Es geht nicht nur um SIE

wurde gestern geschrieben.
Innen wurde gefragt, ob es denn dann nur um MICH geht?

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Es ist schon echt Wahnsinn….
Was da alles innen passiert
gedacht wird und gefühlt
wegen der Tochter, wegen Anderen – und wegen UNS.
Was sich alles umkrempelt, hin und her schiebt
das Gestern mit dem Heute vermischt
Nicht weiß, wie man umgehen soll, mit diesem EINTOPF
aus völlig gegensätzlichen Gefühlen und Zeitvermischungen.

Gestern hatten wir uns ja im Malen verloren.
Wieder einmal ein Neurographik-Bild zur Tochter.
Zu Angst, Nähe und Vertrauen.
„Entladung“.
Ein riesiges Krickelkrackel, um Gefühle los zu lassen; auf´s Papier zu bringen.
Und dann sollte es eigentlich darum gehen, all diese Ecken und Widersprüchlichkeiten zu integrieren und rund zu machen.

Mittendrin in diesem Vorgang war der Mann gekommen.
*Eigentlich* soll man den Vorgang des Abrundens nicht unterbrechen.
*Eigentlich* wird erklärt, dass durch die Entladung im Unbewußten etwas offen ist – das durch das Abrunden wohl neu bewertet und am Ende wieder geschlossen wird.
Was aber nun, wenn der Mann mittendrin Heim kommt und der Prozess unbeendet bleibt?
Das Krickelkrackel offen?

Mit Phantasie stelle ich mir eine offen gelassene Kellertüre vor, hinter der das Dunkel wohnt.

Und selbstverständlich wurde der Mann zu allererst richtig angeschissen.
Weil ER Bedürfnisse hatte, mit welchen er direkt an mich hin platzte – ohne vorher abzuchecken, ob mir das überhaupt MÖGLICH ist.
In diesem Moment; JETZT.

Womöglich lag es auch an mir selbst, weil ich aufgescheucht wie ein Huhn durch die Bude rannte, wild gackerte und Zeug hin und her trug – für den Mann – der das eigentlich erst in einer Stunde gebraucht hätte.
Aber innendrin lief irgendein Film, der nicht zu stoppen war.

Erst, als alle Bedürfnisse des Mannes erfüllt waren
er ziemlich fassungslos und kopfschüttelnd in seinem Sessel zugesehen hatte, wie ich durchknalle
und auch ich mich letztlich dann in meinen Sessel hockte
das Gefühl langsam nachließ
ich wieder ein bißchen zur Besinnung kam
hab ich mich entschuldigt.
Weil er das SO garnicht gewollt hatte; verlangt; erbeten.
Und weil es aber irgendwie so aus mir raus explodierte.

Offene Kellertüre?

Der Mann war nach seiner Thera nochmal arbeiten gegangen.
Erst hatte ich überlegt, weiter zu malen – aber dann hätte ich womöglich auch das Kochen vergessen.
Also stellte ich mich lieber in die Küche und widmete mich Brokoli, Kartoffeln und Hackbraten.

Währenddessen ging es in meinem Kopf herum.
Wie schnell innendrin aus dem „Es geht immer nur um DICH!!!!!“
in Wirklichkeit ein „Es geht immer nur um MICH!!!!“ wird.

Wie schnell man derart ins Wehren, Weigern, Wegsehen kommt
Abkommt von Verständnis, Geduld und Mitfühlen
Sich abwendet vom Gegenüber und es völlig zu vergessen wünscht,
weil es am Ende dann nur noch um die eigene NOT geht.
Das eigene Bedürfnis; Bedürftigkeit.

Das NIE SIEHST DU MICH!!!!!
Weil ich IMMER NUR UM DICH DREHEN SOLL!!!!

Und dieses Gefühl zwängt sich erst unmerklich in einen kleinen Spalt hinein.
Und macht sich dort fett.
Dehnt sich aus und nimmt Raum ein.
Bis am Ende der Spalt zu einer Kluft wird.
Und aus dem Miteinander ein Einzelkämpfer.

