Schubladen

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Keine Ahnung, auf was für einem Trip ich eben bin.
Ich hab tierisch Schiß, womöglich zu provozieren.
Schon gestern – öhm… vorgestern?
Wann hab ich zuletzt geschrieben?

Es kommt mir vor, als lege ich Finger in Wunden.
Aber das ist nicht meine Intension.
Es geht nicht drum, weh zu tun oder gar „Du bist selbst Schuld“ zu sagen.
Es geht nicht um Schuld.

Ich mache mir Gedanken, wenn, dann über Verantwortung.
Aber viel mehr versuche ich dahinter zu kommen,
wie LEBEN funktioniert.

WARUM?
Warum begegnet man in exakt diesem Moment ausgerechnet diesem Menschen?
Weshalb passiert ausgerechnet jetzt und hier exakt diese Sache?
Was will uns das Leben MITTEILEN?

Und was verstehen wir allzuoft nicht?
Weil wir womöglich in Schubladen denken?
Weil wir Erwartungen haben – und alles, das diesen nicht entspricht, oft schlicht nicht wahrnehmen können?

Es geht nicht um die Kindheit.
Ich bin der Meinung, dass alles, was uns als Kindern widerfährt ganz klar in die Verantwortung Erwachsener fällt.

Aber was ist mit der Zeit, in der wir SELBST erwachsen sind?
In jener Zeit, in welcher wir für uns selbst verantwortlich sind?
Zeit ist, zu heilen?
Was IST Heilung?

Ich glaube, Heilung ist kein *Punkt*.
Keine Türe, welche wir durchschreiten und dann hinter uns schließen – und fertig.
Ich glaube, Heilung ist ein Weg; eine Strecke; ein ganzes Leben.
Und mit jedem Schritt, den wir gehen, passiert ein Krümelchen Heilung.
Zumindest dann, wenn wir nach und nach und mit (langer) Zeit immer besser sehen, fühlen und realisieren lernen.
Eins nach dem anderen.

Ich hadere sehr oft mit meiner eigenen Arroganz.
Mit meinem Gefühl, weiter oder besser zu sein, als „all die blinden Leute“.
Ich fühle mich oft über ihnen – und schaue auf jene herab, die stumpfsinnig in ihrer Lebensmaschine festhängen und scheinbar immerzu das selbe denken.
Schaue auf jene herab, die augenscheinlich immerzu über das Selbe jammern.
Niemals aber irgendetwas zu ändern scheinen.
Schon garnicht und niemals sich SELBST – oder ihr Denken und Handeln.

Das mag ich nicht an mir.

Bin ich besser?
Wer definiert das?
Wer sagt, dass es gut ist; besser, so zu sein, wie ICH?

Vermutlich hat einfach jedes Lebewesen seinen persönlichen und eigenen Weg zu gehen.
Jedes auf seine individuelle Weise.
DAS meine ich, mit Schubladen.

All die Erwartungen; das Glauben, Denken und Urteilen.
Vermutlich ist es ein gutes Ziel (für mich), zumindest einige der Schubladen aufzugeben.

Oft schmunzle ich, wenn der Mann von der Arbeit kommt und mir erzählt, was er sich wieder über seine Kollegin aufgeregt hat.
Und er nennt mir Dinge,
die bei ihm im Büro mit ihr passieren,
die ICH hier Zuhause
ganz exakt so
auch über IHN sagen könnte.

Und dann denke ich daüber nach,
dass man im anderen immer nur sich SELBST erkennt.
Und 1 Sekunde später frage ich mich dann,
welches *Ich* ich nun in diesem Moment im Mann erkennen sollte?

Bin auch ich oft blind gegenüber jenen Dingen,
die andere Menschen mir über mich selbst zeigen? – könnten?

In letzter Zeit denke ich öfter mal an meinen Exmann.
Auch und gerade wegen dem Thema Depp gegen … wie heißt sie?!
Ein Gerichtsverfahren 2er Menschen, die sich vermutlich gegenseitig nichts schenken.

Ich mag mich hierüber garnicht äußern, weil ich es garnicht verfolge.
Ich höre halt nur mal so kurze, pauschale Äußerungen.
Aber ich gehe davon aus, dass ich den Kern kapiere.
Dass es ähnlich verläuft, wie auch bei meinem Exmann und mir.
Jeder sieht sich als Opfer des Anderen.
Aber keiner möchte (auch) Täter sein.

Wie gesagt, Gewalt in der Kindheit bleibt außen vor.
Aber was passiert, wenn 2 Gewaltopfer irgendwann erwachsen sind?
Bisher jedoch nichts aufgearbeitet und geheilt ist; gesehen; bewußt geworden; realisiert.
Welche Mechanismen und Trigger laufen?
Was bedingt das andere?
Wie fügen sich die Dinge?

Ich fürchte, dass uns (Einzelnen, aber auch dem Rechtssystem und der Gesellschaft) hier ganz gewaltig unser Bedürfnis nach Schubladen im Weg steht.
Aber womöglich ist es auch wichtig, dass es diese Schubladen gibt.
Ein Dilemma.
Weil sobald nach dem *Schuldigen* gesucht wird; werden MUSS,
entsteht ein Kampf um Unschuld.

