Als würden sich Welten

übereinander schieben.
Zeiten
Universen

Als seien Dinge zugleich
die doch nicht zusammengehören – einerseits
und dennoch eins werden.

Guten Morgen, ihr Lieben

es fällt mir schwer zu schreiben.
Eben dachte ich, man lebt in Gefühlen.
Nicht in Worten.
Nicht im Kopf.

Man kann sich das Hirn zermartern, um Worte zu suchen, welche nur annähernd beschreiben,
was IST
und doch gibt es keine Sprache
für dieses Fühlen.

Der Mann und ichwir haben derzeit recht unterschiedliche Baustellen – kann man meinen.

Seit Wochen; Jahren intzwischen,
gebiert er den Abschied von seinen Eltern.
Den Durchschnitt der Nabelschnur.

Dieses Wochenende nun hat er es getan.
Ablösung und Abschied.

Seine Mutter hatte ihm in einem letzten Aufbäumen noch gezeigt,
was ihr wahres Gesicht ist.
Dass sie ihn nicht bespuckt hatte, wundert mich fast.
Aber auch Worte können spucken.
Und mit Worten hat sie nicht nur gespuckt, sondern gekotzt.
Von oben bis unten hat sie ihn vollgekotzt.
Mit ihrer Abscheu, ihrer Wut und ihrem Hass.
Verlust von Macht kann Täter durchaus die Fassung verlieren lassen.

Seit Tagen höre ich von ihm nur noch hiervon.
Seiner Fassungslosigkeit über sie.
Seinen Schmerz und sein inneres Weinen.

Aber ich bin stolz auf ihn.
Er hat es geschafft.
Sich endlich und endgültig aus Täterstrukturen zu verabschieden.
Wir haben sämtliche ihrer Telefonnummern auf ignore gestellt.
Der Mann wird seinen Physio-Termin ändern lassen, der jede Woche zur selben Zeit stattfindet.
Wo sein Vater bereits mehrfach parat stand, um ihm vom „Leid der Mutter“ zu erzählen.

Soll er sich doch die Füße in den Bauch stehen.

Und sollten sie es wagen, den Mann bei der Arbeitsstelle, oder gar hier Zuhause abzupassen,
werden sie bekommen, was sie so sehr erbetteln.

Irgendwas an diesem Lebensabschnitt des Mannes holt dann natürlich auch in miruns längst Vergangenes hervor.
Kaum eine Nacht, aus welcher wir nicht in völligem Schrecken erwachen.
Mit Herzrasen, Angst und einem Fetzen Traum vom Onkel.

Wir haben permanent heftige Schmerzen im Rücken auf der Hinterseite des Herzens.
Immer wieder die Angst um die (Raucher-)Lunge.
Aber was heißt es immer? Krebs tut nicht weh?
Außerdem geht das im Lauf des Tages immer weg.
Zumindest, wenn wir ein wenig auf unsere Körperhaltung achten.

Zumindest, wenn wir uns bewußt werden, wie irre heftig wir uns einrollen.
Beim Rauchen auf dem Balkon unten nur die Zehenspitzen am Boden.
Die Knie hochgezogen und der sitzende Oberkörper fast auf die Knie gelegt.
Der linke Arm um den Körper gewickelt.
Alles verkrampft.

So, als wollten wir unbedingt eine Art Ei formen.
Eine Kugel.
Eingerollt.
Und so werden wir wohl auch schlafen.

Egal, wie sehr wir auch versuchen, uns zu öffnen.
Uns groß zu machen und zu entfalten.
Zu atmen; zu leben; frei zu sein.
Oft fürchte ich, je mehr wir das gerne möchten,
desto mehr schützt sich etwas anderes in uns; wirkt dagegen.
Rollt und kugelt sich ein.

Wir sind im Moment sehr viel für den Mann da.
Er braucht das.
Er war sehr mutig.

