Hey, wie die Zeit vergeht….

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂
Ich hab ja Ewigkeiten nicht mehr geschrieben….
Und dabei ist einiges „passiert“…..

Klar, eben hab ich nochmal den letzten Text gelesen und so gedacht, dass doch da inzwischen schon einiges wieder anders ist.
Aber irgendwie…..
Keinen Bock.
Überhaupt ist der Computer zur Zeit eher unwichtig.
Ich hab noch nichtmal groß Bock zu spielen.
Morgens mal schnell alles durch und fertig machen. Wenn mans hin kriegt, auch kurz abends nochmal gucken.
Meist machen wir den PC dann zwischen 6 und 8 völlig aus – das gabs noch nie.
Normalerweise läuft der, bis wir schlafen gehen.

Naja….
Eben, bevor er ging, kam der Mann wieder auf diesen komischen Satz in seinem Kopf.
Der begleitet ihn irgendwie schon immer.
„Wenn Du abnimmst, stirbst Du“.

Wir ahnen, dass das womöglich seine Mutter sagte, als er als Kind noch sehr zart gewesen war.
Als das mit seiner Behinderung noch überforderte und er unablässig in Kliniken war.

Als er seinerzeit mal abgenommen hatte auf glaub 85kg, da war das derart präsent und laut in ihm,
dass er sich mit seinem neuen, ungewohnten Gewicht derart in Angst fühlte, dass er wieder aß.
Übermäßig.

Er fühlte sich permanent unwohl und konnte das Gefühl aber nicht wirklich greifen.
Auch nicht beseitigen oder zähmen.
Es sprach unentwegt diesen Mist an ihn hin – innendrin.
Und ich fürchte, er erwartete permanent sein Sterben.
Dabei sah er echt toll aus.
Und eigentlich ging es ihm gut.

Ok – er hatte es auch heftig übertrieben damals.
Gewaltmärsche von bis zu 40km sind kein Spaß.
Und dann nur Salat und Dosenfisch.

Im Moment, seit wir Corona-positiv waren, nehmen wir beide wieder ab.
Sehr langsam und irgendwie mit einem guten Gefühl.
Der Mann freut sich total – er macht wieder Teilzeitfasten 16:8 und läßt Schokolade so gut wie weg.
Ich hab eigentlich nix geändert – außer, dass ich insgesamt kleinere Portionen esse.
Und Schokolade eß ich ansich eh nicht so viel – außer, der Mann fragt mich, ob ich Bock hab.
Da er das derzeit aber läßt……

Ich hab seit langer Zeit die 79 vorne.
Das ist echt schon ewig her.
Der Mann steht glaub wieder so bei 104 rum.
Er war ja tatsächlich wieder über 110 gekommen gewesen.

Und es ist jedes Mal, als würde er das zum ersten Mal feststellen.
„Wenn ich den Zucker weg lasse, geht es mir super“.

Ohne Zucker hat er Kraft, Lebensfreude und Energie.
Kaum Schmerzen.
Er hat Bock, etwas zu TUN.
Aktiv zu sein.
Er hört auf, hier immer bloß im Sessel zu hängen.
Das ist schön.
Und er freut sich total an seinem Körper.

Auch bei uns hier verändert sich das Körpergefühl.
Die Selbstliebe.
Wir fühlen uns wohl(er) mit uns selbst.
Passen wieder mehr auf mit dem Kaffee – mehr als 3 Tassen ist nicht gut.

Letzten Freitag hatte der Optiker tatsächlich während der Video-Thera angerufen.
Ich bin dran gegangen, weil ich eh so ungeduldig und freudig wartete.
Die Thera hat sich mit uns gefreut.
Und direkt nach der Stunde waren wir hin gelaufen und haben sie abgeholt.

Als wir Heim kamen, staunte der Mann sehr.
Diese blaugrauen Gläser waren in der Sonne sehr dunkel geworden und er fand uns voll cool.
Er hatte sich die Brille aufgrund unserer Beschreibung viel auffälliger und präsenter vorgestellt.
Sie IST auch sehr ungewöhnlich.
Aber dennoch fügt sie sich mit nicht-dunklen Gläsern eher harmonisch und unauffällig in unser Gesicht ein.
So, wie wir das mögen.