Und wenn man nicht aufpaßt
und es ganz schnell entdeckt
sich entscheidet, es bewußt zu überdenken
und sich lieber für die ZUwendung, als die ABwendung zu entscheiden
für die Offenheit und Ehrlichkeit
statt für vermeintlichen Schutz in Schweigen und Rückzug
oder gar Angriff

Dann wird so eine Beziehung ganz schön schwer.
Wenn nicht gar unmöglich.

Klar, man fällt hier nach wie vor in Trigger und gewohnte Muster.
Der Startknopf funktioniert oft noch genau SO, wie angelegt.
Aber wir freuen uns sehr,
dass es zumindest immer besser klappt, es zu MERKEN.
Sich bewußt zu werden, wenn und dass wieder so ein „Ding“ läuft.

Man kann innehalten und FÜHLEN.
Innehalten und DENKEN.
Und wir installieren neben dem Startknopf einen immer besser funktionierenden AUS-Schalter.

Oft brauchen die laufenden „Filme“ einfach nicht zu Ende laufen.
Das ist, wie vorm Fernseher…
Gefällt mir nicht; ist Kacke.
Aus-Knopf.
Fertig.

Was sollen wir ständig Zeug angucken, das weh tut und nur Ärger macht?

Tja….
und auf dieser Ebene dachten wir an die Tochter.
ÜBER sie.

Wie bei IHR alle Filme oft noch bis zum Schluß laufen.
Wie SIE es oft (noch?) nicht schafft, den Schritt zur Seite zu gehen.
Drauf zu sehen; hin zu fühlen – wirklich FÜHLEN.

Darf und kann man sie „abstrafen“?
Nur, weil sie Dinge (noch) nicht kann,
die auch WIR erst vor garnicht so langer Zeit – und noch immer – SELBST erst lernen?
Dürfen? Können?

Braucht sie nicht vielmehr Hilfe und Unterstützung?
Zuwendung – statt AB-?
Braucht sie nicht eher eine Reflektionsfläche, statt Schweigen?

Kennen wir es denn nicht selbst genug?
Da zu sitzen und niemand ERKLÄRT dir? Das Leben; das Fühlen; das Sein?
Stattdessen wirst Du unaufhörlich für DUMM erklärt?
„Ja, wenn Du das nicht SELBST weißt…..“
„Ja, wenn Du das IMMER NOCH NICHT weißt…..“
– aber wie SOLL man denn JE irgendwas wissen?????
Wenn es dir NIEMALS IRGENDWER ERKLÄRT?

Innendrin entstand Mitfühlen.
Verstehen und Verständnis.
Zumindest für einiges.
Auch dafür, dass Schweigen nicht die Lösung sein kann.

Aber klar…. nun….
zuallererst muß man sich tatsächlich erstmal SELBST kapieren.
Bevor man versucht, sich einem ANDEREN zu erklären.

Wir haben der Tochter eine Whatsapp geschrieben.
Ob sie mit uns Video-Call machen mag.
Das ist tatsächlich eine wirklich gute Erfindung, weil man aus der Ferne reden kann – und sich TROTZDEM sehen.

Es ist nicht so schwierig, wie Telefon.
Wo man immer nur die Sprache hat.
Bei schmerzhaften Themen ist es gut, auch das Gesicht zu sehen.
Sich in die AUGEN zu sehen.
Erkennen zu können und dürfen.

Sie war spazieren.
Aber wenn sie wieder Zuhause ist, gern.

Ich fand sie gut.
Sie fragte vorher nochmal nach, ob ich Zeit habe.
Dann sprachen wir.
Der Mann saß im Sessel nebenan.
Ergänzte und fügte hinzu, was ich vergessen hatte oder wo ich keine Worte fand.
Oder einfach jenes, das ER noch für wichtig hielt, gesagt zu sein.

Wir sprachen von ihrem Besuch hier
von der Heimfahrt
ihrem Bohren und Festnageln
Und von dieser Türe ins Damals
meiner Angst vor ihr und dem Schmerz, den sie macht
Der Angst, wieder verletzt, belogen, betrogen und benutzt zu werden.
ALTER Angst, die nun heute ist.