Oft, wenn wir uns fragen, wo denn WIR dabei bleiben,
merken wir
wie oft und wie sehr SEINE Themen durchaus auch in UNS Dinge bewegen.
Auch in UNS sehr viel über uns SELBST gearbeitet wird.

Es verweben sich irgendwelche Fäden, die zwar scheinbar zum Mann gehören – aber auch zu uns selbst.
Ich sehe an ihm von außen,
was zum Teil bereits bei uns gewesen war und für das uns die Außensicht fehlt(e)
oder aber auch, was in Wahrheit auch in uns noch ansteht.

Am Freitag war es sehr schwer mit der Thera.
Der Mann regt sich da manchmal ganz schön auf.
Weil er sagt – und er hat Recht – „Das ist IHR Problem; IHR Thema“.

Meine Thera hat derzeit ganz offensichtlich selbst eine schwere Zeit.
Und ganz offensichtlich
– ich weiß nicht, ob sie das nur bei mir so macht, oder auch bei anderen
und
auch nicht, ob es womöglich an der Vertrautheit liegt, die in all den Jahren nun bereits entstanden ist?
Daran, dass ich WEISS, dass auch sie Gewaltopfer ist?
Daran, dass ich womöglich (zu viel?) Verständnis habe?

sie hängt das wirklich ganz gewaltig raus.

Hey, es geht mir wirklich auf den Sack!!!!!!
Da erzählt sie, sie hat irre Angst vor der Omicron-Variante.
Und weil sie so Angst hat, macht sie nun nur noch Therapie mit durchgehend FFP2-Maske.

Ich kann das aber nicht.
Nicht mit DIESER Maske.
Keine 50min.
Und so ganz ohne Gesicht.
Und mit diesem eklig staubigen Geschmack, den die Maske beim Atmen in den Mund macht.

Also sagte ich, dass ich dann lieber Video möchte – das war schon vorletzte Woche, als sie aus ihrem Urlaub angerufen hatte.
Dann mault sie.
Weil das alles ja sooooo viel Aufwand sei.
Und sooooo anstrengend.
Und dann handelt sie – weil ich könnte doch zumindest 3x im Monat kommen; dann 2x….
Und überhaupt ist das alles ja soooo furchtbar, mit all der Bürokratie; den Krankenkassen und Gesetzen und Vorschriften und Pflichten und ….

Jedenfalls war Freitag dann also Video-Thera.
Und sie hat gewiß 15min erstmal über ihre eigenen Dinge lamentiert.
Ich hab ihr gesagt, dass Video ihr doch eigentlich am Besten entgegen kommt – weil da absolut garkeiner bei ihr sei und sie also garantiert und 100% nicht Corona kriegen kann.
Und man sich trotzdem wohl fühlen kann, frei und sicher.
Und Gesichter sehen kann.

Nee… also das ist ja sooooo umständlich……
Und wenn ich drauf bestehe, könnt ich ja vielleicht auch mit der dünnen Maske….
(sie sitzt ohnehin immer gut 3m weit weg und reißt alle Fenster auf)
Hauptsache, ihr bliebe all dieser Aufwand erspart….

Im selben Atemzug erzählt sie aber, wie schrecklich letzte Woche gewesen war.
Weil nun ist sie seit Montag aus dem Urlaub zurück und jetzt am Freitag ist sie schon derart fertig.
Weil das Arbeiten mit Maske ja sooooo anstrengend sei; man kann kaum atmen.
Und das den GAAAAAANZEN TAG……

Ich habe ihr gesagt, dass ich vielmehr stolz auf mich bin.
Dass ich etwas erreicht habe.
Ich habe es geschafft, nein zu sagen.
Mich abzugrenzen.
Zu sagen, was ich möchte und kann – und was nicht.
Ich habe es geschafft zu unterscheiden, was IHRES ist – und was meins.

