Da sitz ich nun…..

Guten Morgen, ihr Lieben

es ist schon irre….
In Anbetracht all des Schmerzes und der Ohnmacht in euren Leben tue ich mich echt schwer,
hier einfach meinen Kram zu schreiben.
Es kommt mir so leer und bedeutungslos vor; so „normal“.

Dann denk ich wieder, dass das Eine nichts mit dem Anderen zu tun hat.
Dass ich doch hier von meinem Leben schreibe – und Ihr bei euch von eurem.
Und es ist ok, wenn ich grade nicht leide.

Ich bin so hilflos und so ohnmächtig, all des Schmerzes gegenüber, den ihr (er-)tragen müßt im Moment.
Aber es ändert nichts.
Ob ich nun ebenfalls leide, oder nicht.
Es tut mir Leid.
Ich hätte sehr gerne mehr zu geben, das Euch hilft.

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Hey, cool…..

Hey, Ihrs 🙂

wir hams geschafft.
Der Arzttermin ist rum.

Un echt ey.. wir ham noch nie soooo nen coolen Doc erlebt.
Da hockt der sich echt im Schneidersitz auf seinen Bürostuhl.
Mit orangenen Socken – die giftgrünen Gummischlappen am Boden.

Und der war echt cool mit uns.
Wollt wissen, WARUM wir denn Angst vor Ärzten hätten?
Un wir ham ihm gesagt, dass es meist auf´s Gleiche raus läuft.

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6.05h und der Mann ist weg

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂

Ich weiß eigentlich garnicht, was ich schreiben soll.
Ich bin sterbensmüde.
Bin wach seit 4.
Mußte auf´s Clo und hab mich über mich selbst gewundert, weil ich ganz selbstverständlich Klamotten anzog.
Dabei hab ich garnicht geguckt, was die Uhr sagt.
Schon mehrfach stand ich nachts um halb 2 angezogen im Wohnzimmer.
Ich wollt mir das eigentlich abgewöhnen.
Vor dem Anziehen IMMER auf die Uhr sehen!!!!

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„Ausgleichung“

denkt es eben beim Rauchen.
„Sollen wir mal wieder Karten legen?“ – fragt es.
Weil früher haben wir immer Karten gelegt; vor dem Mann.
Der Mann hatte dann irgendwann gesagt, er fände das gruselig.
Und beängstigend.
Und er befürchte, ich würde mein Leben zu sehr auf die Karten ausrichten.

Dabei hatte der garkeine Ahnung.
„Ausrichten“
Gerade so, als stünde in den Karten, wie ich meinen Tag gestalten soll; was zu tun sei HEUTE.

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Glaube

Guten Morgen, ihr Lieben 🙂
ansich wollte ich eben schon ganz dringend schreiben, weil das hier so oft derart abläuft, dass im Kopf wie eine Art Tonband abläuft und redet – und man eigentlich parallel mitschreiben müßte, um das alles nicht gleich wieder zu vergessen.
Der liebe Autorenhund hat da mit seinem Thema was angeregt.

Blöd heute ist, dass wahrscheinlich DHL noch klingelt und wir gern noch duschen wollten.
Nicht, dass wir eben unterm Wasser stehen, wenn es läutet.
Und so lief im Kopf also beim Duschen das Band.
Und es hörte nicht auf; es hat keine Pause-Taste.
Und nun weiß hier keiner, ob wir das, was geschrieben werden wollte, noch zusammen kriegen.

Außerdem wollten wir erzählen,
dass der Mann und ichwir heute Früh mehrfach wieder umarmt im Wohnzimmer standen.
Wir stehen einfach da, halten einander gekuschelt, knutschen und sehen uns in die Augen.
Und je länger Corona dauert,
desto mehr fühlen wir,
wie unsagbar gut das tut und wie sehr uns das immer und immer wieder verbindet.

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Besuch bei der Tochter in Stichworten

Es ist schon spät.
23.22 Uhr.
Ich bin wieder Zuhause.
Mag nicht vergessen.

12 – nach 20h – wir konnten uns nicht trennen.
Gespräche über ihren Mitbewohner, Weihnachten, gemeinsame Urlaubspläne.
Laufen in der Stadt.
Latte, die schmeckte, sals sei sie aus saurer Milch gemacht.
Gastro gewechselt; Gehen im Regen.
Wienerwald…. – wann war ich zuletzt bei Wienerwald? 20 Jahre? 25?

Lang gesessen, getrunken, geredet.
Später dann gegessen.
Drogerie Müller, durch die Regale schlendern.
Gemütlich zum Auto.
Sie Heim gefahren und auf dem Parkplatz dann noch über 1 Std. im Auto gehockt.
Voll hinein; dahin, wo es weh tut.
Kindheit, Sterben, Suizidgedanken, Todeswünsche.
Mama als Täter? Aus Unwissenheit und wegen keine Hilfe.
Erkenntnis, dass ich die Wohnung meiner 1. Ehe bis ins Detail erinnere – nur nicht das Kinderzimmer.
Völliger blackout.

Über (Nacht-)Träume geredet, Ängste, Sehnsucht und Hoffnung.
Tochter hielt und streichelte meine Hand, als ich weinte.
Sehr viel Nähe und Liebe; Festhalten; Zulassen; Erlauben.
Liebe.

Wollen wir vielleicht schon Weihnachten zusammen in Urlaub fahren?
Wo das mit ihrem Mitbewohner nun doch recht schwierig ist?
Wo sogar SIE inzwischen kaum noch Lust hat, mit ihm Zeit zu verbringen?
Sehr interessante, tiefe, echte Gespräche und Gefühle.
Mama-sein heilt.
Es tut weh – und ist so wundervoll zugleich


Auf dem Heimweg bei strömendem Regen Vollsperrung wegen Unfall allenfalls 30 Autos vor mir.
25km später dann der nächste Unfall.
Gott muß mich lieben.
Wir haben eine Chance; eine Zukunft.

Du kannst dich an mir festhalten

hat der Mann vorhin zu miruns gesagt.

Bevor ich das nämlich wieder vergesse, muß ich das aufschreiben.

Er wollt vorhin zum Abschied wieder umarmen.
Und ich merk, dass ich oft nicht will.
Im Moment will ich eigentlich garnichts, das mit Körper und dem Mann zu tun hat.

Aber das war so krass irgendwie.
Wel ich gemerkt hab,
was in mir da eigentlich los ist.

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