Sie erzählte auch von sich.
Sie hat eben 4 Arbeitsstellen, zum Probearbeiten oder Vorstellen.
Bzw. dem Warten auf die Entscheidung.

Ich merke,
dass innen jemand wirklich große Angst hat.
„Sie ist so glatt; so gefühllos. Als sei sie in unsichtbares Plexi-Glas und als liefe alles vor ihr ab, wie Regen an der Scheibe. Es berührt sie nicht; erreicht sie nicht.“

Ich weiß nicht, ob es so IST,
oder ob es sich innen nur so ANFÜHLT.

Sie hat uns durchaus interessiert zugehört.
Es schien auch, als nähme sie etwas für sich mit.
Womöglich braucht es Zeit, um „anzukommen“.

Als ich sagte, sie sei nun fast 31 und es wäre gut, wenn wir das wie Erwachsene klären können (es wurde ANDERS gesagt, kommt vom Sinn aber hin)
machte sie komische Geräusche.
Sowas wie Brrrrrrrrr oder Bääääääääääää „sag das nicht!!!“

Ich glaub, sie will es garnicht wissen.
Nicht hören.
31

Aber es IST nunmal so.
Genauso, wie ich 52 werde – und das auch garnicht wirklich hören mag.
Weil ich nicht so FÜHLE.

Als sie anrief, ging es ihr gut – sagte sie.
Scheiß langweilig, aber gut.

Innendrin dachte es
„Wie??? Sie LEIDET nicht????? Ich hab gedacht, ihr geht es so schlecht?????? Und ich wollt helfen, dass es ihr besser geht????? Nun braucht sie das garnicht??????? Warum rufen wir dann an, um es aufzulösen, wo sie garnicht leidet? Dann hätte es das auch am Samstag getan…“

Tja… das Zwischenmenschliche ist wohl nicht *einfach*.
Und auch ständig anders und verschieden.
Womöglich hat sie´s auch bloß wieder „versteckt“ – und ist am Ende nun doch froh, dass wir geredet ham.

Womöglich hilft ihr manches auch für sie selbst.

Der Mann sagt, es sei gut, nicht „von oben runter“ mit ihr zu reden.
Es ist besser, ihr von UNS zu erzählen.
Dass auch WIR erst lernen, üben und versuchen, besser zu werden.
Dass auch WIR noch vor wenigen Jahren nicht viel andere Probleme hatten, als SIE.
Zeigen, dass man es lernen kann – und WIE.
Er kann das gut.
Ihr solche Dinge erklären.

Tja…..
und nun frage ich mich, ob womöglich das Offenlassen des BILDES
letztlich dafür gesorgt und gemacht hat,
dass sich die offenen Situationen mit Mann und Tochter
auf diese Art geschlossen haben.

Hatte womöglich das im Bild Geöffnete
im echten Leben nach Abschluß gesehnt?
Nach Abrundung, Weichmachung, Harmonisierung?

Ich hatte erst Angst gehabt.
Weil man Bilder ja SO nicht offen lassen soll; nicht abbrechen.
Es ging ja aber nunmal nicht anders.

Es war gut, der Tochter nun zumindest erklären zu können,
warum es manchmal einfach keine Worte GIBT.
Warum man manchmal ZEIT braucht.
Sortieren, fühlen, erkennen muß.
Worte erst FINDEN muß.
Bevor es überhaupt möglich ist, zu sprechen.

Aber klar….
ich kenn sie ja…
ich weiß, was sie oft zusammen denkt und was sie ängstigt.
Aber nur, weil eine Türe im Haus offen ist, bricht noch lange nicht das ganze Haus zusammen.
Womöglich braucht sie Zeit, bis sie damit entspannt(er) sein kann.

Gut.. heute nun werd ich zumindest mal das Video zu Ende gucken.
Alles mit schreiben und Erklärungen fest halten – aber malen tu ich dann erst anschließend.
Ist womöglich der bessere Weg, das zu trennen.
Und nicht alles zugleich zu versuchen.

Ich wünsche Euch einen guten und schönen Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 01.12.2020

Nix

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