Sie hatte dann fast gezickt.
Als sie meinte „Ja, sie haben Recht. Das ist dann wohl MEIN Problem.“

Aber das hier.. das ist definitiv IHR Thema.
SIE hat Angst vor Corona.
Ich nicht – ich vertraue dem Booster und vor allem mir selbst.

Ihr paßt doch GARNICHTS.
Video nicht
Maske nicht
es gibt im Moment scheinbar kein Arbeiten, mit dem sie klar kommt.

Sie jammert, weil die Bürokratie sie auffrißt.
Weil sie zu viele Patienten hat.
Weil sie Angst vor der Rente hat – weil sie ja eben KEINE hat, als Selbstständige.


– und das alles in meiner Stunde.

Noch dazu fängt sie sehr oft 10min. später an.
Hört dafür aber in jedem Fall pünktlich auf.

Ich bin echt erschrocken, als das Video-Fenster aufging und ich sie SO gesehen hab.
SO erschöpft, ausgelaugt, müde, grau und leer.

Andererseits habe ich Angst wegen dem OEG.
2024 ist die Neu-Überprüfung.
Ich KANN nicht ohne Thera sein.
Ich brauche sie einfach.
Nachher bringen die das fertig und sagen, ich sei „spontan-geheilt“.
Keine Spuren von Gewaltfolgen mehr erkennbar.

Meine Thera müßte mal Urlaub machen.
So richtig und lange.
Keine Ahnung….. aber womöglich geht es ihr einfach nicht anders als allen hier.
Jeder auf seine eigene Art.

Gestern wollte der Mann unbedingt eine Reportage im TV gucken über „Blackout“.
Stromausfall.
Unser Stromnetz und was alles passieren könnte.

Es hat mich ganz schön gebügelt – ich denk, das ist verdammt gut dissoziiert.
Aber hey, man macht sich tatsächlich nie Gedanken drüber… was wäre, gäbe es plötzlich über Tage oder Wochen keinen Strom.
Das ist schlimmer, als Krieg.
Schlimmer, als wie die früher Mann gegen Mann Menschen getötet haben.
Heute mußt Du nur den Strom lahm legen.

Ich hab nun übrigens den alten Blog auf privat gestellt.
Ich schreib da ja eh nicht mehr.
Und die, die da noch lesen und mich womöglich wieder abschießen, weil sie meinen „ich müßte da doch irgendwo mitmachen“; „das sei doch auch in MEINEM Interesse“,
die brauch ich eh nicht.

Es ist viel passiert inzwischen.
Die Themen dürfen nun gerne privat sein und bleiben.

Ich kapier zur Zeit ohnehin die ganze Technik nicht.
Ich schreib Mails an den Zahnarzt und den Hausarzt – inzwischen sogar 3x in Abstand – und nix kommt an.
Keiner reagiert.
Und ich hab weder die Kraft noch den Mut, da ewig hinterher zu rennen.
Der Mist triggert mich.
Bittsteller-Kacke.

Ständig läuft irgendwas quer und will noch mehr und mehr Kampf und „Selbstverantwortung“ von dir – dabei HAST DU BEREITS!!!!
ganz viel getan.

Und dann steh ich wieder auf dem Balkon und hab dieses Endzeit-Gefühl.
So, wie in den Zombie-Filmen oft.
Wenn der allerletzte Mensch mitten in all der Zerstörung steht und Du irgendwo die Geräusche nahender Zombies hörst.
Aber der Held der Geschichte noch gewiß nicht bereit ist, aufzugeben.
Noch immer daran glaubt, dass irgendwo ganz sicher noch ein anderer Mensch überlebt hat.
Diese endlose Einsamkeit.
Die übermächtige Angst und Bedrohung.
Irreal und wie im Nebel.

Auch der Mann gestern…. soooo traurig.
Irgendwer in ihm.
Da sagt er zu mir: „Jetzt hab ich nur noch DICH.“

Aber das stimmt in Wahrheit ja garnicht.
Genausowenig, wie ICH alleine bin.