So ein bißchen, wie bei Frauen, wenn sie geschminkt sind – man das aber kaum wahrnimmt.
Sie macht einen Eindruck – aber ohne dabei voll ins Auge zu fallen.

Samstag haben wir uns dann beide nochmal getestet.
Wir wollten ja zu einem ganz neuen Baby fahren.
Sind wir dann auch.
Und meine Schwägerin legte mir ihre Kleine irgendwann in den Arm.
Soooooo verrückt.
Kleines Leben.

Offensichtlich werden wir zunehmend angstfreier. Ein bißchen lockerer, mit Babys.
Ein BISSCHEN.
Immerhin.
Es war sehr schön.

Sonntag waren wir dann mit O. laufen.
Es ist immer sehr ulkig – wir laufen immer kleine Runden.
Gewiß 7 mal am Haus vorbei.
Immer wieder die Frage „Magst Du noch?“ – und dann laufen wir eine weitere kleine Runde.
Uns gehen die Themen nicht aus. Es ist irgendwie total schön und leicht.
Am Ende waren wir gut 3 Stunden laufen.

Am Montag war dann Tattoo.
Wir hatten kaum schlafen können und hatten voll Angschd.
Man konnte sich nicht vorstellen, was „schöner machen“ bedeutet.
Wie sie sich das vorstellt; was sie tun oder ändern will/kann.
Wie das geht? Aus diesem eher unschönen Tattoo etwas Schönes zu machen.

Und wir malten uns aus, dass sie womöglich etwas völlig anderes darüber sticht?
Aber „das Schwarz kriegt sie doch ganich wech…“.

Sie war sehr lieb.
Um halb 10 fingen wir an.
Gegen halb 3 warn wir fertig.
Anfangs ham wir noch gelacht, weil des ja gaaaaanich weh tat.
Aber dann ey…..

Sie hat unsere Wünsche erfüllt 🙂
Das Schwarz ist weg.
Sie hat es einfach mit einer anderen Farbe überstochen.

Im Prinzip ist es noch immer das selbe Tattoo.
Nur eben ohne Schwarz.
Sie hat sie Blumen neu umrandet – so entstand nun ein Eindruck, als sei der Blumenarm mitten aus dem Zeichentrick der Schlümpfe heraus kopiert.
Und es geht nun auch tatsächlich bis auf die Hand 🙂
Wir waren total glücklich, wie fröhlich es plötzlich wirkt.

Inzwischen ist das transparente Folienpflaster recht steif geworden und tut am Handgelenk ziemlich weh, weil es bei Bewegung Falten schlägt, die schmerzen.
Es hat auch mehr als jedes Tattoo zuvor gesuppt.
Wundwasser und ewig viel überschüssige Farbe darunter.
Wir dürfen das erst Sonntag weg machen – wir wissen also noch nicht, ob es gut geworden ist.
– jetzt, nach dem ersten Heilen.

Wir haben schon nächste Woche den nächsten Termin.
Weil der Mann ja noch was möchte und wir schon seit Weihnachten auf unser Meerschweinchen warten.
Außerdem, haben wir entschieden, wollen wir noch einen minikleinen Woodstock.
Wir lieben diesen irren Vogel der Peanuts.

So werden dann unsere Innenkleinen voll glücklich werden.
Soooo viel schönes Buntes.

Die Zahnzusatzversicherung ärgert uns.
Weil klar – das hat Methode… sie brauchen noch das und anders und sowieso blabla.
Also hatten wir vorgestern noch mit dem Zahnarzt Kontakt.

Man kriegt ein bißchen Schiß.
Weil wir haben gepokert.
Weil klar, Brille, Zähne, Tattoo, Urlaub…. ist schon ein bißchen viel, für einen Monat.
Man hoffte, dass die Versicherung hält, was sie verspricht.
Wir hoffen weiter.

Und man muß versuchen, die Angst zu zügeln.
Rational zu bleiben.
Erwachsen.
Statt in Panik zu geraten.

Ah – Dienstag hatten wir Termin bei der Hausärztin.
Es fällt uns immer ungemein schwer.
Was wollen wir dort überhaupt?
Die kapiert uns doch eh nicht!!!
Ist doch ohnehin Zeitverschwendung und tut bloß weh.

