wappnen?

Und andersrum, geht es ihm wohl genauso.

Ich glaube, es hatte ihn verletzt.
Nach fast 13 Jahren.
Noch immer kein Vertrauen.
Dabei bemüht er sich so.
Nimmt sich zurück in seinem Wollen und Fordern.
In seinem Sein.

Aber Vertrauen wächst nicht auf dem Boden
des Selbstauflösung; der Nicht-Existenz und Unklarheit.
Nicht im Dunkel.
Vertrauen wächst in der Sonne. Und auf guter Erde.

Und womöglich fehlt ein bißchen
noch immer SEINE Entscheidung.
Nicht nur MEINE Entscheidung.
Das Licht an zu machen.

Sein MUT.
Zu Ehrlichkeit, Fühlen und Zulassen
von Schmerz und Ohnmacht.

Und JA, ich weiß…
auch ICH kann durchaus noch mehr hierzu beitragen.
Womöglich mußte auch ich erst den Schmerz fühlen.
Zulassen.
Erlauben.
Ob das reicht?

Vorhin dachte ich darüber nach,
wie das ist mit seinem Kleinen.
Diesem Kleinen, das an meiner Brust sein Glück findet.
Heimat, Wärme, Geborgenheit und Liebe.
Auch, wenn er re-inszeniert.
Dennoch ist er glücklich.

In mir wehrt es sich.
Weil es KEIN TÄTER sein will.
– für den Bub.
KEINE MUTTER.
– für den Mann.

Die Thera sagt immer,
„Nähe braucht Grenzen. Nur dort, wo Grenzen sind, kann Nähe entstehen.“

Das entspricht dem Gesetz der Polarität.

In mir fragt es sich,
was denn tatsächlich so schlimm wäre, so prinzipiell, dem Bub eine Mama zu sein?
Was wäre so schlimm, wenn der Bub an Mamas Brust einmal GUTES erleben dürfte?
Tatsächliche Geborgenheit und Liebe? Angenommensein und Willkommen?
Den Herzschlag hören und in den Armen liegen?
OHNE all die Grenzverletzungen, den Mißbrauch und die Bedürfnisse dieser „realen Mutter“, die sich an ihm befriedigt hatte?

Wäre es denn nicht vielleicht sogar eine win-win-Situation?
Würde mein Mama-ich am kleinen Bub vom Mann das Mama-sein lernen können?
Und er wiederum erfahren, wie es ist, geschützt und sicher zu sein? Geliebt?

Dann bräuchte es diese GRENZE.
Liegen auf der Brust – JA.
Anfassen und küssen – NEIN.

Oder der Teeny….
dieses notgeile Karnickel-ficken, das junge Leute manchmal tun?
Weil sie durch Pornos oft glauben, das müsse so sein?
Statt dass sie sich in Wahrnehmung üben; im Fühlen und sich-Einlassen?
Weil ihnen das keiner SAGT?

Womöglich könnte ja auch dieser junge Mann im Mann etwas lernen.
Wenn man ihn nicht ablehnen und weg schicken würde.
Wenn man ihm nicht immer nur auf den Deckel gäbe.

Womöglich könnte ja auch in mir jemand lernen.
Wie es ANDERS GEHT.
Womöglich mal petting; mal fummeln; mal Annäherung. Langsam und vorsichtig.

Es ist schwierig.
Es ist nicht einfach, oder unkompliziert.
Jede/r innen bringt völlig verschiedene Dinge mit.
Und das gleich in ZWEI Körpern.
Und derart viel Schmerz und schlimme Gefühle, die man kaum auszuhalten imstande ist.

Aber ist es die Lösung, dann zu verzichten?
Aufzugeben?
Es einfach sein zu lassen?
Garkein Sex?
Garkein Miteinander?
Nähe, Liebe, Zärtlichkeit?

An was für ein Thema ich da wieder geraten bin.
Aber klar… es ist IMMER da.
Nur, manchmal merkt man es nicht.
Weh…. weh, tut es trotzdem.
IMMER.


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