Man kann nicht diesen Schritt zur Seite machen und mit wirklichem Abstand und neutral die Mechanismen analysieren und betrachten.
Man kann nichts zugeben oder einsehen und verstehen.
Weil keiner schldig sein will – auch nicht im Geringsten.
Und weil somit ein Verstehen und Erkennen erschwert wird.

Auch ich hätte nie und niemals MIT schuldig sein wollen,
am Verlauf meiner ersten Ehe.
Niemals
wäre ich bereit
aber auch überhaupt nicht in der Lage gewesen
mit Abstand und Neutralität
Triggermechanismen, Täterintrojekte oder ähnliche Dinge logisch zu begreifen.

Ich weiß nicht, ob ich wirklich weniger Täter war, als mein Exmann.
Aber immerhin unterscheidet uns, dass ich bereit bin hinzusehen.
Während er noch immer unreflektiert seine Gewalt verteilt.

Macht mich das *besser*?

Warum ist es Menschen oft so wichtig, besser zu sein, als andere?
Warum brauchen wir immerzu diese Schubladen und Maßstäbe?
Warum kann man nicht einfach Entwicklungswege als Solche stehen lassen?
Gut.. vermutlich gäbe es dann garkein Bewußtsein für Gewalt und Recht.
Kein Gefühl für Verantwortlichkeit?

*Zigarette rauch*

Eben fällt mir ein, dass ich doch eigentlich auf was ganz anderes raus wollte.
Und, dass ich vermutlich deswegen gerade so wenig schreibe.
Ich hab Krautsalat im Kopf.
Es ist alles zu verworren.
Alles durcheinander und auch viel zu groß und umfassend, um WORTE dafür zu haben.
Es ist nicht *Hirn*.
Es ist vielmehr *Gefühl*.
Vielmehr *Wissen in der Seele*.
Gewißheit.

Warum also trifft man ausgerechnet zu dieser Zeit exakt diesen Menschen?
Worum geht es?
Warum spiegelt man sich so in anderen?

Warum durchfährt dich manchmal eine Art Gefühlsblitz, wenn Du einen Menschen triffst?
Wie eine Art „Erkenntnis“, die aber in deinem Fühlen passiert?
Die nicht in den *Verstand* führt, in *Verstehen*,
sondern rein und pur in deine Seele trifft?
Wort- und sprachlos?

Warum, z.Bsp., ist die Lieblingsärztin meines Mannes
zu ihm total nett?
Freundlich und eine wirklich GUTE Ärztin?
Und sobald sie MICH sieht, ist sie absolut ekelhaft, herablassend, arrogant, ein wahrer Kotzkübel?

Warum holen manche Menschen aus dir das Dunkle hervor?
Wo dockt das an – und warum?
Während Du im „Normalfall“ von dir sagst, Du seist ein netter und positiver Mensch?
Und meist BIST Du das auch?

Sind unsere Schubladen nicht nur im Kopf?
Sondern vor allem im Bauch?
Und öffnet diese Schubladen oft schlicht die Aura; die Ausstrahlung eines Gegenübers?

Ich denke an Thesen wie „selffullfilling prophecy“
an all die Vorwürfe, man sei „selbst Schuld“.

Wie viel, an einem Vorkommnis, liegt in der eigenen „Hand“?
Der eigenen Ausstrahlung, Erwartung, Haltung?

Einfach nur, weil man ist, wie man ist?
Fühlt, wie man fühlt?

„Man begegnet zu jeder Zeit exakt jenen Menschen, die dir in diesem Augenblick,
genau DORT weiter nutzen können,
wo Du gerade stehst.“

„Jede Begegnung ist nützlich und sinnvoll.
Solange Du aus ihr etwas mitnimmst und lernst.“

Oft sitze ich hier und denke zurück an Begegnungen, die ich hatte.
An Sätze, die gesagt wurden.
Dinge, die getan – oder auch nicht getan – wurden.

„Jede Begegnung hinterläßt ein Staubkorn auf deinem Mantel des Lebens“.

Wieviel Staub habe ich mitgenommen?
Wie schwer er wohl inzwischen wiegt?
Und was hat er mich gelehrt?

Am Ende denke ich, dass Heilung tatsächlich nicht im Kopf geschieht.
Man kann sie nicht „machen“.
Mit Wissen, Büchern oder irgendwelchen speziellen Therapie-Anwendungen, wie so viele gerne glauben würden.

Womöglich ist Heilung,
wenn Du jedes Staubkorn auf deinem Mantel fühlen kannst?
Wenn es in deinem Körper Dinge bewegt?
Deine Haltung verändert?
Dir Muskeln macht?
Um dich aufzurichten und stehen zu lernen?

Tja.. da hock ich wieder und könnte grad alles löschen.
Was laber ich da eigentlich?
Alles verworren und durcheinander.
Außerdem…. was soll das ganze Geschwurbel?
Muß doch eh jeder sein ganz Eigenes finden?
Was IST Leben?

Es gibt so viele Theorien.
So viele Ideen.
„Alles ist EINS“.
Es ist zu groß.
Zu komplex.
Können Menschen wohl je verstehen, was Leben ist?
Wozu WOLLEN wir das eigentlich kapieren?

Naja.. ich lass es mal stehen.
Euch einen guten Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤

Werbung

2 Kommentare zu „Schubladen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..