Wir haben Angst.
Und wir fühlen uns lästig und kompliziert.

Am Ende ist es eh immer das Selbe.
Und wir kriegen es nicht hin, nach innen zu transportieren (dass es geglaubt wird und so gefühlt werden kann)
dass das nicht an UNS liegt.

Die Ärztin ist, wie so viele Ärzte zuvor,
einfach überfordert.
Sie hat keine Ahnung von Trauma; von DDNOS sowieso schon mal nicht.
Sie kapiert uns einfach nicht.
Außerdem hört sie nur, was sie hören will – oder kann.
Sie will uns in eine Kiste packen, in die wir aber nunmal nicht passen.
Es ist IHR Problem.
Da können wir uns anstrengen, wie wir wollen.

Ansich hatten wir nix, um zum Arzt zu gehn.
Wir wollten halt mal wieder sagen, dass wir noch leben (ist bestimmt über 1 Jahr her, dass wir dort warn; womöglich fast 2?)
dass wir Corona hatten
und dass wir uns Sorgen machen, wegen dem Muskelrelaxans.

Der Arzt vom Mann hatte die Woche davor schon gesagt, es sei irre.
Wie lange nimmt er das schon?????????
Das soll man nur 30 Tage nehmen.
Außerdem sei es für „den unteren Rücken“ und „nach Schlaganfall“ – da gäbe es Besseres.

Und hey, wir nehmen das nun seit über 1,5 Jahren.

Wir haben versucht, der Ärztin zu erklären, dass wir gerne ein anderes hätten.
Eins, das man langfristig nehmen darf.
Eins, das womöglich *besser* oder *zielgerichteter* hilt.
Weil auch wir haben ja weder Schlaganfall, noch ein „unterer-Rücken-Problem“.

Nichts destotrotz HILFT es ja.

Auch, wenn es dafür eigentlich garnicht gedacht ist und die Ärztin nicht versteht, weshalb es da überhaupt hilft.

Wir haben ihr erzählt, dass wir ohne das Zeug
Verspannungen im Hals haben – und beim Schlafen sonst Pfeifen und nur in die Rippen atmen können.
MIT dem Zeug geht aber BAUCHatmung.
Und wir deswegen dann nicht einschlafen können, aus Angst zu ersticken.

Wir haben Verspannungen überall im Körper.
Das Zwerchfell kriegt Spasmen, sobald wir lachen.
Das endet immer in einem Hustenanfall.

Oft können wir kaum pinkeln oder … , weil es einfach nicht gelingt, locker genug zu sein, um die Körperöffnungen auf zu machen.
Dann hocken wir auf dem Clo und müssen bald 10 min. ruhig atmen; konzentrieren; loslassen üben, bis wir überhaupt erstmal erleichtern können.

Außerdem – und es fiel uns echt unsagbar schwer, das zu sagen – merken wir oft, wie eng und verkrampft unser Darm sein muß. Am Durchmesser der …. Gott, war das peinlich.

Dann ewig diese Schmerzen überall; das Summen und Vibrieren.

Sie hat uns bloß angeguckt.
Dann schlug sie uns Buscopan vor, um den Bauch zu entspannen.
Und ein Schlafmittel, damit wir einschlafen können.

Wir dachten, wir fallen vom Glauben ab.

Hat sie denn nicht ZUGEHÖRT?????

Wir brauchen etwas, das hilft, die Muskeln locker zu machen – dann lösen sich alle diese Probleme damit auf.
Oder krieg ich womöglich dann wieder noch ein Asthma-Spray?
(hatten wir auch schon).

Ich möchte was, das dauerhaft geht.
Das überall hilft.
Nicht 10 verschiedene Sachen für „nach Bedarf“.
Bedarf ist IMMER.

Dann sagt sie „da gibts nix“ und, dass ich das Muskelrelaxans einfach weiter nehmen soll, wenns hilft.
Egal.
30 Tage….
Wenn ich nun wüßte, WARUM das zeitlich begrenzt ist.