Wir HABEN Menschen.
Nicht bloß uns selbst.

Aber klar, ich hab ihm gesagt, dass ich wohl genau deshalb so große Sehnsucht hab.
Nicht nach vielen.
Aber nach guten und passenden Menschen.
Ein paar – oder auch nur ein einziger.

Einem Menschen, wo ichwir sein können, wie wir SIND.
So, wie ja auch er seinen Kumpel hat.
Und der ist wesentlich mehr Wert; hilfreicher und wohltuender, als 10x seine Eltern zusammen.
Er ist EHRLICH.

Und klar… in all diesem Gefühlsdurcheinander hab ich dann mal noch 3 Eselchen für O. gehäkelt und eins für den Mann.
Und klar…. das erste Eselchen, das wir eigentlich für UNS gemacht hatten, haben wir der NG-Frau geschenkt.
Das 2. Eselchen, das wir eigentlich für UNS gemacht haben, haben wir jetzt O. geschenkt.
Weil in Wahrheit schenken viel schöner ist, als behalten.
Weil es schön ist, Freude zu machen.

Und seit gestern häkeln wir nun also ein 3. Eselchen, das eigentlich für UNS ist.
Womöglich behalten wir das dann auch mal.

Uuuuuund
wir haben uns
auch ohne die richtige Anleitung
die lt. NG-Frau 200€ kostet mit Kurs
einen ersten Neurographik-Lebensbaum gemalt.

Es ist schon komisch…..
da denkst Du, er ist fertig.
Dann willst Du ihn in einen Bilderrahmen tun und merkst, wenn er dann aufrecht am Boden steht,
wieviel da eigentlich noch fehlt.

Dann holst Du ihn wieder raus und malst was dazu.
Am Tag danach merkst Du, dass da noch immer was fehlt.

Nachdem nun aber das Blatt Papier soo gut wie voll ist
und garnicht mehr groß viel dazu kommen könnte,
hängen wir ihn nachher dann an die Wand.
Ins Wohnzimmer.

Lebensbäume sind Kraftspender.
Seelenbilder.
Zeigen dein inneres Kraftpotenzial und deine Schätze.

Ich freu mich sehr, wenn er nachher hängt.

Fotos zeig ich Euch im geschützten Beitrag danach.

Ach – und die Tochter hat nun auch einen Job gefunden.
Sie ist sehr glücklich darüber.

Ich wünsche Euch einen guten Tag.
Ganz viel Kraft und Liebe ❤




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4 Kommentare zu „Als würden sich Welten

  1. Das hört sich sehr anstrengend, aber vor allem gut an.
    Dieses ewige merken und fühlen und so.
    Aber ich glaub ohne geht’s nich mehr – also wenn schon so viel offen und draußen is und mans auch nich mehr zurück stopfen kann.
    Dann muss man damit arbeiten.
    Und manchmal gibt’s ja auch schöne Tage, wo es sich einfach mal gut und richtig zusammen anfühlt.
    Heute zum Beispiel 🙂
    Muss ja auch mal sein…
    Und jetzt sind wir erstmal total gespannt auf euern Baum.
    Hatten wir uns auch schon mal dran versucht.
    Nur dass wir da nie irgendwelche Erkenntnisse hatten. Kein Plan…
    Nu ja…

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, das stimmt.
      Reinstopfen geht nich mehr.
      Stop-Knöpfe sind da keine vorgesehen…
      Wenn´s mal läuft, läufts.

      Ich glaub, man hat da keine großen Erkenntnisse, so wie „Ideen“, „Erleuchtungen“ oder „die Superlösung“.
      Ich glaub, das passiert im Unterbewußtsein. So, als schliche da feuchte Luft in die Wüste.
      Und unerwartet und plötzlich fängt es an zu blühen.
      Aber sicher bin ich mir auch nicht 🙂

      Gefällt 1 Person

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