6.05h und der Mann ist weg

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Ich weiß eigentlich garnicht, was ich schreiben soll.
Ich bin sterbensmüde.
Bin wach seit 4.
Mußte auf´s Clo und hab mich über mich selbst gewundert, weil ich ganz selbstverständlich Klamotten anzog.
Dabei hab ich garnicht geguckt, was die Uhr sagt.
Schon mehrfach stand ich nachts um halb 2 angezogen im Wohnzimmer.
Ich wollt mir das eigentlich abgewöhnen.
Vor dem Anziehen IMMER auf die Uhr sehen!!!!

Gestern hatten wir SOKO in Endlos-Schleife geguckt.
Und dabei mit der Lesebrille gehäkelt.
SOKO war also eher ein Hörspiel, als Fernsehen.
Dafür brauch ich für das Eselchen der Tochter nun bloß noch ein halbes Bein und 2 Arme.
Der Rest ist fertig.

Nebenbei haben wir das erste Mal unsere Doppel-Kaffeemaschine entkalkt.
1/2 Liter Essigessenz auf beide Kammern verteilt und mit Wasser aufgefüllt.
Das ganze dann jeweils gut 3 oder 4 mal – wir ham den Überblick verloren – durch laufen lassen.
Am Ende dann gut 5x mit klarem Wasser – selbstverständlich JE KAMMER.
Die Bude hier stinkt noch immer derart nach Essig, kann ich Euch sagen….

Unseren Airfryer hätten wir dann doch schon gestern holen können, aber der Mann kam ja erst um 19h Heim.
Das machen wir heute dann.
Dann kann ich der Tochter in der Drogerie dort auch gleich Parfum und was Süßes kaufen.
Damit dann auch sie ihr Päckchen bekommt.

Ich hätt mir gestern – und all die Tage – nicht so viele Gedanken zu machen brauchen.
Die NG-Frau hat gestern geschrieben.
Und Sprachnachricht geschickt.

Ich beiß mir trotzdem bissi in den Arsch.
Warum kann ich nicht einfach mal locker sein?
Ungezwungen?
Sie hatte das so süß angefangen.
Weil das Eselchen SELBST hatte geschrieben. Dass es gut angekommen sei und wie lustig es dort ist.
Aber statt dass ich einfach dem Eselchen antworte und den Spaß mitmache,
schreibe ich „anständig“ und erwachsen.
So, wie man das gelernt hat.

Und natürlich mußte irgendwer auch schreiben, dass ersie schon Angst gehabt hätte, sie vergrault zu haben.
Mann, sowas könnte man auch einfach mal lassen.
Sie muß das doch garnicht um die Ohren kriegen – ist doh UNSER Traumascheiß.
Es ist nicht IHR Bier, dass wir immer gleich denken, wir seien Kacke.

Sie packt das Päckchen wieder zu und nimmt es mit zu ihrer Mama.
Um es an Heiligabend nochmal neu auspacken zu können.
Und sich nochmal zu freuen.

Scheinbar ist alles prima.
Sie schrieb auch, dass ich nach meinem Rhythmus malen soll und mir Zeit nehmen.
So, wie ich es kann und mag.
Man muß den Kurs nicht *schnell* machen.

Sie hatte wohl die Karte mißverstanden und zuerst geglaubt, das sei ein Hasi.
Ich hab ihr dann gesagt, dass das ein Eselchen ist.
Darauf schrieb sie „Noch besser“.
Und ich dachte über meine Angst nach, dass sie womöglich denkt, ich will ihr unterschwellig irgendwas von wegen „dummer Esel“ mitteilen.
Aber abgesehen davon, dass sie ja wirklich unsagbar süß sind
und ich ihn selbst gemacht und alsoo Zeit und Liebe investiert habe für dieses Geschenk,
hat sie Recht.
Esel sind sehr eigenwillig und stur.
Eigentlich ist das ganz wunderbar und weit entfernt von einer Beleidigung.

Und ich dachte so, dass ich manchmal echt zu viel Unsinn denke.
Zu viel Angst habe.
Zu viel Böses oder Schmerzhaftes befürchte und vorweg unterstelle.

Dabei mag ich sie sehr gerne, WEIL sie so ein Mensch ist, wie sie es ist.
Ich fühle mich unsagbar wohl und sicher bei ihr.
Warum und wieso glaubt dann innen wer, ständig Angst haben zu brauchen?

Ich mein,
sie ist doch erlebter- und erwiesenermaßen ein sehr lieber Mensch mit großem Herz.

Es ist so schlimm, dass all diese schmerzhaften und schlimmen Erfahrungen mit Menschen so unsagbar massiv auch andere Beziehungen zu Menschen belasten.
Dass man nicht aufhören kann, prinzipiell und grundsätzlich Angst zu haben.
Prinzipiell und grundsätzlich Schlimmes zu erwarten und zu unterstellen.
Was tut das denn nicht nur mit uns selbst, sondern auch dem Gegenüber?

Aber es ist auch ein völlig anderes Fühlen, tatsächlich neben und bei anderen Menschen zu sein; sie sehen und fühlen zu können.
Als nur mit ihnen zu schreiben.

Ist auch bei der Tochter so.
Ist sie weg und wir schreiben allenfalls,
ist so irre viel Zeit, um sich Angst zu mchen.

Sind wir zusammen und sie sieht mich an,
ist meist alles viel einfacher.

Es fehlt einfach die Übung.
Es fehlt realer Kontakt.
Es fehlt, gute Erfahrungen FÜHLEN zu dürfen.
Erleben.

Um endlich all dieser Ängste Herr zu werden.
Und dem Schmerz.
HEUTE IST ANDERS.

Aber das glaubt innen niemand.
Wenn es nicht auch erLEBT werden darf.

Heute passiert also nicht allzu viel.
Wir werden duschen, frühstücken, Zigaretten drehen, abspülen.
Dann wieder vor SOKO hocken und häkeln.
Sobald dann der Mann Heim kommt – heut wohl so gegen 2 – fahren wir den Airfryer abholen.
Vogelfutter kaufen und Parfum.

Abends gibt es dann den Spinat von gestern.
Heute mit Nudeln und angebratener Fleischwurst.
Und TV.

Und morgen ist Thera.
Da zeig ich ihr den Phoenix und die Eselchen.
Und red mal mit ihr über Vertrauen.
Kontakt zu Menschen.
Angst.

Und Einkaufen muß ich dann auch wieder.

Hm…. in dem Airfryer kann man glaub auch Braten machen.
Aber ich tippe, der Mann will Pommes 🙂
Na, mal gucken.
Da gibt es eine Rezepte-App.

Ich wünsche Euch einen guten Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 16.12.2020

Das war so krass gestern

2 Kommentare zu „6.05h und der Mann ist weg

    1. 🙂 sind ja auch lecker ❤
      Ich freu mich auf unkomplizierter Grmüse und lecker Fleisch ohne Stink.
      Oder womöglich sogar mal ein Hühnchen. Das hab ich noch niiiiie im Leben selbst gemacht.
      Oder Fisch – das selbe.

      Da sind Rezepte bei.
      Ich denke, das wird toll.
      *umärmel*

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