Zum Abschied sagte sie uns, dass sie unser Buch noch immer nicht gelesen hat (Sie hat es jetzt glaub 3 Jahre?!). Aber dass sie jetzt, ganz neu, noch einen männlichen Patienten hätte, der „auch so eine Geschichte hätte“, was sie sehr spannend fände.
Und dass sie nun sehr neugierig sei, ob das Buch ihr wohl hilft.
Und sie strahlte dabei, als hätte sie ein besonders exotisches Tier gefangen.

Ich kapiere diese Frau einfach nicht.
Das tut sie öfter – so merkwürdige Anmerkungen, die ich voll daneben finde. Während sie irgendwie nie begreift, wie abfällig, mißachtend, respektlos und daneben das in Wahrheit ist.

Gut, auch der Mann hat es weiter bekommen.
Aber nur „erst mal“, weil er soll einen Termin machen, damit man in Ruhe gucken kann, welches andere Präparat für ihn besser wäre.
Und sein Arzt hatte nur gemeint, das sei so teuer, dass die Kasse das normalerweise nicht bezahlt.
Naja.

Nächste Woche soll ich mal wieder Blut abgeben.
Man sollte mal endlich wieder die Schilddrüse ansehen.
„Ach… stimmt… sie haben ja immer das Problem mit zu hohen weißen Blutkörperchen“, hatte sie gemeint.
Und ich hab ihr gesagt, dass ich es schon öfter gesagt habe, dass das zu den Symptomen von Trauma gehört.
Dass das normal sei, bei Trauma.
Weil man nunmal mit Trauma unter Dauerstress steht und ewig irgendwelche Entzündungen laufen.
Da guckt sie dann immer nur, als sage ich das zum 1. mal.
Und, als wisse sie das ja garnicht.

Oh Mann… ich hab so derart die Schnautze voll von all dem ahnungslosen Rumgestümper.
Aber es ist so furzegal, zu welchem Arzt ich jemals gegangen war.
Die sind ALLE so.
Es ist zum Verzweifeln.

Ah, ich darf die Thera heute nicht wieder fast vergessen.
Passiert in letzter Zeit öfter (fast).

Wir sind gespannt, was die Tochter nächste Woche sagt, wenn sie uns sieht.
Der Mann und ichwir beide schlanker und strahlender.
Mein schön gemachtes Tattoo, das bis dahin kein Pflaster mehr hat und die Brille und Haare….
Wir ham uns ja schon ewig nicht gesehen.
Und ich weiß, wie sehr sie sich immer freut, wenn es uns gut geht.

Wir hoffen so sehr, dass sich das mit der Zahnversicherung bis dahin klärt und die bezahlt haben.
Auch, weil wir ja dann, Ende des Monats auch 5 Tage weg fahren.
Keine Ahnung, warum ich ewig die Eifel mit dem Harz verwechsle.
Wir fahren jedenfalls in die Natur.
Wenn wir Dusel haben, ist dann auch das Wetter wieder schöner.
Kalt und ewig Regen, oder gar Schnee, haben wir uns eigentlich nicht vorgestellt.

Die letzten Tage hatten wir hier eigentlich bloß im Sessel gehockt und gelesen.
Wir sind jetzt in diesen Tagen inzwischen beim 4. Buch.
Und haben noch immer 5 hier liegen.
Ist gut, das auch mal wieder zu tun – lesen.
So muß sich auch der gepflasterte Arm nicht unentwegt bewegen.

Wir wünschen Euch einen guten Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤

6 Kommentare zu „Hey, wie die Zeit vergeht….

    1. Hm… ich denk, in die Kiste zu „alles ist bei allen gleich und hilft genauso gut“?
      Oder „die ist ganz schön Banane“?
      Vielleicht auch in so eine Kiste, wo sie lauter exotische Patienten rein tut, die sie immer „überraschen“ – denen sie dann aber nicht zu helfen weiß?

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  1. Huhu, ich las grad ne pdf-Datei wegen Mastzellaktivierungssyndrom und da war u.a. vom Postnasal-Drip-Syndrom mal kurz die Rede, da bist Du mir gleich eingefallen, dann hast vielleicht mal wenigstens nen Namen für den Schleim im Hals, klingt zumindest besser 🙂
    Liebe Grüße

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