Morgens, halb 7 – und mir ist langweilig

Guten Morgen, ihr Lieben

Keine Ahnung… es ist eine merkwürdige Zeit.
Irgendwie ist so ALLES.

Gut und schlecht
Hart und schön
Hoffnungsvoll und zu Tode resigniert.


Ich weiß nicht, was ich fühle.
Weiß nicht, wie ich sein soll.
Kann; will….
Was denken? Was hoffen? Was wollen?

Mittwoch war mein Tattoo.
Donnerstag hatte der Mann noch gearbeitet.
Und seit Freitag waren wir hier Zuhause.
Wir haben elends viel TV geguckt.
Essen bestellt.
Geredet und gelangweilt.

Ich hab die Tage gezählt, bis endlich die Folie vom Tattoo runter konnte.
Es hat gezwickt und gearbeitet darunter und diese Folie hat sich ständig so verdreht, wenn man den Arm bewegt.
Und wir haben gemerkt, wie VIEL und OFT wir mit dem Arm tatsächlich was tun.
Dabei dachten wir oft, dass der linke Arm eh nur so rum hängt.
Arschlecken.

Und gestern Abend hamwer es dann abgemacht.
Besser wäre heute oder eher morgen oder übermorgen gewesen.
Klar, nun ist es frei und juckt und kribbelt trotzdem.
Logisch – es heilt.

Wir sind glücklich mit dem Tattoo.
Wenn wir es jetzt gut schaffen, dass es schön abheilt, dann kommt bestimmt bald noch der Rest dazu.
Aber sonst?!

Sonst ist eigentlich nichts.

Wir hatten „Bird-Box“ geguckt.
Er geht uns ganz schön nach.
Und wir könnten nicht so wirklich sagen, WARUM.

Aber die Geschichte ist schon echt krass.
Einn „Selbstmord-Virus“ – oder ein Geist? Eine Energie? – so genau erklärt das der Film nicht.
Jedenfalls geht es drum, dass Menschen, die draußen sind oder zum Fenster raus gucken, wohl „irgendwas“ sehen.
Und dann bringen sie sich um.
Fast die gesamte Menschheit – weil das derart schnell geht.
Am Ende bleiben ein paar Menschen in einer Blindenschule übrig.
Klar – die sehen nichts.
Also kriegt sie das nicht.

Da ist ein Gefühl in mir.
Eine unsägliche Traurigkeit.
Eine irre große Ohnmacht.
Fassungslosigkeit, Schmerz und Unverständnis.
Über Menschen.

Warum sind wir, wie wir sind?
Und nicht anders?

Ich glaube, es geht in dem Film um die Gier.
Die Maßlosigkeit und die Oberflächlichkeit.
Darum, wie unzufrieden und depressiv wir in Wahrheit sind und zunehmend werden,
unter dieser Fassade des Besitzens und des scheinbaren Seins.
Unter all dem Sichtbaren und Vorgehaltenen.

Zumindest sagt das mein Gefühl.

Dass wenn wir alles Materielle verlören; das Kommerzielle; dieses ewige Antreiben und Fordern nach Mehr
an uns selbst und andere
dann bliebe nichts.

Was tun, wenn es nichts zu tun gibt?
Was sein, wenn man ohne all das nichts IST?

Ich denke darüber nach, wie unsagbar viele dieser Endzeit-Filme es gibt.
Filme, die mahnen, warnen und aufzeigen wollen.
Wer versteht?
Wer sieht tatsächlich hin und kapiert, worum es WIRKLICH geht?

Einerseits mag ich so gerne glauben, dass es uns doch gut geht.
Vordergründig ist meine Ehe gut,, wir haben alles, was wir brauchen; es herrscht keine Not.
Nicht mehr.

Ich könnte doch ganz glücklich sein und zufrieden.
Und doch bin ich es nicht.

Weil im Hintergrund so viel Fassungslosigkeit ist.
Und so viel Nichtverstehen.
Und unsagbar viel Traurigkeit und Ohnmacht.

Über dieses „Was sind wir Menschen bloß für Monster????!!!!“

Was wir alles zerstören.
Wie wir umgehen mit allem Leben.
Mit der Erde und selbst miteinander.
Wie unreflektiert so viele sind.
Und selbst WENN man glaubt und hofft, man sei bereits wesentlich mehr reflektiert, oder weitsichtiger, als andere
dann weiß man doch zugleich,
dass dem eben leider NICHT so ist.

Ich mache noch immer genug Fehler.
Und schwimme noch immer im selben Wasser, wie all die anderen Menschen.
Ich mag schlicht und ergreifend kein MENSCH sein.

