Und da sind sie wieder….

die Schatten von damals….
Im Heim.
Der Sozi.
Der Diakonie.

Der damals, als ich vor meiner von der Zimmernachbarin verschlossenen Zimmertüre stand und nicht rein kam
ich ihn fragte, ob er mir öffnet
zu mir sagte: „Wenn Du ganz lieb bittebitte sagst, dann tu ich das vielleicht“.
Und als ich es tatsächlich sagte
lachte er mich aus und ging weg.
Murmelte, dass ich wohl noch lernen sollte, nicht jeden Scheißdreck zu erfüllen, den man von mir verlangt.

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Es ist erst halb 8

und meine WaMa ist schon jetzt fast fertig.
Ich habe schon wieder an meinem „Lebenslauf“ herum gebastelt, den ich schreiben soll wegen der Adoption.
Und klar – mit meinem Spiel bin ich heute Früh auch schon längst soweit „fertig“ – so, wie man das morgens im ersten „Arbeitsschwung“ nur sein kann.

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Auch der Mann hat uns schon wieder geschafft.
Es ist wieder eine harte Zeit.

Nein, nicht, dass wir streiten würden.
Oder dass er sich irgendwie gegen UNS richtet.

Aber er ist wieder so penetrant; so eindringlich.
Irgendwie fast so, als würden sich seine sexuellen Energien, die er nicht genital penetrieren kann,
in Worte und Gedanken wandeln,
welche er uns stattdessen in den Geist penetriert.
Nicht über Sex,
sondern über seinen Job; seinen Chef und all die Themen, die ihn dort eben so massiv umtreiben.

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Ach Mann, es war doch nur

ein Kack-Krampf.

Hi Ihrs

Vorhin.
Der Mann hatte uns versehentlich aufgeweckt, als er unsere quietschende Balkontüre schloß.
Er war schon fertig und wollte eben los ins Büro.
Es war um 6 – unsere Nacht war grausig.
Erst konnten wir ewig nicht einschlafen – dann wachten wir bestimmt noch 4x wieder auf.

Wir verabschiedeten uns dann nur noch und schon war er weg.
Ich war todmüde und irgendwie wurde ich auch nicht wach.

Trotzdem hatte ich so gedacht, dass ich ghleich heute Früh alleine in den Baumarkt fahre.
Blaue Farbe für die Küche.
Im Keller noch gucken, welche genau.
Und ob und wieviele Pinsel oder kleine Rollen wir brauchen.
Ansich hätt ich am liebsten schon gestrichen, bis er wieder Heim kommt.

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Schlimm

da sitz ich wieder und will schreiben – und zeitgleich NICHT schreiben und kann mich nicht entscheiden, weil sich beides Kacke anfühlt.
Will ich vergessen?
Oder lieber NICHT vergessen?
Ist nicht manchmal das Dunkel sanfter, als das Licht?

Will ich immer alles fühlen? Ergründen? Herausfinden? Wissen?
Oder ist es nicht besser, zu schweigen?
Innendrin, genauso wie außen?
Was für Tage….

Ansich, sieht alles aus wie immer.
GANZ NORMAL.

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Unrechtsland

Es ist schon merkwürdig, was einem beim Abspülen und Salat zupfen alles durch den Kopf gehen kann.
Eben ist es wieder so unaushaltsam.
Unser „Rechtssystem“.

Dass der Mißbrauch an Kindern verjähren kann.
Dass man nur 20 Jahre Zeit hat, ab „Bewußtwerdung“.

Was ist das eigentlich?
Wie deffinieren die „Bewußtwerdung“?
Ist es Bewußtwerdung ab jenem Moment, da dir irgendwer sagt, dass Du mißbraucht wurdest?
Weil Du eine einzelne Sequenz deines Traumas erinnerst?

Oder ist Bewußtwerdung immer dann, wenn Du nach und nach und nach immer mehr Einzelheiten erinnerst?
Also hätte man in diesem Fall doch sehr VIEL Zeit?
Weil man in all den Jahren, nach und nach,
jeden Tag; jeden Monat; jedes Jahr ein bißchen MEHR erinnert?

Und wenn mir HEUTE etwas einfällt –
hab ich dann für DIESE eine Sequenz dann wieder 20 Jahre Zeit?
Auch wenn es schon über 30 Jahre her ist, dass ich erfahren habe, dass es nicht NORMAL gewesen war?

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Es ist so erstaunlich

was passiert, wenn der Geist anfängt, was raus zu lassen; die Seele.
Und zu beobachten, wie es dann auch der Körper gleich tut.
Und nicht mehr aufhört, raus zu lassen.

Vorhin völlig übersäuert den Magen entleert und schon 4x heut WC wegen Darm.

Mit dem Mann geweint, als er vorhin Heim kam.
Erzählt, was seit gestern hier abgeht und warum.

Wir konnten reden.
Sehr liebevoll.
Es tut ihm Leid. Er weiß auch nicht, was da immer bei ihm passiert.
Ja, ich hätte Recht.
Ja, ich müsse sowas sagen.
Ja, es ist SEIN Ding, daran was zu ändern.
Ja, er versteht mich gut.

Und immer wieder auch dieser Wind draußen; die Boen.
Der Onkel am Bodensee.
Windsurfen sollten wir lernen.
So, wie Skifahren, Eislaufen, Skaten und sonstwas.
Das sei alles großer Spaß.

SEIN Spaß.
Wenn er mir meinen Spaß verunmöglicht.
Erniedrigt, demütigt, auslacht, quält, vorführt und beschimpft.
Traurigkeit.
So riesengroße Traurigkeit.
So schlimmes Weh.

Alles soll raus.
Ich hab das noch nie so sehr gefühlt.

Es ist ja noch nichtmal halb 8…

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Ich bin grad echt fast erschrocken.
Der Mann ist längst weg und ich hab mein Tee-Kästchen aufgefüllt.
Und eben eine Liste geschrieben, was ich heute noch tun will/sollte.
Und gut – ich ging davon aus, es sei einiges später.

Gestern….
Gestern hab ich vormittags hier einerseits irgendwie gebummelt – andererseits auch nicht.
Dieses Gefühl, „erst um 11 los zu müssen“, ließ mich gemütlich fühlen.
Bis ich dann auf der Paketverfolgung guckte und begriff, dass sowohl DHL, als auch DPD kommen wollen und dass da bei DHL steht „zwischen 9.38 und 11.03h“

Mist.
Besser schnell mal duschen, nicht dass ich unterm Wasser stehe, wenn es klingelt.
Am Ende kam er doch recht spät und beim DPD weiß man ja eh immer nix.
Die sind hier echt zum Kotzen.

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