Aber ist es wirklich besser, ein ANDERES Leben zu sein?
Wo doch auch die Tiere genug kämpfen und streiten?
Töten?
Auch der Freude wegen? Aus Langeweile oder dem Instinkt heraus?
Nicht nur, weil sie eben Hunger haben?

Manchmal wäre ich lieber dumm und blind.
Manchmal würde ich einfach lieber über all das Elend nichts wissen.
Dabei weiß ich doch ohnehin nur einen Bruchteil des Schmerzes dieser Welt.
Aber alleine das reicht.

Tja….
Und die Tochter hat nun eben auch ein Problem.
Sie soll nun zurück versetzt werden an den Arbeitsplatz, auf den sie sich ursprünglich beworben hatte.
Zur Strafe.
Weil jener Posten, auf welchen sie kam, weil sie dort so gemobbt worden war
und der ihr so viel besser gefiel
der ihr sehr viel Freude schenkte zu Anfang
und der sich dann aber zunehmend zu Ausbeutung und Qual entwickelte
weil der Chef auch SELBST endlos Stunden schiebt
und endlos von sich SELBST fordert
und erwartet und votraussetzt, dass viel zu wenige Mitarbeiterinnen mit ihm mitziehen
und bereit sind, zu arbeiten, als seien sie 3
und weil sie es gewagt hatte, sich zu beklagen.

Aber sie will nicht zurück.
Zurück ins Mobbing.

Und nun zieht sie ja aber auch um.
Und hat nun Existenzangst.
Und bei manchem einfach viel zu wenig Erfahrung.
Und grade echt große Angst und Not.
Auch Weh.

Es ist schwer, eine solche Situation als Chance zu sehen.
Auf Weiterentwicklung und Verbesserung.
Aber vielleicht ist es einfach Zeit, nicht nur vom Mitbewohner Anschied zu nehmen und wieder alleine zu leben,
sondern eben auch von unguten Arbeitsumständen.

Sie wollte heute zum Arzt gehen – Krankmeldung.
Und sich dann um eine Beratung beim Arbeitsamt kümmern.
Ich denke an sie.

Ich muß nachher gucken, dass ich in eine Werkstatt komm.
Wir haben ja ein Problem mit unseren Türgummis beim Auto.
Das muß gemacht werden.

Ansonsten?
Hab ich nichts zu tun.
Es ist eigenartig wieder, hier ohne den Mann zu hocken.
So völlig allein.
Und das, mit dieser eigenartigen Endzeit-Stimmung.
So einem Gefühl, völlig alleine und einsam zu sein.

Dieser Frage, ob man wohl ums Überleben kämpfen würde,
wären alle anderen weg?
Und wozu?

Albern daran ist, dass man doch ohnehin Menschen immer aus dem Weg geht.
Ohnehin lieber alleine ist.
Ohnehin Menschen nur schwer aushält.
Zumindest Menschen, „die sind wie Andere“.
Diese Mitläufer und Unreflektierten.
So Menschen, wie sie hier gewiß 98% dieses Ortes ausmachen.
Dir ewig nur maulen, schimpfen und hetzen; schüren, anweisen, rumkacken und lamentieren.
Immer nur wegen anderer.
Aber niemals, wegen sich selbst.

Und immer nur wegen oberflächlichem Scheißdreck.
Aber niemals wegen wirklicher, tiefer und grausamer Dinge.
Die sie vielleicht auch mit verändern könnten. Oder wöllten.

Es verwirrt mich.
Einerseits mag man alleine sein – ohne diese Menschen.
Andererseits hätte ich Angst vor der Einsamkeit und der absoluten Stille.
Was, wenn man der einzige Mensch wäre, der überlebt?
Was, wenn es keinen anderen GÄBE?

Oh Mann… was mache ich mir da bloß für Gedanken?!
Und GEFÜHLE????

Das ist, wie Lebensangst.
Ich glaub, die Mehrheit der Menschen würde sagen, sie hätte eher TODESangst.

Tja… da hock ich nun und hab ne Menge wirres Zeug geschrieben.
Ich muß mir unaufhörlich sagen, dass der Mann bereits gegen 13h wieder hier sein wird.
Im Haus ist eben absolute Stille.
Es ist gruselig, so ruhig.

Ich weiß nicht, was ich nun tun soll.
Duschen? Frühstücken? Irgendsowas?

Ich wünsche Euch jedenfalls einen guten Tag.
Viel Kraft und Liebe ❤


Gebloggt am 02.04.2020

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03.04.2020

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